Krankenhaus-Finanzierung
Caritas feuert Breitseite gegen Uniklinik

Münster -

Breitseite gegen die Uniklinik: Die Forderung des münsterischen Uniklinikums nach deutlich mehr Geld vom Land hat den Caritas-Verband für die Diözese Münster massiv verärgert. Es bestehe „ein erhebliches Ungleichgewicht“.

Samstag, 27.01.2018, 12:01 Uhr

Mehr Geld für eine Verbesserung der UKM-Infrastruktur fordert der UKM-Vorstandsvorsitzende – und verärgert damit den Diözesan-Caritasverband.
Mehr Geld für eine Verbesserung der UKM-Infrastruktur fordert der UKM-Vorstandsvorsitzende – und verärgert damit den Diözesan-Caritasverband. Foto: Oliver Werner

Rund zwei Milliarden Euro stelle die Landesregierung in diesem Jahr an Infrastrukturmitteln für die sechs Universitätskliniken in NRW zur Verfügung, wohingegen sich die übrigen 370 Kliniken 530 Millionen Euro teilen müssten, kritisierte am Freitag Klaus Schoch , Caritas-Abteilungsleiter Gesundheitshilfe. Er sieht darin „ein erhebliches Ungleichgewicht“.

Die Kritik – eine Breitseite – richtet sich auch an die Adres­se des UKM-Vorstandsvorsitzenden Prof. Robert Nitsch , der beim Neujahrsempfang Anfang dieser Woche höhere Investitionsmittel verlangt und dies unter anderem mit der „Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum“ begründet hatte. Bei anderer Gelegenheit hatte er diese Forderung mit 400 Millionen Euro für die kommenden zwei Jahre beziffert.

Die Patienten im Umfeld behandeln die Krankenhäuser vor Ort.

Klaus Schoch, Caritas-Abteilungsleiter Gesundheitshilfe

Das Versorgungsargument weist Schoch energisch zurück. Der Auftrag des UKM sei die Maximalversorgung, „die Patienten im Umfeld behandeln die Krankenhäuser vor Ort“. In Zukunft komme es mehr denn je darauf an, unterschiedliche medizinische Bereiche besser zu vernetzen.

„Nicht jedes Krankenhaus muss alles machen”

„Dabei gilt die Aussage: ,Nicht jedes Krankenhaus muss alles machen‘ auch für Maximalversorger wie Universitätskliniken“, so der Abteilungsleiter. Allein im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster versorgen 58 katholische Krankenhäuser jährlich rund 600 000 Patienten.

Begründbar sei die Forderung auch nicht – wie geschehen – mit der kostspieligen Verzahnung von Lehre und Behandlung. Schließlich seien viele katholische Häuser als akademische Lehrkrankenhäuser in die Ausbildung der Ärzte eingebunden.

Natürlich, so Schoch, sei es richtig, „massiv in die Universitätskliniken zu investieren“. Aber dringenden Renovierungs- und Ausbaubedarf gebe es nicht nur dort.

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