Geschichtswettbewerb
Bundessieg geht an Schülerin aus Münster

Münster -

Beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten hat die münsterische Schülerin Carina Ebert einen Hauptpreis gewonnen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreichte der 15-Jährigen persönlich den auf 2000 Euro dotierten Preis am Mittwoch im Schloss Bellevue in Berlin.

Mittwoch, 22.11.2017, 14:11 Uhr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) hat zusammen mit (v.l.) Thomas Paulsen vom Vorstand der Körber-Stiftung und Tutorin Katy Beckmann am Mittwoch Carina Ebert (2.v.r.) die Urkunde für ihren ersten Preis beim Geschichtswettbewerb zum Thema „Gott und die Welt – Religion macht Geschichte“ im Berliner Schloss Bellevue überreicht.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (r.) hat zusammen mit (v.l.) Thomas Paulsen vom Vorstand der Körber-Stiftung und Tutorin Katy Beckmann am Mittwoch Carina Ebert (2.v.r.) die Urkunde für ihren ersten Preis beim Geschichtswettbewerb zum Thema „Gott und die Welt – Religion macht Geschichte“ im Berliner Schloss Bellevue überreicht. Foto: David Ausserhofer

Was haben die Türkenkriege mit Münster zu tun? Mit der Frage hat sich Carina Ebert im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten auseinandergesetzt. Und die Arbeit hat sich gelohnt: Die Schülerin des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums bekam am Mittwoch einen von drei ersten Bundespreisen überreicht. Und das persönlich von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue in Berlin.

Das Motto des Geschichtswettbewerbs in diesem Jahr lautete „Gott und die Welt – Religion macht Geschichte“. „Damit konnte ich mich erst gar nicht anfreunden“, sagt Carina Ebert im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch ihre Lehrerin Katy Beck habe ihr dann „die entscheidende Idee“ gegeben.

Die Idee: Türkenkriege

Von den Türkenkriegen – den Kriegen zwischen dem Osmanischen Reich und dem christlich geprägten Europa ab dem Jahr 1453 – hatte die 15-jährige Schülerin vorher noch nichts gehört: „Ich wusste gar nichts darüber, das war eine zusätzliche Herausforderung.“

Der wollte sich Ebert aber stellen. Auf der Suche nach Informationen machte sie sich auf in die Stadtbücherei – und wurde enttäuscht. „Es gab fast nichts zur Auswirkung der Kriege auf Münster“, stellte Ebert fest.

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Die Recherche

Die 15-Jährige, die mittlerweile die zehnte Klasse besucht, hat sich davon aber nicht entmutigen lassen. Im Bistumsarchiv und später auch im Landesarchiv wurde sie fündig. Sie stieß auf historische Quellen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert: „Die älteste war von 1596.“ Doch wie wird aus solchen Quellen eine Arbeit, die man bei der Körber-Stiftung, die den Preis ausrichtet, einreichen kann?

Schwierigkeiten

„Ich musste ganz anders arbeiten als bei meiner ersten Teilnahme vor einem Jahr“, erinnert sich Carina Ebert. Denn: Es gab fast keine sogenannte Sekundärliteratur. Also Texte, die sich mit historischen Quellen auseinandersetzen. Ebert sagt: „Ich musste die Quellen selbst lesen, miteinander vergleichen und interpretieren.“ Dabei ist die Schülerin aber auf noch mehr Probleme gestoßen: „Am Anfang konnte ich die Handschriften gar nicht lesen.“ Ein Mitarbeiter im Landesarchiv habe ihr aber dabei geholfen.

Im Schloss Bellevue überreicht Bundespräsident Steinmeier die Auszeichnung an Carina Ebert.

Im Schloss Bellevue überreicht Bundespräsident Steinmeier die Auszeichnung an Carina Ebert. Foto: dpa

Ihr Antrieb

Für Carina Ebert haben Wettbewerbe immer einen besonderen Reiz: „Man sammelt neue Erfahrungen und kann sich mit Themen beschäftigen, die einem am Herzen liegen.“ Außerdem habe man ja nichts zu verlieren, sondern könne nur gewinnen: „Ich darf jetzt sogar nach Berlin.“

Vor dem Treffen mit Steinmeier war Carina Ebert „sehr aufgeregt“. Doch vom ehemaligen Außenminister erhoffte sie sich auch noch ein paar Tipps für ihre berufliche Laufbahn: „Ich möchte später Diplomatin werden.“

Geschichtswettbewerb

Am 25. Geschichtswettbewerb beteiligten sich bundesweit mehr als 5000 Schülerinnen und Schüler. Viele der 1639 eingereichten Beiträge beschäftigen sich mit Themen wie Ausgrenzung und Verfolgung, dem Verhältnis von Staat und Kirche und religiösen Traditionen. Dabei vergab die Körber-Stiftung insgesamt 50 Geldpreise. Sieger des Wettbewerbs waren in diesem Jahr Federico Cassarà (Alfred-Amann-Gymnasium/Bönnigheim), Carina Ebert (Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium/Münster), Till Fischer, Kyra Sepke, Jonna Silber und Lea Zech (Christian-Timm-Schule/Rendsburg) Helena Koch (Gelehrtenschule des Johanneums/Hamburg) und Julius von Stein (Gymnasium Steglitz/Berlin).

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