14-Tage-Rhythmus
So sparen andere Kommunen bei der Biotonnen-Abfuhr

Münster -

Im Frühjahr haben die Abfallwirtschaftsbetriebe einen Vorschlag für einen 14-Tage-Rhythmus bei der Biotonnen-Leerung zurückgewiesen und auf einen Einspareffekt von nur sechs Prozent verwiesen. Unsere Zeitung hat Kommunen gesucht, die eine Umstellung vorgenommen haben.

Dienstag, 17.10.2017, 08:10 Uhr

Die Biotonnen in Münster werden einmal in der Woche entleert. Von einem zweiwöchigen Rhythmus versprechen sich die AWM kaum Einsparungen.
Die Biotonnen in Münster werden einmal in der Woche entleert. Von einem zweiwöchigen Rhythmus versprechen sich die AWM kaum Einsparungen. Foto: Oliver Werner

Die Anfragen kommen regelmäßig, meist von der FDP : Könnte man nicht die in Münster sehr hohen Abfallgebühren senken, indem der Abfuhrrhythmus für die Biotonne von einer auf zwei Wochen verlängert wird? Eine mögliche Geruchsbelästigung, so der Vorschlag weiter, könne man doch mit einem Filterdeckel begegnen.

Noch im Frühjahr haben die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) den Vorschlag zurückgewiesen und auf einen Einspareffekt von nur sechs Prozent verwiesen. Unsere Zeitung hat sich auf die Suche nach Kommunen begeben, die eine Umstellung vorgenommen haben.

Zwei Städte und zwei Landkreise haben geantwortet:

►  Stadt Neu-Ulm: Im Jahr 2006 wurden 5200 Biotonnen mit Filterdeckel eingeführt und zugleich der Abfuhrrhythmus von einer auf zwei Wochen verändert. Über einen Zeitraum von zehn Jahren hat sich eine Einsparung von 170.000 Euro ergeben, also 17.000 Euro im Jahr. Berücksichtigt sind dabei die Kosten für einen Wechsel des Filters alle drei Jahre. „Beschwerden wegen Geruchsbelästigungen treten fast gar nicht mehr auf“, heißt es in einer Analyse aus dem Jahr 2014.

►  Stadt Fürth: 2005 wurden Biotonnen mit Filterdeckel bei gleichzeitiger Verlängerung der Abfuhrintervalle von einer Woche auf zwei Wochen eingeführt. Den Einspareffekt gibt die Stadt mit 3,6 Prozent an. Bei einer Befragung äußerten sich 92 Prozent der Nutzer positiv zum Filter, wobei festgestellt wurde, dass insbesondere Bewohner in Mehrfamilienhäusern froh waren über die Umstellung.

►  Landkreis Cochem-Zell: 2015 wurde dort die Biotonne mit Filterdeckel eingeführt – und zwar als „vorbeugende Maßnahme gegen Geruchsbelästigungen“. Dies habe sich „gut bewährt“, wie es in einem Schreiben des Landkreises heißt. Weil in dem Landkreis die Abfuhr der Biotonne schon immer im Zwei-Wochen-Rhythmus erfolgte, kann man zu möglichen Einsparungen keine Angaben machen.

►  Landkreis Lörrach: Hier wurde die Biotonne am 1. Januar 2016 eingeführt. Das Angebot für Biotonnen mit Filterdeckel lag um 140.000 Euro über dem Angebot für Biotonnen ohne Filter. Das Angebot für eine wöchentliche Abfuhr der Tonnen lang um 1,1 Millionen Euro über dem Angebot für eine 14-tägliche Abfuhr. Der Landkreis entschied sich für eine 14-tägliche Abfuhr von Tonnen mit Filter. Sofern Bürger nach einiger Zeit einen neuen Filter haben möchten, müssen sie ihn selbst bezahlen.

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