Projekt „Starke Pflege in Münster“
Profession mit sicherer Zukunft

Münster -

Ja, es gebe ihn, den Fachkräftemangel in der Pflege. Und ja, pflegen, das könne nicht jeder, die Anforderungen seien teils hoch. Die Vertreter der Altenpflegeeinrichtungen, die sich an diesem Nachmittag im Luther­haus der Diakonie Münster versammelt haben, sind sich einig, dass die Punkte der Wahrheit entsprechen.

Samstag, 10.02.2018, 14:02 Uhr

Vertreter von 14 stationären sowie ambulanten Altenpflegeanbietern sowie die Johanniter-Akademie, das Jobcenter und die Stadt Münster haben sich zu dem Projekt zusammengeschlossen.
Vertreter von 14 stationären sowie ambulanten Altenpflegeanbietern sowie die Johanniter-Akademie, das Jobcenter und die Stadt Münster haben sich zu dem Projekt zusammengeschlossen. Foto: Björn Meyer

Aber, und das betonen sie, das sei eben auch nur die halbe Wahrheit über den Pflegeberuf. Denn der habe auch sehr viele positive Seiten. Zu Unrecht gelte der Beruf als wenig attraktiv, sind sich die Vertreter der Arbeitgeber sicher.

Um das Positive der Öffentlichkeit besser zu vermitteln, haben sich daher 14 in der Altenpflege tätige Einrichtungen und Institutionen sowie das Jobcenter und die Stadt Münster zusammengetan. „Starke Pflege in Münster – wir können das“ überschreibt das Bündnis seine Projektziele. „Wenn Mitarbeiterbindung gelingen soll, funktioniert das über Wertschätzung. Daher wollen wir sehen, was bereits gut gelingt“, wählt Andrea Lameck von der Konkret Consult Ruhr, einer Gesellschaft für Unternehmens- und Organisationsberatung, die die Ziele der Münsteraner bündelt, bewusst diesen positiven Ansatz.

Doch auch die Vertreter der Arbeitgeber sind sich sicher: „Arbeiten in der Altenpflege, das bedeutet auch hohe Zufriedenheit, hohe Sinnfindung und hohe Ausbildungsvergütung“, wie es Ute Bösing vom Altenheim Marienheim ausdrückt. „Sich für Menschen zu engagieren, das ist eine schöne Aufgabe“, ergänzt Markus Brinkmann vom Altenwohnheim St. Lamberti.

Unterschiedliche Dienstzeitmodelle

Und in der Altenpflege würden noch weitaus mehr Vorteile auf Beschäftigte warten. Nahezu alle Mitarbeiter hätten unterschiedliche Dienstzeitmodelle, heißt es aus der Runde. Dass sei ein Zeichen für die hohe Flexibilität, mit der die Arbeitgeber punkten möchten. Auch der Aspekt von Fort- und Weiterbildung und damit auch der beruflichen Entwicklung sei umfangreich. Dabei sei Altenpflege genau genommen kein Beruf, sondern eine Profession, so Ulla Drewes, Leiterin des Fachseminars für Altenpflege in der Johanniter-Akademie Münster.

Eine Profession, bei der auch auf die Bedürfnisse des Arbeitnehmers zunehmend geachtet werde. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sei dabei sehr wichtig, sind sich die Projektpartner einig. Zudem, auch das ist ein entscheidender Vorteil: „Die Altenpflege hat Zukunft, wir sprechen hier über ein sicheres Berufsfeld“, sagt Dr. Michael Lucas vom Altenzentrum Klarastift.

„Ein sicheres Berufsfeld“

Genau das macht den Anbietern in Münster das Finden von Nachwuchs aber auch schwer. Denn Altenpfleger und Altenpflegerinnen könnten sich ihren Job aussuchen. Und Altenpflegeheime gebe es überall. Daher werde es schwierig, wenn in Münster kein bezahlbarer Wohnraum vorhanden sei, andererseits beim Pendeln ein täglicher Stau drohe, richten die Projektteilnehmer ihre Gedanken Richtung Stadt. Gleichzeitig aber machen sie auch deutlich, dass von der Verwaltung viel Unterstützung im Bezug auf das Vermitteln des Berufsbilds an Schulen ausgehe. Ob die Pflege dann für einen selbst tatsächlich etwas sei, könne man nur auf eine Art herausfinden: „Man muss es einfach ausprobieren, zum Beispiel bei einem Praktikum“, rät Dirk Gödeke vom Altenzentrum St. Clemens.

Projektteilnehmer

Altenheim Friedrichsburg, Altenhilfezentrum St. Clemens, ASB Münsterland, AWO Westliches Westfalen, Caritas, Cohaus-Vendt-Stiftung, Diakonie Münster, DKV-Residenz am Tibusplatz, DRK, Evangelische Perthes-Stiftung, Friederike-Fliedner-Haus, Haus Wilkinghege, Jobcenter, Johanniter Akademie, Klarastift, Residenz Aaseehof, Stadt Münster

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