Gesundheitsamt und Aids-Hilfe raten zu frühem HIV-Test
Frühzeitige Behandlung reduziert das Risiko

Münster -

Nur wer von seiner HIV-Infektion weiß, kann von den Fortschritten in der medizinischen Behandlung profitieren. Deshalb raten das Gesundheitsamt der Stadt und die Aids-Hilfe-Münster allen, die ein HIV-Risiko hatten, einen Test zu machen. Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember laden Aids-Hilfe und Gesundheitsamt auch wieder zu einer Veranstaltungsreihe ein. Traditionell beginnt diese mit einer Straßensammlung (25. November).

Donnerstag, 23.11.2017, 13:18 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.11.2017, 13:18 Uhr
Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember laden Aids-Hilfe und Gesundheitsamt zu einer Veranstaltungsreihe ein.
Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember laden Aids-Hilfe und Gesundheitsamt zu einer Veranstaltungsreihe ein. Foto: dpa

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Münster lag laut Mitteilung der Stadt Münster im Jahr 2016 bei 19; in diesem Jahr sind bisher 14 Erstdiagnosen registriert. Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts weiß aber jede achte HIV-positive Person nichts von ihrer Infektion. Das zeige, wie wichtig frühzeitige HIV-Tests sind. „Ich ermuntere alle, die Fragen zu HIV haben, die kostenlose, anonyme und vertrauliche Beratung zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten in Anspruch zu nehmen“, so Ulrich Besting, der Psychologe der Beratungsstelle der Aids-Hilfe. Guten Rat gebe es in der Aids-Hilfe und im Gesundheitsamt sowohl zum Schutz vor HIV-Infektionen als auch zum HIV-Test. Außerdem erfahre man hier auch, wo eine qualifizierte HIV-Behandlung zu erhalten ist.

Große Behandlungsfortschritte

„Alle Menschen mit HIV sollen von den riesigen Behandlungsfortschritten profitieren können“, betont Monika Brosda, Ärztin beim Gesundheitsamt, in der städtischen Mitteilung zum Welt-Aids-Tag. Wer eine Behandlung frühzeitig beginne, habe ein deutlich geringeres Risiko, Aids oder andere schwere Krankheiten zu entwickeln. Außerdem führe eine erfolgreiche Behandlung der HIV-Infektion dazu, dass die sexuelle Infektiosität vollständig verloren gehe.

Angst vor Diskriminierung

Angst vor Diskriminierung sei ein wesentlicher Faktor, warum Menschen nicht zum HIV-Test gehen würden, heißt es in der Mitteilung weiter. „In vielen gesellschaftlichen Bereichen sind noch irrationale Ängste vor Ansteckung zu beobachten, die zu Diskriminierung von Menschen mit HIV führen“, so Ulrich Besting. Auch hier sei die Aids-Hilfe unterstützend tätig. Sie biete Beratung für Unternehmen, Arbeitskollegen und -kolleginnen von Menschen mit HIV, für im Gesundheitswesen Tätige und weitere Personen an, die unsicher im Umgang mit HIV-positiven Menschen seien.

Das Programm zum Welt-Aids-Tag 2017

► Samstag (25. November), 10 bis 16 Uhr:

Straßensammlung zum Welt-Aids-Tag mit Vertretern aus Politik, Prominenz und Ehrenamt der Aids-Hilfe.

Infostand in der Stadtbücherei und im Hauptbahnhof, Sterntaler-Sammelaktion in der Innenstadt.

► Sonntag (26. November), Kreuzkirche, Hoyastraße 22, 16 Uhr:

Konzert mit dem Polizeichor Münster. Leitung: Michael Schmitt. Eintritt frei.

► 30. November (Donnerstag), 23 Uhr und 1. Dezember (Freitag), 20 Uhr, Petrikirche, Jesuitengang:

Requiem von Herbert Howells, zwei Benefizkonzerte bei Kerzenschein, Leitung: Marion Wood.

► 30. November/1. Dezember (Donnerstag/Freitag): Speed-Dating: Beratungsstellen zur sexuellen Gesundheit stellen sich den Schülern des Adolph-Kolping-Berufskollegs vor. Eine Kooperation von: Aids-Hilfe, Gesundheitsamt, Pro Familia, Deutsches Rotes Kreuz, Sozialdienst katholischer Frauen und Jugendtreff Track.

► 4. Dezember (Montag), 18.30 Uhr, Mövenpick-Hotel, Kardinal-van-Galen-Ring 65 (18.30 Uhr):

Info-Abend für Menschen mit HIV und ihre Angehörigen zum Thema „Entwicklungen in der Behandlung der HIV-Infektion“, Referent: HIV-Schwerpunktarzt Dr. Stefan Christensen. Teilnehmerzahl begrenzt; Anmeldung erforderlich bei: E-Mail: besting@­aidshilfe.org; ✆ 0251/ 19411; Teilnahme kostenlos.

► 6. Dezember (Mittwoch), 10 bis 16 Uhr,

Aids-Hilfe, Schaumburgstraße 11: Tag der offenen Tür und Regenbogen-Frühstück; Anmeldung nicht erforderlich.

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