Heimatkongress in Münster
Heimat zwischen Tradition und Moderne

Münster -

Über 500 Teilnehmer – und Heino: Beim ersten Heimatkongress in NRW haben am Samstag Vertreter von Vereinen und Verbänden in Münster über die Bedeutung von Heimat diskutiert. „Die Ikone der Volksmusik“ wird künftig in einer neuen Funktion auftreten.

Sonntag, 18.03.2018, 12:03 Uhr

Sänger Heino und seine Fans
Sänger Heino und seine Fans: Manch einer ließ sich zusammen mit dem Schlagerbarden fotografieren. Foto: Wilfried Gerharz

Über fünf Stunden haben sich am Samstag mehr als 500 Vertreter von Heimatvereinen und vergleichbaren Initiativen und Organisationen in Münster zu einem Kongress getroffen, um ihr Engagement zu diskutieren, sich auszutauschen, voneinander zu erfahren, zu lernen und sich stärker zu vernetzen.
Die unsichtbaren Wurzeln eines Menschen böten ihm Halt, Orientierung und Überschaubarkeit in einer zusehends unübersichtlich gewordenen Welt, sagte Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU).
Das Treffen stand unter dem Motto „Heimat.Zukunft. Nordrhein-Westfalen“ und sollte die Arbeit der 900 Vereine und ihrer 160 000 Mitglieder würdigen und deren Vernetzung dienen. Wichtig sei aber auch, „nicht nur in den Rückspiegel zu gucken“, erklärte der Vorsitzende des Westfälischen Heimatbundes, Matthias Löb. Denn nur so sei der fremdelnde Umgang mit dem Thema Heimat in das zu überführen, was er ei­gentlich sein sollte: völlig normal.
Überraschungsgast der Tagung war Heino. Der 79 Jahre alte Sänger aus Bad Münstereifel wird sich künftig als einer von über 40 Heimatbotschaftern engagie­ren. „Die Ikone der Volksmusik“, wie ihn Moderator Dr. Norbert Tiemann, Chefre­dakteur un­serer Zeitung, ankündigte, sang zwar nicht, warb aber für das deutsche Liedgut, „weil das ja auch immer ein Stück Heimat ist“.

Heimatkongress in Münster

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Heimat ist etwas sehr individuelles

Heimat, das war eine Quintessenz der Veranstaltung, ist nie statisch, sondern „immer individuell“, betonte Scharrenbach. Darum verzichtet ihr Ministerium auch bewusst auf eine Definition. Denn wer den Begriff festlegt, grenze aus, nicht ein. Und letztlich sei „Heimat für alle da.“ „Heimat“ sei ein Wort für „die Sehnsucht nach dem Verlorenen“, erklärte Schriftsteller Burkhard Spinnen.
Und Heimat, und vor allem das, was in ihrem Namen geschieht, ist viel bunter, zukunftsorientierter, jünger und vor allem lebendiger, als man meint, wenn man gemeinhin an Heimatvereine denkt. Das war die zweite Lektion dieses Tages.
In Foren und Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer über Nachwuchssorgen, die Integration von Flüchtlingen oder das Verhältnis von Heimat und Europa.
Heimat, das machte auch die Ministerin deutlich, ist kein Thema aus der oder für die Mottenkiste. Scharrenbach will durch verstärkte Social-Media-Aktivitäten und die Entwicklung einer Heimat-App zur Schaffung eines modernen Heimat-Verständnisses beitragen.
Für die Gestaltung von Heimat in NRW stellt ihr Haus 113 Millionen Eu­ro zur Verfügung. Förderanträge sollen ab Sommer gestellt werden können.

Heimat kein Thema aus der Klamottenkiste der Geschichte

Es war Matthias Löb, der am Ende ein paar Tropfen Wasser in den Wein goss, indem er eine stärkere Einbindung der Arbeitsebene in die an sich guten Pläne und Ansätze des Ministeriums forderte.
„Wir wollen nicht nur Stichwortgeber sein“, sagte er am Rande der Veranstaltung. Aus seiner Sicht müssten die Heimatvereine, oder zumindest ih­re Dachorganisationen, „als Partner auf Augenhöhe“ eingebunden werden. „Da hätte ich mir gewünscht, dass wir mehr gefragt werden“, sagte er. Damit die neue Heimatbegeisterung mehr wird als nur ein Strohfeuer.

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