„Runder Tisch“ der Senioren tagt in Münster
Risiko im Verkehr minimieren

Münster -

Die Verkehrswacht Münster startet Kurse für Senioren, die auf ein Pedelec umsteigen wollen. Für ältere Autofahrer wird ein „begleitetes Fahren“ angeboten.

Donnerstag, 08.03.2018, 10:03 Uhr

Senioren steigen immer häufiger um auf Fahrräder mit elektrischer Pedalunterstützung. Die Chance für eine neue Mobilität im Alter birgt aber auch Risiken. Die Unfallzahlen in Münster steigen, auch deshalb bietet die Verkehrswacht jetzt Pedelec-Kurse für Senioren an.
Senioren steigen immer häufiger um auf Fahrräder mit elektrischer Pedalunterstützung. Die Chance für eine neue Mobilität im Alter birgt aber auch Risiken. Die Unfallzahlen in Münster steigen, auch deshalb bietet die Verkehrswacht jetzt Pedelec-Kurse für Senioren an. Foto: hpe

Pedelecs, also Räder mit elektrischer Pedalunterstützung, sind für Senioren weit mehr als der „eingebaute Rückenwind“ bei schwindender Körperkraft. „Sie geben Bewegungsfreiheit zurück, können aber auch den Fahrer in lebensgefährliche Situationen bringen“, sagt Christoph Becker, Geschäftsführer der Verkehrswacht Münster.

Beim „Runden Tisch“ der Senioren am Mittwoch im Stadtweinhaus stellte Becker gleich zwei Angebote vor, die älteren Verkehrsteilnehmern mehr Sicherheit im hektischen Großstadtverkehr vermitteln können.

Am 6. April startet der erste Pedelec-Kurs auf dem Gelände der Jugendverkehrsschule am Heumannsweg. Auf einem Simulator können Senioren abchecken, wie fit sie noch sind, dann geht es raus auf die Teststrecke. „Viele haben seit ihrer Jugend nicht mehr auf dem Rad gesessen und steigen jetzt im Alter wieder in den Sattel. Das Pedelec ist der Favorit. Geschwindigkeiten werden unterschätzt, und das Reaktionsvermögen ist oft eingeschränkt. Da braucht es Übung“, so Becker. 2016 verunglückten in Münster 17 Pedelec-Fahrer schwer, 2017 waren es schon 40. „Die Zahlen steigen, darum sind unsere kostenlosen Kurse sinnvoll, ehe man auf Tour geht“, meint Becker.

Ein „Renner“ bei den Älteren ist inzwischen das „begleitete Fahren“ für Senioren. 158 Münsteraner zwischen 63 und 91 Jahren nutzten 2017 das neue Angebot der Verkehrswacht. Fahrsicherheitstrainer begleiten die Senioren in ihrem eigenen Auto auf Stadtfahrten und beurteilen die noch vorhandene Fahrtüchtigkeit. „Wir sind nicht die Polizei und haben keine Schere dabei, um den Führerschein zu zerschneiden“, so Volker Pellmann (Verkehrswacht). Weil allerdings alle Autounfälle, an denen über 75-Jährige beteiligt sind, von den Betroffenen selbst verursacht werden, sei die „neutrale Einschätzung der Experten hilfreich“. Der „Runde Tisch“, dem 34 Gruppen angehören, bereitet nun die Wahl der Kommunalen Seniorenvertretung am 28. November vor. Am 20. März ist Seniorentag im Rathaus, am 18. April tritt das Altentheaterensemble auf, und warnt spielerisch vor Trickbetrügern.  

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