Workshop mit dem Frauenbüro
„Gleichberechtigung ist kein Selbstverständnis“

Münster -

„Sie sind die Hauptpersonen,“ begrüßte Martina Arndts-Haupt, Leiterin des Frauenbüros der Stadt Münster, Mitarbeiter von Verwaltung, Verbänden und Vereinen. Sie versammelten sich am Donnerstagabend in der Rüstkammer, um über ein geschlechtergerechteres Münster nachzudenken.

Freitag, 15.09.2017, 23:09 Uhr

Um mehr Gerechtigkeit der Geschlechter ging es bei einem Workshop mit dem Frauenbüro.
Um mehr Gerechtigkeit der Geschlechter ging es bei einem Workshop mit dem Frauenbüro. Foto: Maria Conlan

„Wir machen uns ein Bild!“ lautete der Workshop und wurde wortwörtlich genommen: Grafiker Piotr Paluchowski fasste Themen und Emotionen des Abends in einem Bild zusammen.

In ihrem Grußwort betonte Bürgermeisterin Beate Vilhjalmsson : „Gleichberechtigung ist auch 2017 kein Selbstverständnis.“ Neue Wege möchte das Frauenbüro im Rahmen der europäischen Charta zur Gleichstellung auf lokaler Ebene beschreiten. Hier haben sich die zusammengeschlossenen Kommunen das Ziel gesetzt, systematisch aktiv und konkret Maßnahmen zur Gleichstellung vor Ort voranzutreiben.

Julia von Hayn vom Frauenbüro stellte „Gender Budgeting“ vor. Dieses Modell hilft, den kommunalen Haushalt zu überprüfen, ob Finanzen geschlechtergerecht fair verteilt werden.

Gleichberechtigung ist auch 2017 kein Selbstverständnis.

Beate Vilhjalmsson

Wichtige Themenfelder im Workshop

Vor dem Workshop wurden Themenfelder ermittelt, die den Teilnehmenden wichtig sind: Erwerbstätigkeit, Altersvorsorge, Wohnen, digitale Arbeitswelt, Familie, Allein-Erziehende, Partnerschaft und „Mädchen und Jungen“ – alles mit dem Ziel größerer Geschlechtergerechtigkeit auf dem Gebiet. Viele Wünsche wurden am Donnerstag laut: qualifizierte Paarberatung vor dem Kinderwunsch, um später geschlechtergerecht Kinderbetreuung und Berufswiedereinstieg zu gestalten.

Bei vielen Themen werden Gespräche mit weiteren Fachleuten vonnöten: wenn es um Betriebskitas gehe oder bezahlbaren Wohnraum und neue Wohnformen. Hier sei ebenso die Unterstützung der Kommune gefragt, wie bei der Einrichtung einer Homepage für Jungen und Mädchen. Rollenbilder, Bewertung von Berufen und geschlechtergerechte Bezahlung sowie digitale Arbeits- und Lebenswelt wurden diskutiert.

Nun erarbeiten die Mitarbeiterinnen des Frauenbüros aus den Diskussionsergebnissen einen Aktionsplan bis zum nächsten Frühjahr. „Sie werden von uns hören“, kündigte Arndts-Haupt an.

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