Pro und Contra
Eingreifen oder der Natur überlassen?

Münster -

Die 100 Jahre alte Buche ist von „Friederike“ irreparabel beschädigt worden. Sollte man Naturdenkmale wie im Sentmaringer Park mit großem Aufwand absichern und erhalten – oder lieber sich selbst überlassen? Ein Pro und Contra.

Sonntag, 28.01.2018, 11:01 Uhr

Pro und Contra: Eingreifen oder der Natur überlassen?
Im Sentmaringer Park ist eine 100 Jahre alte Buche von Sturm „Friederike“ beschädigt worden. Foto: Matthias Ahlke

Pro: Baum Jahre schenken

Um die 100 Jahre ist die stattliche Buche alt. Gut, es gibt Bäume, Eichen vor allem, die deutlich mehr Jahre auf dem Buckel haben. Trotzdem: Man stelle sich – ja, ganz emotional – einmal vor, dieses prächtige Naturdenkmal könnte reden . . .

Alte, große Bäume haben etwas Majestätisches. Sie beruhigen, tun der Seele gut. Darüber hinaus spenden sie Schatten, sorgen für Sauerstoff, schützen vor Lärm, bieten Tieren Unterschlupf und Nahrung. „Ich werde es nicht mehr erleben, dass dort ein ähnlich toller Baum steht, wenn der jetzt gefällt und ein anderer neu angepflanzt wird“, sagte am Donnerstag eine Anwohnerin. So wie ihr wird es vielen Münsteranern gehen, die den Park schon seit Jahren, seit Jahrzehnten kennen – samt der alten Buche mit einem Kronendurchmesser von mehr als 30 Metern. Es ist einfach traurig, dass es diesen Baum nach dem Wutausbruch von „Friederike“ in drei, vier Jahren sowieso nicht mehr geben wird. Doch durch Stützungsmaßnahmen, das prüft die Stadt gerade, ist es vielleicht möglich, der Buche diese Jahre zu schenken – und den Menschen. Machen!

Bettina Laerbusch


Contra:Der Natur überlassen

Natürlich ist es traurig, wenn ein Naturdenkmal wie das im Sentmaringer Park nicht mehr zu retten ist. Natürlich darf nicht leichtfertig mit einem 100 Jahre alten Baum umgegangen werden. Natürlich darf Gewachsenes auch nicht einfach so zerstört werden. Aber wir müssen auch akzeptieren, dass die Natur – und in diesem Fall ein alter Baum – nur begrenzte Überlebenschancen hat.

Insgesamt würde es dem Sentmaringer Park ohnehin guttun, wenn er sich selbst überlassen bliebe. Bäume, die drohen umzustürzen, könnten sicherheitshalber umzäunt werden. Die Anlage an sich könnte sich entfalten. Neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen würden entstehen. Der Wienburgpark in Münsters Norden ist ein gutes Beispiel, wie sich eine Fläche entwickelt, wenn sie nur wenige Eingriffe über sich ergehen lassen muss. Natur pur ist hier angesagt. Die Bürger lieben und nutzen diese weitläufige Anlage, die in allen Jahreszeiten praktisch vor der Tür einen hohen Freizeitwert besitzt. Viel mehr, als wenn es eine akribisch bis auf die letzte Blume gepflegte Parkanlage wäre.

Gabriele Hillmoth

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Orkantief Friederike in Münster

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  • Das Dach eines zur Bahn gehörenden Gebäude ist durch den Sturm schwer beschädigt worden.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Es stürzte teilweise auf die Gleisanlagen im Bereich der Überführungen über die Hafenstraße.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Hafenstraße wurde gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Die Hafenstraße vom Hansaring aus.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Auch am Hafen gab es eine Sperrung. Der Mittelhafen wurde zwischen dem Hafenweg (Höhe Vapiano) und dem Flechtheimspeicher gesperrt.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • Das Dach des Fernwärmespeichers der Stadtwerke hob sich durch die Orkanböen.

    Foto: Jürgen Grimmelt
  • An der Wolbecker Straße stürzte eine Ampel um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An der WLE-Bahnstrecke in Gremmendorf stürzte ein Baum auf die Gleise.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Die Weseler Straße war wegen eines umgekippten Baums zwischenzeitlich nicht befahrbar.

