Pro und Contra
Sollte die Stadt 800.000 Euro in den alten Gasometer stecken?

Münster -

Soll sich die Stadt Münster mit 800.000 Euro an der Herrichtung eines öffentlichen Kletterparks des Alpenvereins auf dem Gelände des alten Gasometers beteiligen? In unserer Redaktion gehen die Meinungen auseinander.

Samstag, 17.02.2018, 13:00 Uhr

Pro und Contra: Sollte die Stadt 800.000 Euro in den alten Gasometer stecken?
Die Pläne, aus dem Gasometer einen Kletterpark zu machen, sind vorerst gescheitert. Foto: Helmut Etzkorn

Pro: Grandioser Gipfelsturm

Schade, dass die Expedition des Alpenvereins Münster gescheitert ist. Die Gipfelstürmer haben ihre Idee abgeblasen, weil sich die Stadt bei diesem Kletterprojekt abgeseilt hat. Es hätte einer Stadt wie Münster, die sich selbst immer wieder als jung und dynamisch bezeichnet, sehr gut zu Gesicht gestanden, wenn sie sich an der Aktion im Gasometer beteiligt hätte. Münster will attraktiv sein – bitteschön, dazu gehört ein passendes Freizeitangebot, das zudem noch viele Besucher aus dem Umland anlocken könnte. Attraktivität ist kein Selbstläufer.

Die Stadt muss aufpassen, dass sie ihre viel gepriesene Attraktivität auch tatsächlich behält. Neben Konzerten und Ausstellungen gehört nämlich mehr dazu. Ein Freizeitpark rund um den Gasometer wäre ein guter Weg. Vielleicht wäre das Gasometer-Projekt ein Fall für eine gemeinsame Initiative von mehreren Vereinen. Der Gasometer in Münster hätte ein sehr gutes Vorbild in Oberhausen, wie sich ein solches Projekt vermarkten ließe. Schade wäre es nur, wenn jetzt das Areal in Münster wieder in seinen Dornröschenschlaf fallen oder abgerissen würde. 

Gabriele Hillmoth


Contra: Lange Wunschliste

Gewiss: Die Absage, die der Alpenverein in dieser Woche formulieren musste, ist schmerzhaft. Aber nicht jede private Initiative, die an finanzielle Grenzen stößt, wird dadurch automatisch zu einem kommunalen Anliegen. Isoliert betrachtet, wäre der Kletterpark sicherlich ein Gewinn. Aber bevor auch dieses Anliegen auf den Wunschzettel gepackt wird, sollte man schauen, was sich dort bereits befindet: Viele Sportvereine hoffen auf einen neuen Kunstrasenplatz, darüber hinaus befinden sich zwei Hallenbäder (Handorf und Südbad) in der Pipeline, wobei sich nicht wenige Münsteraner fragen, ob all das geht.

Ach ja: Der Wunsch nach einem neuen Preußen-Stadion steht im Raum. Jüngst hat das schwarz-gelbe Ratsbündnis – zum Ärger der Fans – beschlossen, dass es für einen Neubau kein Grundstück zur Verfügung stellen wird.

Jeder Versuch, kurzerhand 800 000 Euro für ein neues Projekt lockerzumachen, wäre wie ein Stich ins sportpolitische Wespennest. Eine solche Argumentation ist nicht sexy, hilft aber, den Frieden im Rathaus zu wahren.

Klaus Baumeister

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