Nach Merkels Berufung
CDU setzt auf Münsterland-Minister

Münster -

Zwei Münsterländer sollen Minister werden. Bei Münsters CDU findet dieser Vorschlag der Bundeskanzlerin Zustimmung - aus unterschiedlichen Gründen.

Montag, 26.02.2018, 17:02 Uhr

Nach Merkels Berufung: CDU setzt auf Münsterland-Minister
Zwei Münsterländer sollen Minister werden: Anja Karliczek und Jens Spahn. Foto: dpa

Zwei Münsterländer werden dem neuen Bundeskabinett auf CDU-Seite angehören, sofern die SPD-Mitglieder der großen Koalition mehrheitlich zustimmen sollten. Mit der Berufung von Jens Spahn (Gesundheit) und Anja Karliczek (Bildung und Forschung) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar auch den Nerv der münsterischen CDU getroffen.

„Ich bin glücklich, dass das Münsterland gut und prominent vertreten ist“, erklärt Münsters CDU-Kreisvorsitzende Sybille Benning am Rande des Sonderparteitags ihrer Partei am Montag in Berlin. „Wir sind lange gemeinsam tätig in der Münsterland-Runde“, so die Bundestagsabgeordnete mit Blick auf die Kontakte zu Spahn und Karliczek.

Benning: „ Ich stehe gerne zum Gespräch bereit“

Mit der neuen Bundesministerin für Bildung und Forschung eint Benning der gemeinsame Themenschwerpunkt. Kürzlich erst ist die Roxelerin zur Vize-Vorsitzende des zuständigen Bundestagsausschusses gewählt worden. „Den direkten Draht werde ich weiter pflegen“, so Benning. Zugleich bietet sie der neuen Ministerin ihre Unterstützung an: „Wenn ich Frau Karliczek mit meiner Erfahrung weiterhelfen kann, die ich in den letzten vier Jahren gesammelt habe, stehe ich gerne zum Gespräch bereit.“

Polenz: „Weiblicher und jünger, die Kabinettsmitglieder der CDU“

„Weiblicher und jünger, die Kabinettsmitglieder der CDU“, so kommentiert Münsters CDU-Ehrenvorsitzender und früherer Generalsekretär der Bundespartei, Ruprecht Polenz, die Merkel-Entscheidung im sozialen Internet-Netzwerk Facebook Er freue sich, dass mit Karliczek und Spahn gleich zwei Minister aus dem Münsterland kämen. Gleichwohl bedauert Polenz, dass Hermann Gröhe dem Kabinett nicht mehr angehört. „Er war ein guter Gesundheitsminister.“ Die Entscheidung für den Nachfolger aus Ahaus liege aber nahe, meint Polenz. „Spahn war gesundheitspolitischer Sprecher und acht Jahre im Gesundheitsausschuss.“

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Leschniok: Innerparteilichen Druck nachgegeben

Dagegen glaubt CDU-Ratsherr Stefan Leschniok, der zum konservativen Flügel zählt, dass Merkel mit der Berufung ihres Kritikers Spahn ins Kabinett nur dem innerparteilichen Druck nachgegeben habe. Aber die Entscheidung sei „gut“, betont der Vorsitzende der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung (OMV) Münster. Zugleich präsentiert Leschniok auf seiner Facebook-Seite ein Foto, das ihn Seite an Seite mit Spahn am OMV-Stand beim Landsparteitag 2017 in Münster zeigt.

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Weber: Vorteile für Münster

Aus der gemeinsamen Zeit bei der Jungen Union im Münsterland kennt CDU-Ratsfraktionschef Stefan Weber den designierten Bundesgesundheitsminister. Man habe damals das gemeinsame Interesse verfolgt, die Partei zu verjüngen. „Auch als ich Kreisvorsitzender war, haben wir intensiv zusammengearbeitet.“ Unter Verweis auf die Themenfelder Gesundheit und Bildung betont Weber, es sei von Vorteil, wenn Menschen in Verantwortung kämen, die um die Bedeutung dieser Belange auch für Münster wüssten.

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