Reaktion auf neueste Folge
Tatort langweilt Museumsdirektor

Münster -

Ist das Kunst oder kann das weg? Die Quote des neuesten Münster-Tatorts war mit knapp 13 Millionen Zuschauern gut, aber die Kritiken fielen größtenteils schlecht aus. Auch der Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold , war wenig begeistert von den sonntäglichen Ermittlungen von Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers), die sich in der Kunstszene abspielten.

Montag, 20.11.2017, 18:11 Uhr

Hermann Arnhold 
Hermann Arnhold 

„Es war eine schlechte Persiflage auf die Skulptur-Projekte “, sagt Arnhold . Der aktuelle Münster-Tatort spielte im Umfeld der „Skulpturen Tage Münster“. „So ein Kasperkönig“, sagte Thiel einmal, um auf den Initiator der Skulptur-Projekte, Kasper König , zu verweisen.

Es war eine schlechte Persiflage auf die Skulptur-Projekte.

Dr. Hermann Arnhold

Trotzdem: Arnhold fand die neueste Folge zum Einschlafen. „Ein schlechter Plot, wenig durchdacht, und ich habe so gut wie gar nicht gelacht“, sagt der münsterische Kunstkenner. Und fügt fast beschämt hinzu: „Das tut mir leid, weil ich die beiden Darsteller sehr schätze.“

Kein negatives Licht auf Skulptur-Projekte

Einzig die Szene mit einer vierten Kugel am Aasee fand Arnhold dann doch ganz amüsant. Ein negatives Licht auf die erfolgreichen Skulptur-Projekte 2017 kann dieser Münster-Tatort – der Mörder präsentierte seine Leichen als Skulpturen – aus Arnholds Sicht nicht werfen. „Dafür ist er zu unbedeutend.“

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Folge „Gott ist auch nur ein Mensch“: So viel Münster steckte im Tatort

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Echte und erfundene Skulpturen im Münster-Tatort

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  • Skulpturen spielen eine wichtige Rolle im Münster-Tatort. Dabei zeigt der Krimi viel ‚echtes Münster‘. Die „Pool Balls“ von Claes Oldenburg, seit den Skulptur-Projekten 1977 am Aasee in Münster, sind Kulisse für eine Szene im neuen Münster-Tatort ‚Gott ist auch nur ein Mensch‘.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Im Tatort kommt eine vierte Kugel hinzu, in der ‚Vaddern‘ Thiel mit einer Kunststudentin einen Joint raucht.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Überhaupt haben die Tatort-Macher mehrere Kunstwerke in Münster gefilmt. So auch die ‚Himmlischen Masken‘ von Hervé Youmbi, Teil der Skulptur-Projekte 2017. An ihrem Standort am Überwasserfriedhof sind sie seit dem Ende der 100-tägigen Kunstschau allerdings nicht mehr zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Auch mit dabei: Die Skulptur ‚Ineinandergefügt‘ von Karl Ehlers (1977), die vor dem Allwetterzoo steht.

    Foto: Günter Benning
  • Im Sommer hat das Film-Team die ‚Matrix‘ über den Theaterinnenhof aufgenommen. Das Werk des Duos ‚CAMP‘ (Ahok Sukumaran und Shaina Anand) war Teil der Skulptur-Projekte 2017.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Die ‚100 Arme der Guan-yin‘ des chinesischen Künstlers Huang Yong Ping waren Teil der Skulptur-Projekte 1997. Sie sind am Marienplatz zu sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Das Werk 'Zwei Pferde für Münster' von Stefan Huber am Kolde-Ring taucht auch im Tatort auf.

    Foto: Jan Hullmann
  • Die Friedenstaube von Rudolf Breilmann am historischen Rathaus ist direkt zu Beginn des Tatorts zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Ebenfalls kurz im Bild: die Skulptur ‚Toleranz durch Dialog‘ von Eduardo Chillida.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Chillida-Skulptur wird in der Eingangsszene des Tatorts aber meist von dieser Clowns-Figur verdeckt, in der eine Leiche gefunden wird.

    Foto: © WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Henry Moores "Large Vertebrae" an der Himmelreichallee wird in einer kurzen Sequenz gezeigt.

    Foto: diverse
  • Auch Teil dieser Sequenz: die Wasserplastik des ZERO-Künstlers Heinz Mack und...

    Foto: Jan Hullmann
  • ...die ‚Abluftplastik‘ – von Friedrich Gräsel kunstvoll gestaltete Luftröhren.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch die in den letzten Tagen viel diskutierte Lichtinstallation von Otto Piene am LWL-Museum ist im Tatort zu sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Netter Gag für Eingeweihte: Nach einem Verhör mit G.O.D. nennt Thiel den exzentrischen Künstler einen Kasper-König.

    Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Auf den Namen Kasper König hört im wirklichen Leben der Kurator der Skulptur-Projekte Münster.

    Foto: Bernd Thissen, dpa
  • Große Teile des Tatorts spielen hier: Die Kunstakademie am Leonardo-Campus wurde im Sommer zum Drehort.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Im Tatort findet hier die Eröffnung der ‚Skulptur-Tage‘ statt.

    Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach
  • Dieser gelbe Kreisel ist in einer Szene an der Kunstakademie deutlich im Bild zu sehen.

    Foto: Gerhard H. Kock
  • Studierende der Kunstakademie bewarben sich im Tatort (als Komparsen) um den Posten als Meisterschüler von G.O.D., doch diese Position übernahm schließlich Professor Boerne.

    Foto: Holger Krischke

 

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