Pfarrer Thomas Frings
Von Heilig Kreuz nach Köln-Porz

Köln/Münster -

Sein lautstarker Abschied aus der Gemeinde Heilig-Kreuz sorgte seinerzeit für Schlagzeilen. Nun wurde bekannt, dass der frühere Pfarrer Thomas Frings eine halbe Stelle als Pfarrseelsorger in der Gemeinde St. Maximilian Kolbe in Köln beginnt, die in einem sozialen Brennpunkt liegt.

Dienstag, 09.01.2018, 21:01 Uhr

Thomas Frings arbeitet die nächsten zwei Jahre mit einer halben Stelle in Köln-Porz mit. Nach Gesprächen mit dem Bistum Köln ist ihm die Stelle angeboten worden.
Thomas Frings arbeitet die nächsten zwei Jahre mit einer halben Stelle in Köln-Porz mit. Nach Gesprächen mit dem Bistum Köln ist ihm die Stelle angeboten worden. Foto: Stefan Werding

Größer könnte der Unterschied zu Heilig Kreuz kaum sein. Der frühere münsterische Pfarrer Thomas Frings wird noch in diesem Monat beginnen, als Priester im sozialen Brennpunkt Köln-Porz zu arbeiten. Das hat er am Dienstag bestätigt. Er werde dort für zwei Jahre mit einer halben Stelle in der Pfarrseelsorge als Geistlicher in der Gemeinde St. Maximilian Kolbe beginnen.

Nach Gesprächen mit dem Bistum Köln sei ihm die Stelle angeboten worden. Die Stelle in dem sozialen Brennpunkt sei keine bewusste Entscheidung nach seiner Arbeit in der Stadtgemeinde Hl.-Kreuz gewesen. Nach diesem Engagement sei denkbar, dass er wieder für das Bistum Münster arbeiten und die Kirche bei der Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort vertreten werde.

"Sehr kreativer Priester"

In Gesprächen mit dem Bistum Münster sei ihm die Stelle bei der Landesgartenschau angeboten worden. Abgelehnt habe er lediglich, die Aufgabe als DJK-Präses zu übernehmen. „Das entspricht nun wirklich nicht meinen Charismen“, sagt der Theologe und Kunsthistoriker. Er versteht, dass es für das Bistum schwer ist, „mich einzusetzen, weil man sich an meiner Person und meinen Äußerungen reibt“.

Nach Angaben von Karl Render , dem Leiter der Hauptabteilung „Seelsorge-Personal“ beim Bistum Münster, sei Frings nicht etwa abgeschoben worden. Er habe seine Arbeit bei den Benediktinerinnen als wichtige und wertvolle Aufgabe geschildert. Diesem Wunsch habe Bischof Felix Genn entsprochen. Und „wir konnten die Benediktinerinnen nicht nach hierhin holen, damit er hier bleibt“, sagte Render, der Frings als einen „sehr kreativen Priester“ beschreibt, der „hervorragende Arbeit“ geleistet habe. Render sieht auch keinen Grund, warum Frings im Bistum Münster nicht wieder eine Aufgabe übernehmen könnte.

Mehr zum Thema

Thomas Frings Wendepunkt:  „Ein Ort von großer Stille“

Kritik an Entwicklung kirchlichen Lebens:  Pfarrer Frings verlässt Heilig-Kreuz

Ein Pfarrer stellt die Sinnfrage:  Er ist dann mal weg

...

Nach seinem Abschied aus Münster und einem Jahr in einem niederländischen Kloster ist Frings unter anderem in Dorsten in einer Kirchengemeinde eingesprungen. Im Kloster hat er ein viel beachtetes Buch geschrieben. In „Aus, Amen, Ende?“ hatte er die Situation der katholischen Kirche beschrieben und erklärt, warum er als Pfarrer nicht so weitermachen konnte. Dabei hat er immer betont, dass er weiter für die Kirche arbeiten möchte.

Neben seiner Tätigkeit in Porz wird Frings in dem Benediktinerinnenkloster in Köln-Raderberg mitarbeiten, in dem er lebt. Dort freut er sich über den außergewöhnlich großen Nachwuchs. Von den 25 Schwestern hätten zwei gerade die Profess abgelegt, dazu gebe es vier Novizinnen. Eine neue Kandidatin sei für Ende des Monats angekündigt.

Die Gesichter des Thomas Frings

1/10
  • Pfarrer Thomas Frings nachdenklich bis kämpferisch im Gespräch.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding
  • Pfarrer Thomas Frings nachdenklich bis kämpferisch im Gespräch.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding
  • Pfarrer Thomas Frings nachdenklich bis kämpferisch im Gespräch.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding
  • Pfarrer Thomas Frings nachdenklich bis kämpferisch im Gespräch.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding
  • Pfarrer Thomas Frings nachdenklich bis kämpferisch im Gespräch.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding
  • Pfarrer Thomas Frings nachdenklich bis kämpferisch im Gespräch.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding
  • Pfarrer Thomas Frings nachdenklich bis kämpferisch im Gespräch.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding
  • Pfarrer Thomas Frings nach der Mitteilung, dass er ins Kloster gehen will.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding
  • Pfarrer Thomas Frings bei einer Kunstaktion 2011, als die Kirchenbänke durch Stühle der Gemeindemitglieder ersetzt wurden.

    Foto: Günter Benning / Stefang Werding

Anders als früher seien die Bewerberinnen häufig schon zwischen Anfang 30 und Ende 40, wenn sie ins Kloster kommen. Eine Schwester habe kürzlich ihr zehnjähriges Ordensjubiläum gefeiert – mit 80 Jahren. „Die ist Mutter, Großmutter und Urgroßmutter“, erzählt Frings. Auf dem Gelände des Konvents entstehe zurzeit ein Neubau, der mit Leben gefüllt werden soll. „Wie das geschehen kann, da überlege ich gerne mit“, sagt der 57-Jährige.

Trotz der Schwierigkeiten, eine neue Aufgabe zu finden, bereut Frings seinen Schritt nicht. „Ich habe etwas gemacht, wofür ich mich bewusst entschieden habe.“ Zwar hätte ihn die bundesweite Aufmerksamkeit auf seine „Kurskorrektur“ überrollt, aber er habe gewusst, dass er die Konsequenzen zu tragen habe.

Thomas Frings und Köln

Der ehemalige Pfarrer der Heilig-Kreuz-Gemeinde im Herzen der Stadt Münster hat aus seiner Sympathie zu Köln nie ein Geheimnis gemacht. Der Großneffe des berühmten Kölner Kardinals Joseph Frings, nach dem das „fringsen“ benannt ist, bekam von seiner Gemeinde schon mal eine Fahrt auf einem Karnevalswagen in Köln geschenkt, weil er die jecke Zeit dort besonders genossen hat. Bei Facebook schreibt der gebürtige Niederrheiner aus Kleve, der den rheinischen Akzent nie losgeworden ist, seit wenigen Wochen die „Kleine Kölner Kolumne“. Im Bistum Münster war er unter anderem in Warendorf, Münster-Angelmodde und Münster-Albachten tätig.

...
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5413455?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Tränen fließen schon vor der Trauung
Groß war die Freude bei (v.l.) Dorothee Ostermann, dass sie an der Trauung von Catarina Merz und Sohn Nils Hölting teilnehmen konnte. Ermöglicht haben das der Wünschewagen des ASB und die Helfer (v.r.) Franziska Burlage, Marlies Kogge und Christian Zimpel.
Nachrichten-Ticker