„Damit Frauen sicher feiern“
Frauennotruf verteilt Material zum Schutz vor K.o.-Tropfen

Münster -

K.o.-Tropfen und Belästigungen gehören zum Karneval leider noch oft genauso wie bunte Kostüme und Konfetti. Um sich zumindest ein bisschen schützen zu können, verteilt der Frauennotruf wieder kleine Pakete.

Dienstag, 06.02.2018, 21:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 06.02.2018, 21:00 Uhr
Haben die Pakete gepackt (v.l.): Gerlinde Gröger, Lea Goetz und Daniela Stöveken
Haben die Pakete gepackt (v.l.): Gerlinde Gröger, Lea Goetz und Daniela Stöveken Foto: anf

Einmal das Glas aus dem Blick verloren, schon könnten K.o.-Tropfen in das Getränk gelangt sein. Um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, ergreift der Frauennotruf jetzt zu Karneval wieder vermehrt Maßnahmen. „Damit Frauen sicher und gut feiern können“, sagt Gerlinde Gröger, Leiterin des Frauennotrufs in Münster.

Neben der Gefahr durch K.o.-Tropfen stehen auch Belästigung und sexualisierte Gewalt im Zentrum der Arbeit. An Weiberfastnacht (8. Februar) und Rosenmontag (12. Februar) schickt das Team des Frauennotrufs fünf „Partyguides“ in die Innenstadt. „Zum dritten Mal gibt es diese Aktion“, sagt Daniela Stöveken.

"Partyguides" verteilen Präventionsmaterial

Die „Partyguides“ verteilen Informations- und Präventionsmaterial, das in kleinen Tüten an die Frau gebracht wird. Darin ist unter anderem auch ein „Spiky“. „Das ist ein Flaschen-Pfropfen zum Schutz vor K.o.-Tropfen“, sagt Gröger. Den stecke man auf die Flasche. Auch Bierdeckel sind dabei. Gröger: „Damit kann man Gläser abdecken.“

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„Ganz verhindern“ könne man es nie, dass einem K.o.-Tropfen in den Sekt oder das Bier gegeben werden. „Aber man kann zeigen, dass man aufpasst“, sagt Gröger. Mehr als 500 „Partypacks“ werden deshalb im münsterischen Karneval verteilt, wie Lea Goetz sagt. Erkennbar seien die „Partyguides“ an ihrer grün-pinken Kleidung.

Über 40 Kneipen beteiligen sich

In den vergangenen Jahren sei das Angebot gut angenommen worden, sagt Gerlinde Gröger. Das Thema sei für die meisten Frauen nicht fremd: „Belästigung gehört beim Feiern leider dazu.“ Solche Handlungen überschatten oft Feiern, doch das dürfe nicht normal werden.

„Gucken, aufpassen, sich einmischen“, so sagt Gröger, sei vor allem beim Thema Belästigung wichtig. Deshalb werde zu Karneval erneut auf die Kampagne „Luisa ist hier“ hingewiesen. Über 40 Kneipen in Münster beteiligen sich bereits daran. Fühlt sich eine Frau belästigt, kann sie an der Theke nach Luisa fragen. Das Personal wisse dann Bescheid und helfe diskret aus der Situation heraus. „In diesem Jahr ist auch das Deutsche Rote Kreuz beteiligt“, sagt Gröger. „Luisa ist also nicht nur in den Kneipen, sondern auch auf der Straße.“

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