Münsters Sportlandschaft
Sportstätten-Bedarf vor allem in Gremmendorf und Gievenbeck

Münster -

Münsters Sportlandschaft ist vielfältig. Gesamtstädtisch sieht es bei Sportstätten gut aus. Doch in manchem Stadtteil drückt der Schuh.

Montag, 09.10.2017, 07:10 Uhr

Die Sportlandschaft in Münster -- (v.l.) TC Union, Westfalia Kinderhaus und USC Münster – war Thema beim 18. Sportforum.
Die Sportlandschaft in Münster (v.l.): TC Union, Westfalia Kinderhaus und USC Münster – war Thema beim 18. Sportforum. Foto: Jürgen Peperhowe

Wie ist es um das Angebot an Sportstätten in Münster und die entsprechende Nachfrage bestellt? Mit Blick auf die gesamte Stadt sieht es ganz gut aus, doch im Einzelfall muss vor Ort genau hingeschaut werden, was fehlt oder heutzutage überhaupt noch Sinn macht. So jedenfalls lässt sich die Analyse des Sportsoziologen Prof. Horst Hübner von der Bergischen Universität Wuppertal zusammenfassen.

Grundlage für Entscheidungen

Beim jüngsten, nunmehr 18. Forum für den münsterischen Sport, veranstaltet vom Stadtsportbund (SSB), hat Hübner Vereinsvertretern die Ergebnisse seiner Untersuchungen aus den Jahren 2013/2014 vorgestellt. Diese, so Hübners Ratschlag, sollten Sportpolitik wie Vereinen „als Grundlage für Entscheidungen“ bei der künftigen Ausrichtung der Sportlandschaft in Münster dienen. „Die Infrastruktur gezielt verbessern, das Monitoring fortsetzen“, lautet eine Empfehlung des Sportsoziologen, der zu den profundesten Kennern der münsterischen Sportstätten zählt. „Der Sport wandelt sich sehr schnell“, skizziert Hübner eine der größten Herausforderungen an die Sportentwicklung in Münster wie auch andernorts. So habe zuletzt beispielsweise Yoga einen großen Sprung auf der Beliebtheitsskala nach vorne gemacht.

99 Sportarten in Münster

99 Sportarten habe man in Münster gezählt, heißt es unter Verweis auf eine Einwohnerbefragung. Das Sporttreiben habe sich stark ausdifferenziert. Die Stadt verfüge aber über „viele Sporträume“. Fast 300 Außensportanlagen sowie 156 Hallen und Gymnastikräume, so Hübner. „Schul- und Hallensport können grundsätzlich abgedeckt werden.“ Zwei Drittel der gesamten sportlichen Aktivitäten würden inzwischen von den Bürgern selbst organisiert. Aber: „Der Verein hat sich einigermaßen gehalten“, betont Hübner unter Verweis auf seine Untersuchungen in Münster.

Nutzwertanalyse lohnt sich

Dass gleichwohl immer eine differenzierte Betrachtung vonnöten sei, verdeutlicht der Experte am Beispiel Tennis – neben Fußball und dem Hallensport einer von drei Bereichen, die der Wissenschaftler in Münster in den vergangenen Jahren intensiv unter die Lupe genommen hatte. Demnach kommen statistisch gerechnet auf jeden der rund 160 Tennis-Außenplätze in Münster 38 Mitglieder. Doch die tatsächliche Zahl schwankt von Verein zu Verein deutlich: Bei einigen knubbelt es sich mit bis zu 60 Mitgliedern pro Platz, andernorts kommt gerade noch ein Dutzend Spieler auf einen Platz. „Sechs Vereine müssen sich etwas einfallen lassen“, sagt Hübner.

Beim Bau von Kunstrasenplätzen für Fußball lobt Hübner die in Münster schon eingeübte Nutzwertanalyse. Allerdings empfiehlt er, dabei die Mannschaftszahl höher zu gewichten als die reine Mitgliederzahl der Fußball-Abteilung.

Sportstätten-Bedarf in Gremmendorf und Gievenbeck

Angesichts der wachsenden Stadt sieht Hübner steigenden Sportstätten-Bedarf vor allem in Gremmendorf und Gievenbeck. Dieser fällt nach Einschätzung des Statistikers Prof. Dr. Thomas Hauff vom städtischen Amt für Stadtentwicklung bis 2025 noch größer aus als zunächst angenommen. Denn dann habe Münster mehr als 321.000 Einwohner.

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