Dominikanerkirche
Der letzte Gottesdienst

Münster -

Die Dominikanerkirche ist am Sonntagabend profaniert worden. Den letzten Gottesdienst zelebrierte Weihbischof Zekorn. Künftig wird das Gotteshaus nur noch weltlich genutzt.

Montag, 13.11.2017, 07:11 Uhr

Am Ende des Gottesdienstes entblößte Prof. Dr. Klaus Müller den Altar, zuvor waren die Kerzen gelöscht worden. Mehrere Hundert Gläubige waren gekommen.
Am Ende des Gottesdienstes entblößte Prof. Dr. Klaus Müller den Altar, zuvor waren die Kerzen gelöscht worden. Mehrere Hundert Gläubige waren gekommen. Foto: Oliver Werner

Ab sofort heißt die Dominikanerkirche nur noch Kirche – sie wird aber keine Kirche mehr sein. Weihbischof Stefan Zekorn zelebrierte am Sonntagabend mit Prof. Dr. Michael Seewald und Prof. Dr. Klaus Müller von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität sowie mehreren Hundert Gläubigen den letzten Gottesdienst. Es war ein festlicher Abschied von der Dominikanerkirche, die vor fast 300 Jahren eingeweiht worden war.

Nach dem Schlussgebet wurde „Großer Gott, wir loben Dich“ angestimmt, dazu spielte die Orgel, alle Glocken läuteten. Müller verlas das Profanierungsdekret des Bischofs, danach läutete bis zum Ende der Feier nur noch die große Glocke. Schließlich wurden die Kerzen gelöscht, der Altar entblößt, das Allerheiligste aus dem Tabernakel geholt. Dann erlosch auch das Ewige Licht. Eine Prozession bildete sich, die in Richtung Lambertikirche zog. Als der Letzte die Dominikanerkirche verlassen hatte, wurde sie symbolisch mit zwei Bändern in Form eines Andreaskreuzes versiegelt. Die Zeremonie endete mit dem Vaterunser in St. Lamberti.

„Wir feiern hier heute einen traurigen Gottesdienst“, hatte Müller zu Beginn betont. Er bedauerte, dass „viele gute Gedanken“ zu einer weiteren Nutzung als Kirche bei Stadt, Rektorat der Universität und Bistum kein Gehör gefunden hätten. „Die Wunde, die der heutige Tag hinterlässt, geht tiefer, als manche meinen“, sagte Müller, der 19 Jahre als „Rector Ecclesiae“ für die Kirche verantwortlich war.

Auch Weihbischof Stefan Zekorn sprach von einem „traurigen Tag“. Zugleich erinnerte er daran, dass die Dominikanerkirche schon einmal – Anfang des 19. Jahrhunderts – profaniert worden war. Vielleicht, so Zekorn, werde es ja in ein paar Jahrzehnten eine erneute, dritte Weihe der Kirche geben.

Erstmalig war die Dominikanerkirche 1724 geweiht worden. 1811 wurde sie säkularisiert – um dann 1889 erneut geweiht zu werden. In den zurückliegenden 43 Jahren wurde sie von der Katholisch-Theologischen Fakultät genutzt. 2014 hatte der Rat entschieden, dass die Kirche – die der Stadt Münster gehört – profaniert werden soll.

Ihre künftige Hauptnutzung steht inzwischen fest. Gerhard Richter, einer der bedeutendsten Gegenwartskünstler, wird der Stadt ein Kunstwerk schenken und sein „Foucault‘sches Pendel“ in der Kuppel aufhängen. Außerdem sollen hier künftig Konzerte und Lesungen stattfinden.

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