Votum für rote Fahrradstraßen
Treue zur GAL geht vor: CDU stimmt trotz vieler Vorbehalte Rotfärbung zu

Münster -

Nicht aus Überzeugung, sondern „aus Gründen der Bündnistreue“ gegenüber den Grünen stimmte die CDU in der Bezirksvertretung Mitte der Rotfärbung von Fahrradstraßen zu. Am Mittwoch geht das Thema in den Rat.

Dienstag, 13.03.2018, 19:03 Uhr

Votum für rote Fahrradstraßen: Treue zur GAL geht vor: CDU stimmt trotz vieler Vorbehalte Rotfärbung zu
Foto: colourbox.de

Münsters CDU kuscht weiter vor den Grünen. Die sechs CDU-Vertreter in der Bezirksvertretung Mitte stimmten am Dienstagabend dem Plan der Stadtverwaltung, Fahrradstraßen für gut fünf Millionen Euro rot zu markieren, gemeinsam mit der GAL-Fraktion zu. Aber nicht aus Überzeugung, sondern „aus Gründen der Bündnistreue“ gegenüber den Grünen zu, wie der CDU-Vertreter Dr. Linus Tepe erklärte.

Inhaltlich, so Tepe weiter, habe seine Fraktion ein „Magengrummeln“. Man teile einige der gegen das Vorhaben vorgetragenen Kritikpunkte.

Reichlich Kritik kam in der Aussprache von SPD und FDP, die auch den Beschlussvorschlag ablehnten. Marita Otte erklärte für die SPD, dass rote Markierungen punktuell sehr wohl die Sicherheit für Radler erhöhen könnten. 22 Straßen komplett zu markieren, sei aber nicht sinnvoll, zumal keine überzeugende „Planung des Radwegesystems“ vorliege.

"Gesamtstädtische Interessen“ im Blick

Bernd Mayweg von der FDP meinte sogar im Hinblick auf das Finanzgebaren von Grünen und CDU in Münster: „Das Geld liegt auf der Straße.“

Speziell der CDU-Ratsfraktion, die am Mittwoch (14.3.) mit den Grünen in letzter Instanz für rote Fahrradstraßen stimmen möchte, warf Mayweg „Respektlosigkeit“ im Umgang mit der CDU in den Bezirksvertretungen vor, die vielfach gegen das Konzept stimmte.

Thomas Marczinkowski hielt dem für die Grünen entgegen, dass die Ratsfraktionen „die gesamtstädtischen Interessen“ im Blick hätten, wenn sie die Bezirksvertretungen überstimmen würden. Otte erwiderte, dass in anderen Zusammenhängen sehr wohl die Bezirksvertretungen über Fahrradstraßen zu entscheiden hätten.

Die Grüne Silke Rommel übernahm es, das inhaltliche Plädoyer für die Rotmarkierung zu formulieren. In den Niederlanden habe sich die rote Färbung bewährt, um Autofahrer, die Fahrradstraßen benutzen, stärker zu sensibilisieren. Eine „falsche Bescheidenheit“ sei fehl am Platz, wenn es um den Radverkehr in Münster gehe. Bislang existiere für Radler auf Fahrradstraßen nur eine „Scheinsicherheit“.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5589512?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
In Münster liegen noch Tausende Bomben im Boden
Vermehrte Bautätigkeit sorgt unter anderem dafür, dass in den vergangenen Jahren wieder zunehmend Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg aufgetaucht sind.
Nachrichten-Ticker