Neugestaltung Bremer Platz
Drogenszene soll mitreden

Münster -

Der Bremer Platz soll – spätestens ab 2021 – neu gestaltet werden. Dabei sollen auch die Drogen- und die Obdachlosenszene ein Mitspracherecht haben, betont die Verwaltung.

Donnerstag, 17.05.2018, 16:05 Uhr

Der  Bremer Platz soll neu gestaltet werden.
Der  Bremer Platz soll neu gestaltet werden. Foto: Oliver Werner

Die Verwaltung will in die Diskussion über die Neugestaltung des Bremer Platzes auch die Drogen- und Obdachlosenszene einbinden. Zur Entwicklung einer urbanen Grünfläche gehöre die „Akzeptanz und die Einbeziehung der Nutzergruppen, die den Bremer Platz zu ihrem Treffpunkt gemacht haben, sei es als Obdachloser oder Drogenkonsument“, heißt es in einer Vorlage, über die am 13. Dezember der Rat abstimmen soll.

Und weiter: „Eine urbane Entwicklung bedeutet, sich auf die sozialen Probleme einer Großstadt einzulassen, sie im Rahmen einer Umgestaltung auch zu berücksichtigen und nicht zu verdrängen.“ Eine Weiterentwicklung des Bremer Platzes könne nur dann gelingen, „wenn alle Akteure (...) in gelebter Partnerschaft die Zukunft dieses Stadtraumes organisieren“.

Die Landmarken AG plant auf der Ostseite des Hauptbahnhofs eine Bebauung, unter anderem sollen eine Markthalle, ein Hotel und eine Radstation errichtet werden. Die Gebäude sollen laut Vorlage im ersten Quartal 2021 fertiggestellt sein. Die Umgestaltung des Bremer Platzes könnte dann im Sommer 2021 beginnen.

Im Vorfeld soll eine „Planungswerkstatt“ unter Beteiligung externer Planungsbüros durchgeführt werden. In der Werkstatt sollen „alle beteiligten Nutzergruppen des Bremer Platzes“ sowie die Anwohner in einen Dialog treten. In einer zweiten Phase werden Landschaftsarchitekten verschiedene Entwürfe vorlegen. Vor deren Präsentation sollen sie mit allen Beteiligten erörtert werden.

Sicherheitsgefühl verbessern

Bis 2021 soll zudem das Gestaltungskonzept für den Bahnhofsvorplatz gemeinsam mit der Landmarken AG sowie in enger Abstimmung mit den sozialen Trägern weiterentwickelt werden. Bereits vor Beginn der Vorbereitungen für die Bauarbeiten sollen Maßnahmen ergriffen werden, die „einer Verdrängung der Szene(n) entgegenwirken“.

Weiter soll für zunächst fünf Jahre ein Quartiersmanagement eingeführt werden. Außerdem will die Verwaltung den Service- und Ordnungsdienst (SOS) aufstocken. So sollen die objektive Sicherheitslage und das subjektive Sicherheitsgefühl verbessert werden.

Mehr zum Thema
...

Das alles gibt es nicht zum Nulltarif. Allein 70.000 Euro soll die Planungswerkstatt kosten. Für das Qualitätsmanagement fallen jährlich Kosten in Höhe von 105.000 Euro an, hinzu kommen 15.000 Euro Sachkosten pro Jahr. Für die sechs SOS-Stellen fallen jährliche Personalkosten in Höhe von 371.000 Euro an. Einen Teil der Kosten hofft die Stadt durch Mittel vom Land auffangen zu können.

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5293065?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Dadashov-Show an der Ostsee
So jubelt der SCP: Rufat Dadashov (2.v.l.) wird fast erdrückt von seinen Kollegen Fabian Menig, René Klingenburg und Martin Kobylanski (v.l.). Und Tobias Rühle (r.) schleicht sich auch noch heran, während Rostocks Nico Rieble konsterniert ist.
Nachrichten-Ticker