Gesamtschulbau
Sportverein lässt Muskeln spielen

Münster -

Das juristische Kräftemessen zwischen dem Sportverein Münster 08 und der Stadtverwaltung um die Nutzung eines Geländes neben dem Ostbad geht in die nächste Runde. Der Verein zieht vor das Oberlandesgericht. Der Zeitplan für den Bau der Gesamtschule Münster-Ost gerät unter Druck.

Mittwoch, 10.01.2018, 07:01 Uhr

Bagger haben das Baugelände für die Gesamtschule im Ostviertel schon vorbereitet. Der ambitionierte Zeitplan für den Bau des Großprojekts gerät unter Druck. Auf dem Gelände steht die Karate-Halle des Vereins Shotokan , die die Stadt verlagern will. Dagegen klagt der Sportverein Münster 08.
Bagger haben das Baugelände für die Gesamtschule im Ostviertel schon vorbereitet. Der ambitionierte Zeitplan für den Bau des Großprojekts gerät unter Druck. Auf dem Gelände steht die Karate-Halle des Vereins Shotokan , die die Stadt verlagern will. Dagegen klagt der Sportverein Münster 08. Foto: Werner

Der Bau der neuen Gesamtschule im Ostviertel, das anspruchsvollste und teuerste Bauvorhaben der Stadt Münster seit Jahrzehnten, droht aus dem Takt zu geraten. Ein Rechtsstreit zwischen dem Sportverein Münster 08 und der Verwaltung stört die Realisierung des 50-Millioenen Euro-Projekts. Als nächstes wird sich das Oberlandesgericht Hamm mit der Angelegenheit befassen.

Ursprung des Konflikts zwischen dem Verein 08 und der Stadt ist die wegen des Schulbaus notwendige Verlagerung der Halle des rund 400 Mitglieder starken Vereins Shotokan-Karate. Das Gebäude ist Eigentum des Vereins und steht auf einem städtischen Erbpachtgrundstück auf dem künftigen Schulgelände. Der Neubau der Karate-Halle ist von der Stadt in den Schulbaukosten eingepreist.

Klage eingereicht

Dass die Halle aber auf einem städtischen Gelände am Mauritz-Lindenweg in der Nähe des Ostbades gebaut werden soll, das der Verein Münster 08 nutzt, gefällt dessen Mitgliedern nicht. Nachdem, wie 08-Vizevorsitzender Helmut Mehnert sagt, in „monatelangen ergebnislosen Verhandlungen“ mit der Stadt kein für den Club akzeptables Ergebnis erzielt werden konnte, reichte der Verein im Oktober Klage beim Verwaltungsgericht ein.

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Das sah sich nicht zuständig; entschieden hat am 4. Januar – zunächst über den Eilantrag von Münster 08 – das Landgericht. Es hat den Antrag des Vereins, dass der Stadt untersagt werden möge, Maßnahmen zum Bau der Karate-Halle auf dem fraglichen Gelände einzuleiten, abgewiesen.

Begründung: Der Verein Münster 08 habe viele Monate Zeit gehabt, Klage einzureichen, darum bestehe keine Eilbedürftigkeit, so Gerichtssprecher Dr. Daniel Stenner. Helmut Mehnert sieht darin „lediglich formaljuristische Gründe“ und kündigte am Dienstag an, Beschwerde gegen die Entscheidung beim OLG Hamm einzulegen.

Der Zeitplan wackelt

Unterdessen läuft der Stadt und auch dem Verein Shotokan die Zeit weg: Soll der Zeitplan für den Gesamtschulbau eingehalten werden, muss der Karate-Verein Ende dieses Jahres seine alte Halle räumen. Heimatlos wollen die Karateka aber auf keinen Fall dastehen, wie Vorsitzender Oliver Lich betont. „Wir wollen weiter mit der Stadt konstruktiv zusammenarbeiten“, sagt er. „Ohne eigene Halle“, so fürchtet er, „werden dem Verein aber wohl die Mitglieder weglaufen.“ Das werde er nicht zulassen. Rein rechtlich steht die alte Shotokan-Halle auf sicherem Boden: Der Erbpachtvertrag mit der Stadt läuft bis 2060.

Die Stadt äußere sich zu dem „schwebenden Verfahren“ weiterhin nicht, so Sportamtsleiter Michael Willnath, der für die Verwaltung Stellung nahm. Seine knappe Auskunft: „Wir sind weiter mit den Beteiligten im Gespräch“.

Bau der Gesamtschule im Ostviertel

Die 2016 im Gebäude der früheren Fürstenbergschule gestartete Gesamtschule im Ostviertel auf dem Grundstück der abgerissenen Oberfinanzdirektion wird im Endausbau die größte städtische Schule in Münster mit rund 1600 Schülern. Der Neubau nach dem Entwurf der Ahauser Architekten Farwick und Grote wird in Holzrahmenbauweise erstellt.

Im Sommer 2020 muss das Gebäude fertig sein, um den Betrieb für die sechszügige Schule sicherzustellen. Schulleiterin Birgit Wennighoff macht sich vorerst keine Sorgen: Sie geht davon aus, dass der Zeitplan eingehalten werden kann.

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