Aufteilung des Straßenraumes
Verkehrsdebatte über die Hammer Straße

Münster -

Der Tag, an dem der Radverkehr zur Chefsache im Rathaus wurde, lässt sich genau benennen: Es war der 12. Juni 2015. An diesem Tag verkündeten Oberbürgermeister Markus Lewe und der (inzwischen ausgeschiedene) Stadtdirektor Hartwig Schultheiß bei einem viel besuchten Bürgersymposion, dass sie bis 2025 den Anteil des Radverkehrs in Münster von 40 auf 50 Prozent steigern wollen.

Montag, 19.03.2018, 20:03 Uhr

Trotz der intensiven Verkehrsdebatte sieht der neue Radweg an der Hammer Straße (fast) genauso aus wie der alte.
Trotz der intensiven Verkehrsdebatte sieht der neue Radweg an der Hammer Straße (fast) genauso aus wie der alte. Foto: kb

Im Kreis der 150 Teilnehmer wurde auch gleich die Konfliktlinie benannt: „Früher ging die Förderung des Radverkehrs zu Lasten der Fußgänger, künftig muss sie zu Lasten des Autoverkehrs gehen.“

Als symbolträchtige Kristallisationspunkte dieses Konfliktes gelten inzwischen die Hammer Straße und die Wolbecker Straße. Hier knubbeln sich die Radlermassen, hier wird der Ruf nach breiteren Radwegen besonders laut.

An der Hammer Straße wird derzeit ein neuer Radweg gebaut. Und siehe da, er sieht aus, als habe es dieses spektakuläre Bürgersymposion 2015 gar nicht gegeben.

Eine andere Aufteilung des Straßenraumes sei nicht geplant

Der städtische Tiefbauamtsleiter Michael Grimm geht davon aus, dass die Ausbaupläne rund 20 Jahre alt sind. Sukzessive würde man sie umsetzen, je nachdem, wo gerade schadhafte Stellen anzutreffen seien. Neuere Pläne, die andere Aufteilung des Straßenraumes zum Inhalt hätten, „liegen mir nicht vor. Mir ist auch nicht bekannt, dass dies für die nächsten Jahre geplant ist“.

FDP-Fraktionschefin Carola Möllemann-Appelhof steht wahrlich nicht in dem Verdacht, eine leidenschaftliche Befürworterin besonders breiter Fahrradwege zu sein. Sie beklagt aber massiv das Problem, das hier zum Vorschein komme: „Der politische Diskurs in Münster und das Handeln der Stadtverwaltung gehen komplett getrennte Wege.“

Das Thema beschäftigt die Politik

Auch SPD-Fraktionschef Dr. Michael Jung kritisiert die mangelnde Fähigkeit der Stadtspitze, „Prozesse zu synchronisieren“. Während man auf einer theoretischen Ebene immer neue Radverkehrspläne vorstelle, werde auf der praktischen Ebene der Ist-Zustand „mal kurz für die nächsten 20 Jahre festgeschrieben“.

Das Thema treibt auch das schwarz-grüne Ratsbündnis um, ist zu hören. Während aus CDU-Kreisen kolportiert wird, dass die Stadtverwaltung die Sanierung der Hammer Straße mit „einer besonderen Dringlichkeit“ vorangetrieben habe, argwöhnen die Grünen, dass Oberbürgermeister Lewe nichts unternehme, um die politisch mit der CDU vereinbarte Verkehrswende in die Amtsstuben zu tragen.

Amtsleiter Grimm will sich nicht in verkehrspolitische Fragen einmischen. Er bleibt bei den Fakten: „Wir bauen an der Hammer Straße auf der Basis der aktuellen Beschlusslage.“ Will sagen: Wer was anderes will, muss auch was anderes beschließen.

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