Alpenverein plant Kletterzentrum
Klettern an der Coburg

Münster -

Nach dem Aus für ein Kletterzentrum am ehemaligen Stadtwerke-Gasometer hat der 5200 Mitglieder starke Alpenverein Münster nun das DJK-Gelände an der Coburg ins Visier genommen. Kurzfristig soll ein Kletterbogen dort aufgestellt werden.

Montag, 05.03.2018, 20:51 Uhr

So könnte der Kletterbereich Outdoor aussehen, den der Alpenverein auf dem DJK-Gelände an der Coburg plant. Im Mittelpunkt soll ein Kletterbogen stehen, der Turm soll auf der Wiese nördlich des Tartanplatzes positioniert werden.
So könnte der Kletterbereich Outdoor aussehen, den der Alpenverein auf dem DJK-Gelände an der Coburg plant. Im Mittelpunkt soll ein Kletterbogen stehen, der Turm soll auf der Wiese nördlich des Tartanplatzes positioniert werden. Foto: hpe

Nachdem das Projekt „Kletterparadies am Stadtwerke-Gasometer“ aus Kostengründen gescheitert ist, will der in Münster 5200 Mitglieder starke Deutsche Alpenverein nun einen zweiten Anlauf wagen und hat dafür das DJK-Sportzentrum an der Coburg ins Visier genommen. Wie berichtet, werden dort Kapazitäten frei, weil die Sportschule bis Ende des Jahres ihren Beherbergungs- und Lehrbetrieb schließen will.
„Wir könnten uns dort ein DJK-Alpinzentrum gut vorstellen und hoffen auf eine langfristige Partnerschaft mit der DJK“, so Christoph Jöst, zweiter Vorsitzender der Sektion Münster des Alpenvereins.

 700 Quadratmeter Kletterfläche 

Erste Sondierungsgespräche mit dem Sportamt, dem Stadtsportbund und der DJK sind bereits geführt und waren laut Jöst „vielversprechend“. Kurzfristig kann sich der Alpenverein noch in diesem Jahr den Aufbau eines attraktiven Kletterbogens neben der Turnhalle und die Installation einer Kletterwand in der Halle vorstellen.
Der Bogen auf der Wiese nördlich des Tartanplatzes bietet 700 Quadratmeter Kletterfläche und soll 17 Meter hoch sein. Rund 70 verschiedene Routen können begangen werden. „Ein Angebot für unsere Sport­klettergruppen, aber auch für Schul- und Hochschulsportkurse“, so Jöst. Der Verein möchte mit dieser Aktion die Sportstätte an der Coburg erhalten und „noch attraktiver für den Vereinssport machen“, so Jöst.

Wettkampftaugliche Halle geplant

In einem zweiten Schritt will man bis 2020 eine wettkampftaugliche Kletterhalle auf dem jetzigen Tartanplatz bauen. „Auch wenn noch keine Details feststehen und wir im Dezember 2017 erst einmal eine Bauvoranfrage bei der Stadt gestellt haben. Damit hat der Alpenverein seinen Tirolerhut in den Ring geworfen“, meint Jöst. Die rund 300 .000 Euro für den ersten Bauabschnitt (Kletterbogen) will der Verein selbst tragen.
Parallel zu den Plänen an der Coburg prüft der Alpenverein, ob auf dem Areal der Oxford-Kaserne in ­Gievenbeck die Möglichkeit besteht, der Bevölkerung und den Vereinsmitgliedern attraktive Klettermöglichkeiten anzubieten.
Sportamtschef Michael Willnath kennt die Pläne des Alpenvereins. Ob sie sich umsetzen lassen, ist an­gesichts der unklaren Zukunft des Geländes an der DJK-Sportschule allerdings offen. „Im Augenblick werden die Karten neu gemischt, für Entscheidungen ist es noch zu früh“, so Willnath.

Übernahme: Interesse von vielen Seiten

Die Aufgabe der DJK-Sportschule mit dem dazugehörigen Sportgelände ruft die Stadt, aber auch andere Interessenten auf den Plan. „Die Investoren stehen Schlange“, heißt es aus Kreisen der Sportpolitik über das Areal zwischen Grevener Straße und Gasselstiege. Offiziell gibt die Stadt keine Stellungnahme ab. „Eine Übernahme ist völlig unklar, wir haben noch keine Gespräche mit dem Verein DJK geführt“, sagt Sportamtsleiter Michael Willnath.
Die SPD möchte die DJK-Liegenschaft gern für den Sport erhalten. SPD-Ratsfrau Hedwig Liekefedt betonte den Bedarf an Sportflächen in der nördlichen Innenstadt. Das benachbarte Freibad Coburg, ehemals in Trägerschaft der DJK, wird seit einem Jahr von der Stadt geführt. Auch die CDU kann sich eine weitere sportliche Nutzung vorstellen, sagt deren Ratsherr und Sportausschussvorsitzender Andreas Nicklas. Es müsse aber auch die Nutzung für eine Wohnbebauung in Erwägung gezogen werden.
Letzteres ist schon seit Längerem Thema, denn der Verein DJK schwächelt finanziell seit Jahren. Als Problem dabei galt bisher die schwierige Erschließung des Grundstücks. Bisher ist das Gelände nur über die kleine Einfahrt zu Freibad und Sportschule von der Grevener Straße aus zu erreichen. Unzureichend für ein neues kleines Wohngebiet, das dort Platz fände. Unklar ist weiter, ob eine Wohnbebauung über die Gasselstiege angeschlossen werden könnte. Zukunftsplanungen mit Blick auf die Immobilie hängen dem Vernehmen nach auch davon ab, ob die DJK die Vereins-Immobilie verkauft oder in die Insolvenz geht. - Karin Völker

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