Maßnahmen gegen „Verkehrschaos“
Radler-Querung vor dem Hauptbahnhof verschwindet

Münster -

Die Stadt plant an der Westseite des Hauptbahnhofs eine Reihe von Veränderungen. Unter anderem soll die Radquerung auf der Bahnhofstraße verschwinden.

Samstag, 25.11.2017, 15:11 Uhr

Die Fahrrad-Querung auf der Bahnhofstraße soll bis zum Frühjahr verschwinden.
Die Fahrrad-Querung auf der Bahnhofstraße soll bis zum Frühjahr verschwinden. Foto: Oliver Werner

Die Verwaltung plant umfangreiche Veränderungen an der Westseite des Hauptbahnhofs. Ziel sei es, die Verkehrssituation zu verbessern, so Stadtbaurat Robin Denstorff im Planungsausschuss. „Aktuell ist die Situation schwierig. So, wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben“, stellte er klar.

So soll unter anderem bis zum Frühjahr die Fahrrad-Querung auf der Bahnhofstraße – zwischen Windthorststraße und Bahnhof-Haupteingang – verschwinden. Radfahrer, die von der Innenstadt kommen, müssen künftig nach rechts auf die Busspur abbiegen, um in Richtung Hamburger Tunnel zu gelangen, berichtete Andreas Thiel vom Stadtplanungsamt.

Bahnhofsvorplatz soll im Frühjahr umgestaltet werden

Weiter soll im Frühjahr der Platz vor dem Hauptbahnhof umgestaltet werden. Für eine Übergangszeit von fünf Jahren soll er gepflastert werden. Sein endgültiges Gesicht wird er erst erhalten, wenn die Projekte auf der Ostseite abgeschlossen sind. Zudem sollen hier weitere Sitzmöglichkeiten und Blumenkübel aufgestellt werden, außerdem ist eine weitere Informations-Stele der Stadtwerke geplant.

Kurzzeitparker-Spur für zwölf Autos

Neben der Hauptpost, in der „kleinen“ Bahnhofstraße, wird eine Kurzzeitparker-Spur für zwölf Pkw eingerichtet (Kiss and Ride). Die Straße wird zu einer Einbahnstraße, die nur noch von der Bahnhofstraße aus erreicht werden kann. Radfahrer dürfen allerdings auch weiterhin in beiden Richtungen durch die „kleine“ Bahnhofstraße fahren.

Lösung für Fahrradchaos gesucht

Vor der Post sind weitere Fahrradständer geplant – allerdings nur einstöckige, wie Thiel betonte. Weitere Radständer sollen zwischen Taxenvorfahrt und Sparda-Bank aufgestellt werden.

 

Wie funktionieren die doppelstöckigen Fahrradständer am Hauptbahnhof?

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  • Rund um den Bahnhof stehen neue doppelstöckige Fahrradständer. Aber wie kommt die Leeze bloß nach oben?

    „Wenn man es erst einmal ausprobiert hat, ist es ganz einfach“, sagt Alexander Nienhaus, der die Doppelstockständer für uns ausprobiert hat.

    Hier ist unsere Bedienungsanleitung:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Erstmal den Träger für das Rad herausziehen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... bis es nicht weiter geht.

    Wichtig: Nur wenn die Schiene vollständig in die Gasse gezogen ist, lässt sie sich herunterklappen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Als nächstes den Träger auf den Boden drücken.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dann das Vorderrad der Leeze unten in die Führung setzen, ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... hochschieben und abschließen. Denn wenn das Rad erst in der oberen Etage steht, kommt man oft nur noch schwer an das Schloss.

    Wichtig: Hier machen manche den Fehler, das Rad von der Seite in das Gestell hieven zu wollen – und das kann bei nicht ganz so leichten Modellen etwas anstrengend sein.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Nun kann man den heruntergedrückten Ständer wieder hochziehen ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... und mitsamt dem Fahrrad nach vorn schieben. Fertig.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Hamburger Tunnel und in Bahnhofsnachbarschaft stehen nun doppelstöckige Fahrradständer. Wer den Anweisungen der Piktogramme an den Ständern folgt, braucht keine große Kraftanstrengung, um das Rad auf den oberen Parkplatz zu bugsieren. Foto: Matthias Ahlke

 

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Auch zu dem derzeit permanent mit Fahrrädern zugestellten Bürgersteig an der Ostseite der Radstation im Bereich der Taxenvorfahrt äußerte sich Thiel. Derzeit würden in der Verwaltung Gespräche laufen, ob man diesen Bürgersteig als Rettungsweg ausweisen kann. In diesem Fall hätte man eine rechtliche Handhabe, die Räder zu entfernen.

Um es klar zu sagen: In diesem Bereich herrscht Anarchie.

Linken-Ratsherr Rüdiger Sagel

Die Mitglieder des Planungsausschusses zeigten sich jedoch wenig überzeugt, dass dieses Maßnahmenpaket das – wie mehrere Mitglieder betonten – „Verkehrschaos“ auf der Bahnhof-Westseite beenden wird. „Um es klar zu sagen: In diesem Bereich herrscht Anarchie“, sagte Linken-Ratsherr Rüdiger Sagel. Er schlug vor, dass sich die Mitglieder des Planungsausschusses zu einem Ortstermin verabreden. Dieser soll nun Anfang des kommenden Jahres stattfinden.

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