Kulturquartier
Neuer Raum für Kulturbegeisterte

Münster -

Bezahlbare Räume für Kulturschaffende in Münster? Gibt es nicht! Doch, sagen die Macher vom Kulturquartier.

Dienstag, 12.09.2017, 08:09 Uhr

Endspurt am Kulturquartier Münste r: Beatrix Pluta und Rainer Kossow gehören zu den acht Gesellschaftern und haben bis zur Eröffnung am kommenden Sonntag noch alle Hände voll zu tun.
Endspurt am Kulturquartier Münste r: Beatrix Pluta und Rainer Kossow gehören zu den acht Gesellschaftern und haben bis zur Eröffnung am kommenden Sonntag noch alle Hände voll zu tun. Foto: Matthias Ahlke

„Einen Vogel hat uns keiner gezeigt“, sagt Dr. Rainer Kossow . Ein leichtes Grinsen huscht dabei über sein Gesicht. „Aber häufig gab es ungläubiges Staunen.“ Die ambitionierten Pläne, neue bezahlbare Räume für Kulturschaffende in privater Initiative in Münster zu errichten, stießen bisweilen gar auf Skepsis. Doch Unternehmensberater Kossow und seine sieben Mitgesellschafter ließen sich nicht beirren: So feiert das Kulturquartier Münster an der Rudolf-Diesel-Straße 41 am kommenden Sonntag tatsächlich seine Eröffnung.

Einen Vogel hat uns keiner gezeigt.

Dr. Rainer Kossow

„Die Träume, die wir hatten, werden jetzt für andere sichtbar“, schwärmt Kossow beim Gang über das 2600 Quadratmeter große Grundstück unweit des Schifffahrter Damms. Ein langgestrecktes Gebäude mit 220 Quadratmeter Fläche erstreckt sich dort. Ob der Lage im Gewerbegebiet darf hier künftig ordentlich in die Tasten gehauen oder geklimpert werden – fast rund um die Uhr, „ein großer Vorteil“.

"Ein Ort für Münster, ein Geschenk für die Bürger"

Kossow weiß, dass mit dem Fertigstellen des ersten Bauabschnitts der erfolgreiche Betrieb die nächste Herausforderung darstellt. Schließlich muss die 670 000 Euro-Investition am Ende abbezahlt werden. Der Chorsänger und Mitstreiterin Beatrix Pluta setzen indes darauf, dass das neue Angebot bei Münsters Kulturschaffenden ankommt: „Ein Ort für Münster, ein Geschenk für die Bürger.“

Kultur, Ökologie und Entwicklung zum Miteinander

Rund 200 aktive Unterstützer, die sich in der Vergangenheit eingebracht haben, wissen die Gesellschafter in ihrem Rücken. Künftig soll es aber bei Raummieten von 25 Euro pro Stunde für kleinere Gruppen vielen unterschiedlichen Kreisen möglich sein, sich im Kulturquartier auszuleben. Nur für „hassorientierte Vereine“ sei hier kein Raum, betonen die Gesellschafter. Vielmehr sollen die Themen Kultur, Ökologie und Entwicklung zum Miteinander den Geist in den neuen Räumen prägen. Die Initiatoren wollen mit dem Projekt kein Geld für sich verdienen, wie sie sagen. Später wollen sie das Kulturquartier gar in eine Stiftung überführen. Kossows Traum: „Das Kulturquartier gehört sich selbst.“

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Um den Eröffnungstermin am 17. September zu halten, müssen in dieser Woche alle Beteiligten noch ordentlich reinhauen, damit auch im größten Veranstaltungsbereich, der Platz für bis zu 100 Personen bietet, alles paletti ist. „Die mit den blassen Gesichtern am Sonntag, das sind die Bauherren“, scherzt Klavierlehrerin Pluta.

Neue Pläne liegen schon bereit

Sollte das Kulturquartier ein Erfolg werden und sich noch ein Mäzen finden, liegen übrigens schon die fertigen Pläne für das zweite Gebäude mit bis zu 700 Quadratmetern Nutz fläche in der Schublade.

Eröffnungsprogramm am 17. September

Auch wenn sich die Wege rund um das neue Gebäude im provisorischen Zustand befinden, die Fassade noch fehlt: Der Eröffnung des Kulturquartiers Münster am kommenden Sonntag (17. September) steht das nicht im Weg, heißt es.

Ein mehr als fünfstündiges Programm erwartet die Besucher an der Rudolf-Diesel-Straße 41. Um 15 Uhr beginnt der bunte Reigen aus Musik und Unterhaltung mit Irmhild Willenbrink und Marcus Fischer (Impro/Kabarett). Lesung, Flamenco-Tanz sowie Gitarren-, Bläser- und Trommelmusik verteilen sich über den Nachmittag hinweg. Die offiziellen Grußworte der Kulturquartier-Gesellschafter sind für 17.30 Uhr geplant.  -da-

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