Schwertschluckerin im GOP
Missa Blue übt eine gefährliche Kunst aus

Münster -

Die meisten Zuschauer denken, es sei nicht echt. Doch das Schwert, das in Missa Blues Hals verschwindet ist aus Metall. Es faltet sich nicht zusammen – und es reicht bis in den Magen.

Dienstag, 30.01.2018, 10:01 Uhr

Schwertschluckerin im GOP: Missa Blue übt eine gefährliche Kunst aus
Es ist kein Trick: Das Schwert verschwindet fast vollständig in Missa Blue. Für die Künstlerin ist das Schwertschlucken eine große Leidenschaft. Foto: GOP

Das Schwert ist fast einen halben Meter lang. Und wenn Missa Blue auf der Bühne steht, verschwindet es in ihr. Nur der Griff, mit glitzernden Steinchen beklebt, schaut noch aus ihrem Mund heraus. Missa Blue ist Schwertschluckerin – und setzt sich damit einem großen Risiko aus.

Das Schwert ist aus Metall, ein wenig biegsam. Die Klinge ist zwei bis drei Zentimeter breit, stumpf und unten abgerundet. „Sonst wäre es viel zu gefährlich“, sagt Missa Blue. In der neuen Show „Freaks“ am GOP in Münster präsentiert die Schwertschluckerin ihre außergewöhnliche Kunst.

Weitab vom Varieté-Mainstream: Die neue Show „Freaks“ des GOP-Varietés

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Wie alles begann:

Angefangen hat die heute 42-Jährige als Tänzerin. Die Künstlerszene habe es ihr schon immer angetan, sagt die gebürtige Hamburgerin. Als sie für einige Jahre in Amerika gelebt hat, habe sie Artisten kleiner Wanderzirkusse kennengelernt. „Dann ist das mit dem Schwertschlucken einfach so passiert“, sagt Missa Blue. Sie habe einen Schwertschlucker kennengelernt, und sofort sei ihr klar gewesen: „Das will ich auch.“

Einen wirklichen Lehrer hatte sie dafür nicht: „Eigentlich habe ich mir das selbst beigebracht.“ Der Grund dafür: „Es ist eine aussterbende Kunst.“ Auf der ganzen Welt sind noch etwa 150 Männer und nur 20 Frauen als Schwertschlucker registriert. „Und niemand möchte die Verantwortung auf sich nehmen und es anderen beibringen“, sagt Missa Blue. Auch sie lehrt die Kunst nicht. Denn was auf der Bühne spektakulär aussieht, ist vor allem eins: „Sehr gefährlich.“ Doch Missa Blue sagt, sie habe keine Kinder und keinen Ehemann. Sie müsse das größtenteils vor sich selbst verantworten.

„Ich möchte nicht, dass das einfach jeder Zuhause nachmacht“

Das Schwert steckt sich Missa Blue in die Speiseröhre. „Dann geht es Richtung Herz“, erklärt die Künstlerin. Dabei werde das Herz sogar ein bisschen nach links gedrückt. „Aber das ist nicht schlimm“, versichert die 42-Jährige. Bis in den Magen wird ein Schwert dann geschoben – je nachdem wie lang es ist. „Auf dem Magenboden ist Schluss.“

Missa Blue fällt gerne auf, sagt sie auch über sich selbst. Die Kunst des Schwertschluckens hat sie sich selbst beigebracht.

Missa Blue fällt gerne auf, sagt sie auch über sich selbst. Die Kunst des Schwertschluckens hat sie sich selbst beigebracht. Foto: Anna Spliethoff

Um das Messerschlucken zu üben, half der Künstlerin nur eins: „Mund auf, Augen zu.“ Wichtig sei vor allem die richtige Atemtechnik, die Missa Blue aber nicht verraten will: „Ich möchte nicht, dass das einfach jeder Zuhause nachmacht.“

Sie habe auch lernen müssen, den Würge-Reflex zu kontrollieren. „Viel Konzentration und viel Entspannung“ hätten dabei geholfen. Sie hat aber auch festgestellt: „Solange man Angst hat, dabei zu sterben, kann man es nicht lernen.“ Man müsse die Angst nicht nur überwinden, man müsse sie „gänzlich hinter sich lassen“.

Eine gefährliche Kunst

Dass das Messerschlucken eine gefährliche Kunst ist, hat Missa Blue schon selbst erlebt: „Ich hatte ein Loch in der Speiseröhre.“ Noch gut erinnere sie sich an die enormen Schmerzen. Im Krankenhaus sei sie aber „relativ gut“ betreut worden, sagt sie lachend: „Die Ärzte hatten so etwas alle noch nie gesehen. Keiner wusste genau, was zu tun ist.“

Auf die Schwertschluckerin reagieren nicht alle Zuschauer gleich. „Von Begeisterung bis Augen zuhalten ist alles dabei“, hat Missa Blue beobachtet. Viele würden zudem denken, dass es ein Trick sei, dass sich das Schwert zusammenklappe. Doch das tut es bei Missa Blue nicht, es ist echt.

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