Kriminalitätsstatistik für Münster
Münster wird sicherer: Weniger Straftaten, mehr Aufklärung

Münster -

(Aktualisiert) Die Zahl der Straftaten ist im vergangenen Jahr in Münster erneut zurückgegangen. Zugleich klärte die Polizei mehr Straftaten auf. Der Polizeipräsident ist hoch zufrieden.

Mittwoch, 07.03.2018, 18:45 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.03.2018, 11:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 07.03.2018, 18:45 Uhr
Kriminalitätsstatistik für Münster: Münster wird sicherer: Weniger Straftaten, mehr Aufklärung
Foto: Armin Weigel/dpa (Symbolfoto)

Weniger Wohnungseinbrüche, weniger Taschendiebstähle, weniger Fahrraddiebstähle, weniger Straßenkriminalität – und zugleich die höchste Aufklärungsquote der vergangenen zehn Jahre: Bestens gelaunt präsentierte am Mittwoch Polizeipräsident Hajo Kuhlisch die Kriminalstatistik für das Jahr 2017, zumal auch die Gesamtzahl der Straftaten zurückging – von 29.738 auf 29.475 gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum stieg die Aufklärungsquote von 43,7 auf 48,22 Prozent – was Kuhlisch nicht zuletzt auf die Arbeit seiner „sehr hoch motivierten Behörde“ zurückführt.

Kriminalitätsstatistik erweitert
Foto: Oliver Werner/ chr

Beispiel Wohnungseinbrüche: Nach dem Höchststand 2014 (1003 Fälle) registrierte die münsterische Polizei im vergangenen Jahr nur noch 750 Einbrüche. Knapp jeder fünfte Fall konnte aufgeklärt werden. „Bei jedem zweiten Einbruch kamen die Täter gar nicht erst in die Wohnung hinein“, so der Leitende Kriminaldirektor Frank Kaiser. Für ihn ein Beleg, dass die präventiven Maßnahmen der Polizei im nunmehr dritten Jahr in Folge greifen.

Münsters Polizeipräsident Hajo Kuhlisch zur Kriminalitätsstatistik 2017

Beispiel Fahrraddiebstähle: Hier verbuchte die münsterische Polizei im vergangenen Jahr gegenüber dem Vorjahr einen kräftigen Rückgang um 871 auf 4466 Fälle. Unter anderem gelang es den Beamten, mehrere Tatserien aufzuklären. So entdeckten sie im Juli in der Wohnung eines psychisch kranken Mannes Fahrräder und Fahrradteile, die 26 Taten zugeordnet werden konnten. Insgesamt wurden 210 Fahrraddiebe ermittelt.

Auch bei der Gewaltkriminalität registrierte die Polizei weniger Fälle als im Vorjahr. Unter den 801 Delikten befinden sich acht vorsätzliche Tötungsdelikte. Erfolgreich die Bilanz bei den Taschendiebstählen: Nach dem Höchstwert von 2014 (knapp 1500 Fälle) waren es 2017 nur noch 937 Fälle. „Diesen Bereich haben wir befriedet“, so Kaiser.

Es gibt aber auch Bereiche, in denen sich die Situation verschlechtert hat. Die Zahl der Rauschgiftdelikte erreichte mit 1262 einen Zehn-Jahres-Höchstwert. Immerhin: Die Aufklärungsquote lag hier bei 93 Prozent. Und um mehr als 300 auf 1133 Fälle stieg der Waren- und Kreditkartenbetrug. Hinter dieser sperrigen Formulierung verbergen sich unter anderem betrügerische Aktivitäten auf Online-Plattformen wie Ebay.

Die Tatverdächtigen

Die Polizei ermittelte im vergangenen Jahr 9714 Tatverdächtige, darunter vor allem Männer (78,1 Prozent). Die Hälfte der Verdächtigen war bereits früher polizeilich in Erscheinung getreten. Etwa jede siebte Tat wurde unter Alkoholeinfluss begangen. Bei 313 (Vorjahr: 287) Tatverdächtigen handelte es sich um Kinder (sechs bis 14 Jahre), bei 947 um Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre, Vorjahr: 952). 3579 der 9714 Tatverdächtigen waren Nichtdeutsche, das sind in etwa so viele wie in den beiden Jahren zuvor. Die Zahl der nordafrikanischen Tatverdächtigen sank um 54 auf 430 Personen. Sie stellen nach wie vor den größten Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen, gefolgt von serbischen Staatsangehörigen (287) und Syrern (257).

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Der Bahnhof soll sicherer werden

Etwa jede sechste der knapp 29.475 Straftaten ereignete sich im Bahnhofsviertel. Dennoch ist der Bereich für die Polizei kein Kriminalitätsschwerpunkt, betont Polizeipräsident Kuhlisch – sondern ein „beachtenswerter Raum“, den die Polizei sicherer machen will. Damit reagiert sie auch auf die Ergebnisse einer Umfrage. 5700 Fragebögen hatte die Polizei im Quartier verteilt, 2410 wurden zurückgeschickt. 42 Prozent gaben an, sich rund um den Bahnhof eher nicht sicher zu fühlen, etwa die Hälfte hat Angst vor einer Straftat. Unter anderem will die Polizei deutlich mehr Präsenz zeigen.


Gewalt im Partybereich

Ein Tatortschwerpunkt von Körperverletzungen liegt nach Angaben der Polizei in den Partybereichen rund um den Hafen sowie in der Innenstadt, vor allem rund um den Alten Fischmarkt. 2260 Körperverletzungsdelikte registrierte die Polizei insgesamt, im Jahr zuvor waren es 2248. Bei 1654 dieser Straftaten handelte es sich um einfache Körperverletzungen, in 534 Fällen lagen die Voraussetzungen für eine gefährliche Körperverletzung vor. Das heißt, dass zum Beispiel Flaschen, Schlagringe oder Messer im Spiel waren oder mehrere Täter gemeinschaftlich agierten.


Attacken gegen Polizei

80 Polizeibeamte wurden im vergangenen Jahr Opfer einer Körperverletzung, weitere 250 Opfer einer Widerstandshandlung. Im Vergleich zum Vorjahr wurden damit zwölf Polizeibeamte mehr verletzt. Auch Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Feuerwehr wurden 2017 zum Ziel von Angriffen – sieben wurden Opfer einer Körperverletzung, 14 Opfer einer Widerstandshandlung. Obwohl die Polizei bei solchen Straftaten einen Anstieg registrierte, seien Widerstandshandlungen gegen Polizei und Rettungsdienste in Münster „kein Riesenproblem“, betont Kriminaldirektor Frank Kaiser.

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