Ratsbeschluss so gut wie sicher
Handorf bekommt ein neues Bürgerbad

Münster-Handorf -

Im Bündnisvertrag 2016 von CDU und Grünen heißt es unmissverständlich: „Wir machen uns stark für ein neues Bäderkonzept, in dem ein neues Südbad und das Bürgerbad in Handorf bis 2020 feste Bestandteile sind. Hierzu gehört die Verlegung des Bürgerbads Handorf in Zusammenhang mit der Verlagerung der Sportanlage des TSV Handorf.“

Donnerstag, 14.09.2017, 21:00 Uhr
Die Technik im Bürgerbad Handorf ist alt und marode. Die Weichen für einen Neubau sind jetzt gestellt.
Die Technik im Bürgerbad Handorf ist alt und marode. Die Weichen für einen Neubau sind jetzt gestellt. Foto: spe

Inzwischen wissen die Kommunalpolitiker auch, mit welchen Kosten dieses Bäderkonzept im Fall Handorf verbunden ist. Denn was im Bündnisvertrag als „Verlegung“ bezeichnet wird, bedeutet faktisch einen Neubau.

Derzeit geht ein Beschlusspapier durch die Gremien, das in der Ratssitzung am Mittwoch (20. September) verabschiedet werden soll. Ein Ja gilt es sicher, denn Kritik gibt es bislang nur von der FDP.

Vier Millionen Euro von der Stadt

Danach beteiligt sich die Stadt Münster mit gut vier Millionen Euro an den Investitionskosten. Ein Großteil des Geldes ist bereits im Haushalt 2017 eingestellt. Darüber hinaus erklärt sich die Stadt Münster bereit, ab 2019 den laufenden Betrieb des Bades mit knapp 600.000 Euro im Jahr zu bezuschussen.

Als private Bauherrin für den Neubau des Hallenbades fungiert eine gemeinnützige Bürgerbad Handorf GmbH, die aus dem bisherigen Bürgerbadverein hervorgegangen ist. Sie erklärt sich bereit, für mindestens 25 Jahre das Bad öffentlich zugänglich zu halten. Darüber hinaus gibt es zwischen der Stadt und der neuen GmbH einen Nutzungsvertrag für das Schul- und Vereinsschwimmen in Handorf.

Vor zehn Jahren ein Schließkandidat

Das Handorfer Hallenbad gehörte vor gut zehn Jahren, als die Stadt Münster ihr damaliges Bäderkonzept diskutierte, zu den Schließkandidaten. Abgewendet wurde die Schließung dadurch, dass ein Bürgerverein den Betrieb übernahm.

Im Verlauf der Jahre wurde die Situation immer prekärer, da der Verein – abseits der Aufrechterhaltung des reinen Schwimmbetriebs – über keinerlei Mittel verfügte, die erforderlichen Instandhaltungen und Renovierungen zu stemmen. So entstand die Idee eines Neubaus, die inzwischen auch von der Politik geteilt wird.

Die FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhoff erklärte in diesem Zusammenhang jüngst, dass das neue Bad zwar als „privates Bad“ firmiere. Das ändere aber nicht an dessen Finanzierung durch Steuergelder.

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