Prozess
Offene Fragen zu Vergewaltigungsvorwürfen

Münster -

Vom Hawerkamp hat ein 25-jährige Münsteraner im letzten Frühjahr zwei Frauen an unterschiedlichen Tagen nach Hause genommen. Beide werfen ihm vor, sich gegen ihren Willen an ihnen vergangenen zu haben. Beim Landgerichtsprozess kam am Mittwoch die Frage auf, ob sich beide Frauen kennen.

Donnerstag, 11.01.2018, 13:01 Uhr

Vor dem Landgericht Münster muss sich ein 25-jähriger Münsteraner verantworten.
Vor dem Landgericht Münster muss sich ein 25-jähriger Münsteraner verantworten. Foto: dpa

Kennen sich die Frauen, die beide von demselben Mann vergewaltigt worden sein sollen? Das war am Mittwoch eine der Fragen im Verfahren am Landgericht um die möglichen Taten eines 25-Jährigen aus Münster. Falls sie sich kennen und gar befreundet sind, könnte das die Vorwürfe etwas infrage stellen.

Der 25-Jährige soll das erste mutmaßliche Opfer – eine 1989 geborene Frau aus Raesfeld – in seiner Wohnung missbraucht haben, nachdem sie von einem Club am Hawerkamp mit dem Taxi zu ihm gefahren waren. Ursprünglich habe sie bloß mit Freunden feiern und dort auch übernachten wollen, hatte die Frau bei der Polizei ausgesagt. Sie habe die Freunde aus den Augen verloren. Guten Glaubens sei sie mit zur Wohnung der neuen Bekanntschaft gefahren, um dort übernachten zu können. Der Beschuldigte behauptet, dass die Frau erst „sehr spät“ zu erkennen gegeben habe, dass sie nichts Körperliches mit ihm wollte. Als er auf dem Bett mit sexuellen Handlungen anfing, verließ sie die Wohnung.

Im anderen Fall hatte der 25-Jährige eine vier Jahre jüngere Frau aus Münster kennengelernt. Beide fuhren an einem Abend ebenfalls vom Hawerkamp zu seiner Wohnung. Es kam zum Intimverkehr. Zwei Tage später habe die Frau ihn der Vergewaltigung bezichtigt, erklärte der Angeklagte bei Gericht. Er wolle nun auch anhand eines Handy-Chats mit der Frau beweisen, dass „der Sex einvernehmlich war“.

Prozessauftakt

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Am Gebäude des Arbeitgebers des Angeklagten waren mit Kreide und Edding-Stift geschriebene Sprüche aufgetaucht wie „Du Vergewaltiger, ich mach‘ Dich kaputt.“ Der Urheber ist unbekannt.

Ein Zeuge erklärte, er habe die Münsteranerin in Begleitung einer Frau gesehen, die der Frau aus Raesfeld ähnlich sehe. Frage des Vorsitzenden Richters: „Waren sie Ihrer Meinung nach gute Freundinnen?“ Der Zeuge: „Ich glaube schon.“

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