    Foto: Björn Meyer
  • Auf der A1 wurde zwischen Münster-Nord und Greven ein Lkw umgeweht.

    Foto: Katrin Jünemann
  • An vielen Straßen gab es kein Durchkommen.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Stürmischer Donnerstag in Münster: Tief „Friederike“ fegt mit Orkanböen durch die Stadt und richtet einige Schäden an.

    Foto: Oliver Werner
  • An der von-Steuben-Straße...

    Foto: Oliver Werner
  • ...haben sich Blechteile von einem Dach gelöst.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Straße wurde gesperrt.

    Foto: Oliver Werner
  • Von herunterstürzenden Ästen und Dachziegeln ging am Donnerstag Gefahr aus.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Polizei empfahl, „am besten zu Hause zu bleiben“.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Feuerwehr sichert das Dach an der von-Steuben-Straße.

    Foto: Oliver Werner
  • Über 300 Einsätze vermeldete die Polizei bereits am Mittag.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr in NRW wurde wegen des Sturms eingestellt.

    Foto: Oliver Werner
  • Hunderte Reisende strandeten in Münster.

    Foto: Oliver Werner
  • Die meisten Gestrandeten bleiben gelassen.

    Foto: Oliver Werner
  • Zum Teil taten sich Reisende zusammen, um mit dem Taxi weit entfernte Ziele – etwa den Flughafen Düsseldorf – zu erreichen.

    Foto: Oliver Werner
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Sturm-Bilder aus Münster

    Foto: Oliver Werner
  • Waghalsige nutzten die enormen Windstärken...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ...für eine Runde Windsurfen auf dem Aasee.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Ein- und Ausstieg erfolgte über die Treppe bei den 'Giant Pool Balls'.

    Foto: Matthias Ahlke
  • In der Fliednerstraße kippte ein Container um.

    Foto: Oliver Werner
  • am Hauptbahnhof wurden Fahrräder umgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Umgeknickte Schilder

    Foto: Oliver Werner
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • Windsurfen am Aasee

    Foto: Matthias Ahlke
  • "Friederike" zerrte auch an Baugerüsten. Hier wurde eine Plane zerfleddert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Feuerwehr beseitigt einen Baum, der auf die Weseler Straße gestürzt ist.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein Baum fiel auf die Antoniuskirche.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Umgestürzter Baum an der Mecklenbecker Straße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dutzende Bäume stürzten in Münster um.

    Foto: Matthias Ahlke
  • An den Osmo-Hallen 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Ein großes Werbeplakat wurde davongeweht.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Umgehungsstraße

    Foto: Matthias Ahlke
  • Der Deckel einer Litfaßsäule wurde abgeweht.

    Foto: Oliver Werner
  • Auch diese Zweiräder wurden umgeworfen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Uniklinik sperrte den Zugang zu einem Bettenturm.  Alle Mitarbeiter seien angewiesen worden, ihre Dienstgebäude nicht während des Sturms zu verlassen. Untersuchungen und Behandlungen, die es erforderlich machten, Patienten in andere Gebäude zu bringen, seien verschoben worden.

    Foto: Lukas Speckmann
  • Vor der Montessori-Schule an der Soester Straße stürzte ein Baum um.

    Foto: Oliver Werner
  • Ein Baum stürzte auf die Antoniuskirche.

    Foto: Oliver Werner
  • In der Delpstraße im Aaseeviertel stürzte ein Baum auf ein Haus.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Großen Andrang gab es am Hauptbahnhof auf die Busse, die als Schienenersatzverkehr eingesetzt wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Bahnverkehr wurde in NRW am Morgen abgesagt.

    Foto: Oliver Werner
  • Am Nachmittag war klar: Bis zum Betriebsschluss fuhr kein Zug mehr. Am späten Nachmittag waren die Bahnsteige am Hauptbahnhof leer.

    Foto: Oliver Werner
  • An die gestrandeten Fernreisenden hat die Bahn am Hauptbahnhof Taxen- und Hotelgutscheine verteilt.

    Foto: Oliver Werner

 

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