Knauf will Decken-und Wandprodukte-Hersteller kaufen
Armstrong-Belegschaft fällt aus allen Wolken

Münster -

200 Beschäftigte von Armstrong wurden jetzt darüber informiert, dass Armstrong an Knauf International verkauft werden soll. Die Übernahme soll im kommenden Jahr erfolgen, vorausgesetzt die Kartellbehörde stimmt zu.

Freitag, 24.11.2017, 08:11 Uhr

Stimmt die Kartellbehörde zu, dann könnte der Standort von Armstrong in Münster im nächsten Jahr unter Knauf firmieren.
Stimmt die Kartellbehörde zu, dann könnte der Standort von Armstrong in Münster im nächsten Jahr unter Knauf firmieren. Foto: Matthias Ahlke

Der Armstrong-Standort in Münster soll verkauft werden, heißt es. 200 Beschäftigte sind davon betroffen. Kaufinteressent soll das Unternehmen Knauf International in Iphofen im Fränkischen sein. Eine Knauf-Sprecherin betont: „Der Kauf der Deckensparte von Armstrong wird erst wirksam, wenn die zuständigen Kartellbehörden in verschiedenen Ländern den Kauf genehmigt haben. Wir gehen davon aus, dass die erforderlichen Genehmigungen frühestens Mitte 2018 vorliegen werden.“

Langfristige Folgen unklar

In dem Kaufvertrag mit Armstrong habe Knauf nach eigenen Angaben zugesagt, dass alle Mitarbeiter von Armstrong bei „Closing“ (Vertragsabschluss) zu unveränderten Bedingungen von Knauf übernommen werden. Welche langfristigen Auswirkungen der Unternehmenskauf auf den Standort Münster haben wird, lässt sich nach Angaben von Knauf gegenwärtig noch nicht abschätzen.

Die Belegschaft von Armstrong fiel aus allen Wolken, als sie von den Verkaufsabsichten erfuhr. Quasi zwischen Tür und Angel sei ihnen diese einschneidende Veränderung innerhalb von zehn Minuten mitgeteilt worden, so ein Beschäftigter. Jetzt würden Zettel am Schwarzen Brett hängen, um die Informationen des derzeit amerikanischen Arbeitgebers zu übersetzen.

330 Millionen US-Dollar

Bei Armstrong selbst hieß es: „Wir können noch nichts sagen.“ Man möge sich auf der Internetseite informieren. Dort steht, dass es eine Vereinbarung über den Verkauf von Armstrong World Industries im Bereich EMEA gebe. Das bedeutet, dass Standorte in Europa, im Mittleren Osten und in Afrika verkauft werden sollen. Die Transaktion soll im Frühjahr des kommenden Jahres abgeschlossen sein, heißt es weiter. Von 330 Millionen US-Dollar ist im Zusammenhang mit dem Verkauf die Rede.

Armstrong existiert seit 1970 an der Robert-Bosch-Straße. Das Unternehmen produziert bei einer Sieben-Tage-Woche rund um die Uhr unter anderem Feuerschutzdecken für Supermärkte. Vom Verkauf betroffen sind neben dem Standort in Münster auch ein Werk in England und eines in Frankreich. Die Belegschaft fragt sich: „Wenn es uns so gut geht, warum wird dann verkauft?“ Die Nachricht sei bei den Mitarbeitern des Indus­trieunternehmens jedenfalls wie eine Bombe eingeschlagen.

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