Kirche wird saniert
St. Servatii in neuem Glanz

Münster -

Die viermonatige Sanierung der Servatiikirche geht ihrem Ende entgegen. Ab 3. Dezember werden in dem kleinen Gotteshaus wieder Messen gefeiert.

Sonntag, 26.11.2017, 10:11 Uhr

In neuem Glanz erstrahlt die Servatiikirche. Für die Renovierung waren die Architekten Wolfgang Ubbenhorst (2.v.l.) und Melanie Schlüter verantwortlich. Rechts Pfarrer Reinhard Mönninghoff.
In neuem Glanz erstrahlt die Servatiikirche. Für die Renovierung waren die Architekten Wolfgang Ubbenhorst (2.v.l.) und Melanie Schlüter verantwortlich. Rechts Pfarrer Reinhard Mönninghoff. Foto: Oliver Werner

Die Kerzen sind schuld. „Üblicherweise werden Kirchen alle 25 bis 30 Jahre renoviert“, sagt Architekt Wolfgang Ubbenhorst . Doch in St. Servatii an der Klosterstraße wird derzeit zum zweiten Mal innerhalb von nur 16 Jahren gearbeitet. „Allein am Altar brannten Tag für Tag sechs dicke Kerzen“, sagt Ubbenhorst – und weitere im Kirchenraum. Folge: Die erst 2001 gestrichenen Wände waren schnell wieder verrußt. Zudem stieß eine defekte Heizungsanlage Unmengen an Staub aus. Kurzum: Es bestand akuter Handlungsbedarf.

Seit August haben in St. Servatii die Handwerker das Sagen. Das Gotteshaus ist seitdem gesperrt – allerdings nicht mehr lange. Am ersten Advent (3. Dezember) sollen die Arbeiten beendet sein. Ab dann werden hier wieder die tägliche Heilige Messe um 8 Uhr und die Vesper um 17.30 Uhr gefeiert.

Wände und Gewölbe neu gestrichen

Wände und Gewölbe sind inzwischen neu gestrichen worden, die Sandsteinbereiche wurden gereinigt – bis auf ein paar kleine Stellen, an denen man eindrucksvoll den Unterschied zwischen vorher und nachher sehen kann. So deutlich wie lange nicht mehr sind nun auch wieder die zuvor stark verdreckten Schlusssteine an der Decke zu sehen.

Installiert wurden erstmalig LED-Lampen, mit denen das neue Lichtkonzept umgesetzt werden soll. „Die Kirche wird allerdings nicht ihren bisherigen Charakter verlieren“, verspricht Ubbenhorst.

Das gilt auch für ihre Nutzung. St. Servatii ist die einzige Anbetungskirche in der Innenstadt – und das wird sie auch in Zukunft bleiben, unterstreicht Pfarrer Reinhard Mönninghoff. „Hier gibt es weder Hochzeiten noch Taufen, auch keine anderen Sondergottesdienste. St. Servatii ist ein Ort der Stille, eine Oase.“

Ein solcher Ort soll die Kirche auch während des Katholikentages im kommenden Mai sein. „Dann wird sie allerdings bis 22 Uhr für stille Gebete geöffnet sein“, sagt Mönninghoff.

Die Kirchenbänke befinden sich derzeit noch in einem Depot, sie kehren bald ebenso zurück wie der Marienaltar, der aufwendig restauriert wurde. Neu installiert worden ist eine Vitrine mit Reliquien der Seligen Maria Droste zu Vischering.

275 000 Euro kostet die gesamte Sanierung, die Kosten trägt laut Mönninghoff das Bistum.

Die Geschichte von St. Servatii

Die Wurzeln der St.-Servatii-Kirche reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Ende des 15. Jahrhunderts wurde sie um den Chorbau erweitert. Sie ist die kleinste der altmünsterischen Stadtkirchen.

1534, während der Täuferunruhen, wurde auch St. Servatii geschändet und der Westteil völlig zerstört. Bereits drei Jahre später wurde das Gotteshaus wiederhergestellt.

1933 feierte der am Tag zuvor zum Bischof von Münster geweihte spätere Kardinal Clemens August von Galen sein erstes Pontifikalamt in St. Servatii. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche durch Bomben zerstört. Sie musste anschließend fast von Grund auf neu aufgebaut werden. Lediglich eine Säule zwischen Haupt- und Südschiff ist erhalten geblieben.

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