Angeklagter äußert sich beim Prozessauftakt
Sexuelle Gewalt oder Komplott?

Münster -

Kennengelernt hatte der 25-Jährige die beiden Frauen an unterschiedlichen Tagen am Hawerkamp. Beide werfen ihm nun vor, sich an ihnen vergangenen zu haben.

Mittwoch, 20.12.2017, 17:12 Uhr

Vor dem Landgericht Münster muss ich der 25-jähriger Münsteraner seit Mittwoch verantworten.
Vor dem Landgericht Münster muss ich der 25-jähriger Münsteraner seit Mittwoch verantworten. Foto: dpa/Friso Gentsch

Am Landgericht ist am Mittwoch vor der dritten Großen Strafkammer ein Prozess gegen einen 25-jährigen Münsteraner eröffnet worden, dem die Staatsanwaltschaft vorwirft, zwei Frauen in seiner Wohnung zu Beischlaf beziehungsweise beischlafähnlichen Handlungen gezwungen zu haben. Der Mann sitzt seit rund einem halben Jahr in Untersuchungshaft.

In dominanter Weise an den Hals gegriffen

Vor Gericht räumte der strafrechtlich bislang nicht aufgefallene Angeklagte ein, dass es im April und Mai 2017 mit den Frauen zu jeweils einem Treffen in seiner Wohnung gekommen sei. Auch die sexuellen Kontakte habe es gegeben. Im Vergleich zur Anklage zeichnete der Angeklagte am Mittwochmorgen aber ein gänzlich anderes Bild der Vorkommnisse. Zu keiner Zeit habe er Gewalt ausgeübt oder die Frauen zu etwas gezwungen, so seine Sichtweise. Allerdings räumte er ein, den Frauen in dominanter Weise an den Hals gegriffen zu haben: „Kann schon sein, dass ich darauf ein wenig stehe.“

Der Anklage waren dagegen vor allem im ersten Fall Schilderungen zu entnehmen, die Frau habe sich fortwährend gegen den sexuellen Kontakt gewehrt.

Frau unter Drogeneinfluss kennengelernt

Der Verteidiger stellte den Verdacht in den Raum, dass sich die beiden Frauen kennen könnten. Hintergrund: Beide lernte der Angeklagte beim Feiern im Hawerkamp kennen, „beide gehören der Techno-Szene an“, so der Verteidiger.

Die erste Frau, darauf wies der Angeklagte während der Verhandlung hin, habe zum Zeitpunkt des Kennenlernens ersichtlich unter Drogeneinfluss gestanden. Zu dem gemeinsamen Treffen sei es aber erst Tage später gekommen. Die zweite Frau habe ihn bei einer Party angesprochen. Obwohl er angegeben habe, betrunken und müde zu sein, sei sie mit ihm in einem Taxi zu seiner Wohnung gefahren.

In Textnachricht Würgen erwähnt

In einer Textnachricht an einen Bekannten hatte er den zweiten Vorfall kurz erwähnt. Darin war offenbar auch das Wort „gewürgt“ gefallen.

Die Frauen wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Der Prozess wird am 10. Januar fortgesetzt.

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