„No-Groko“-Stimmen
In Münsters SPD lehnen viele Mitglieder die Neuauflage der großen Koalition ab

Münster -

Die Stimmungslage in der münsterischen SPD zur „Groko“ ist relativ eindeutig – nämlich negativ.

Dienstag, 16.01.2018, 20:01 Uhr

„No-Groko“-Stimmen: In Münsters SPD lehnen viele Mitglieder die Neuauflage der großen Koalition ab
In Münsters SPD ist die Groko eher unbeliebt. Foto: Gunnar A. Pier

Für die übermächtigen „No-Groko“-Stimmen im Chor der Sozialdemokraten gibt Unterbezirksvorsitzender Robert von Olberg den Ton an. Er bekräftigt sein „Nein“ und wird am Sonntag einer der Delegierten sein, die beim Bundesparteitag darüber abstimmen, ob die SPD in Koalitionsverhandlungen mit der CDU /CSU eintreten soll.

Die zweite Delegiertenstimme aus Münster gehört Anneka Beck, Frauenbeauftragte im Unterbezirksvorstand – und privat Robert von Olbergs Ehefrau. In der Groko-Frage ist das Paar auf einer Linie: Das Ergebnis der Sondierung ist von Olberg und Beck aus Sicht der SPD viel zu dürftig.

Mitgliederforum in Münster am Donnerstag

Bevor sie beim Parteitag die Hand gegen die Groko heben, werden sie die Position am Donnerstag bei einem Mitgliederforum in Münster und bei einer Sitzung des SPD-Unterbezirksvorstandes abstimmen.

Dass die Position der SPD Münster ziemlich klar ist weiß auch Philipp Hagemann , SPD-Ratsherr und Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Roxel. Er sagt selbst, „einer der wenigen“ zu sein, die in Münster für eine Neuauflage der Groko plädieren. Erstens aus „nationaler Verantwortung“. Und die Ergebnisse der Sondierungen findet Hagemann „im Detail“ gar nicht schlecht“. „Wir bekämen wieder eine stabile Regierung mit sozialdemokratischer Handschrift“, betont Hagemann und ärgert sich über die Dynamik des „Gejammers, zu dem unsere Partei leider neigt.“ In Hagemanns Ortsverein wurde kürzlich ein Stimmungsbild zur Groko abgefragt: Das Ergebnis sei fifty-fifty gewesen, sagt der Vorsitzende und ergänzt, dass viele Wähler der SPD einer neuen Groko positiv gegenüberständen.

"Ergebnisse nicht akzeptabel"

Stephan Brinktrine ist SPD-Bezirksbürgermeister im Westen, und er stärkt die No-Groko-Fraktion. Für die Wähler der Partei seien die Ergebnisse nicht akzeptabel. Steuerberater Brinktrine blickt vor allem auf den vereinbarten Spitzensteuersatz von 42 Prozent – viel zu niedrig, findet er.

Svenja Schulze, münsterische SPD-Landtagsabgeord-nete, Generalsekretärin der NRW-SPD und zunächst Groko-Gegnerin, sieht mittlerweile „eine Grundlage für weitere Gespräche“, wie sie nun twitterte. Bei den Genossen in der eigenen Stadt stößt sie damit auf wenig Gegenliebe.

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