Leserführung bei Kösters
Hinter den Kulissen des Prinzipalmarkts: Fahnenzauber und Rundgewölbe

Münster -

Spannende Blicke hinter die Kulissen des Hauses der Wohnkultur Kösters durften Leser bei einer Führung im Rahmen der Prinzipalmarkt-Serie unserer Zeitung werfen. Es ging vom Keller mit denkmalgeschütztem Rundgewölbe bis unters Spitzdach.

Freitag, 23.03.2018, 08:00 Uhr

Unter dem Spitzgiebel zeigt Inhaber Jan Eismann (l.) den Gästen der Leser-Führung auch die Vorrichtungen für die riesige Fahne, die bei besonderen Anlässen durch das kleine Giebelfenster geschoben und hoch oben über dem Prinzipalmarkt befestigt wird.
Unter dem Spitzgiebel zeigt Inhaber Jan Eismann (l.) den Gästen der Leser-Führung auch die Vorrichtungen für die riesige Fahne, die bei besonderen Anlässen durch das kleine Giebelfenster geschoben und hoch oben über dem Prinzipalmarkt befestigt wird. Foto: Oliver Werner

Im Gänsemarsch geht es über steile Treppen in dem verwinkelten Prinzipalmarkthaus bis unter das Dach mit grandiosem Blick auf das zum Greifen nahe Hauptportal von St. Lamberti. Die Leser unserer Zeitung, die im Geschäftshaus Kösters in den Genuss der ersten exklusiven Führung im Rahmen der Prinzipalmarkt-Serie kommen, zücken ihre Handys. „Ein wunderbares Motiv, ein solches Bild bekomme ich nie wieder“, sagt Dirk Bövingloh.

Und Leserin Heike Kirchhoff lässt in ihrer Begeisterung gleich die Fantasie spielen. „Was für ein herrlicher Ort für ein kleines Café, eine Bar oder für Events.“ Hausherr Jan Eismann, der in vierter Generation das im Jahre 1891 gegründete Familienunternehmen Kösters führt, freut die Begeisterung für Haus und Historie. „Ich bin selbst immer etwas aufgeregt“, gesteht er ein, wenn der Fahnenmast bei besonderen Anlässen am Prinzipalmarkt per Hand durch das kleine First-Fenster gewuchtet werden muss. „Unten steht immer ein Zweiter mit Sicherungsleine.“

Sämtliche Warenlieferungen werden in dem verwinkelten Gebäude, das der Familie Kösters seit den 30er-Jahren gehört, mit einem Lastenaufzug aus dem Jahr 1966 transportiert. Eine Herausforderung dabei: „Es fehlen zwei Zentimeter, um Europaletten zu befördern“, sagt Eismann. Also wird jedes Mal mühselig umgeschichtet. Lagerflächen gibt es im zweiten Stock und im historischen Keller. Eine Überraschung, erzählt Eismann, gab es 2010 bei der Kellersanierung, als unter altem Putz ein gemauertes Rundgewölbe zutage kam, das die Denkmalschützer auf den Plan rief. Ein Spezial-Sanierputz soll nun Salze aus dem Gemäuer ziehen.

Hinter den Kulissen von Kösters am Prinzipalmarkt

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  • Unter den Bögen spricht Inhaber Jan Eismann über die beiden Giebel der Prinzipalmarkt-Häuser Nummer 45 und 46, die 1910 vereint wurden.

    Foto: Oliver Werner
  • Geschäftsführer Jan Eismann spricht über die Kooperation mit namhaften Porzellan-Manufakturen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Gäste werden durch das 2016 großzügig umgebaute Parterre geführt.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Leser bei der Führung durch die Ausstellung.

    Foto: Oliver Werner
  • Nach dem Blick in die Verkaufräume...

    Foto: Oliver Werner
  • ...öffnete Inhaber Jan Eisman auch die Türen zu verborgenen Räumen.

    Foto: Oliver Werner
  • Inspektion des Lagers.

    Foto: Oliver Werner
  • Bunte Porzellan-Serien sind alphabetisch nach Farben sortiert.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Lastenaufzug aus den 60-er Jahren ist zwei Zentimeter zu schmal für den Transport von Europaletten.

    Foto: Oliver Werner
  • Schilder aus alten Zeiten schmücken die Wände im Lager.

    Foto: Oliver Werner
  • Unter Sanierputz verbirgt sich das denkmalgeschützte gemauerte Rundgewölbe.

    Foto: Oliver Werner
  • Unter dem Spitzdach erklärt Jan Eismann die Vorrichtung zum Befestigen der riesigen Fahne, die bei feierlichen Anlässen draußen über dem Prinzipalmarkt hängt.

    Foto: Oliver Werner
  • Umtrunk zum Abschluss in der Showküche.

    Foto: Oliver Werner

Beim Schreiten durch die schmalen Gänge und über Treppen, bei denen Hochgewachsene den Kopf einziehen, wird den Besuchern klar, warum es mitunter etwas dauert, wenn Mitarbeiter auf Kundenwunsch Porzellan renommierter deutscher und europäischer Porzellanmanufakturen aus dem Lager holen. Die Farben sind hier übrigens alphabetisch geordnet – „von apfelgrün bis zimtfarben“. Weiter geht es an den Porträts der Firmengründer Willi und Antonia Kösters vorbei. Sie konzentrierten sich nach dem Wiederaufbau des im Krieg zerstörten Hauses darauf, die Menschen wieder mit Geschirr auszustatten.

Das Ursprungshaus wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Kramer, Perückenmacher, Kunstdrechsler, Schneidermeister und eine Dampfkaffee-Rösterei (Anfang des 20. Jahrhunderts) wechselten als Besitzer, bis das Haus 1910 mit dem Nachbarhaus Prinzipalmarkt 46 vereint wurde.

Ungewöhnliche Perspektiven auf den Prinzipalmarkt

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  • So kennen wir den Prinzipalmarkt: Arkaden, Giebel und heimelige Beleuchtung. Doch wir wagen einen Blick auf die unbekannten Seiten von Münsters „guter Stube“.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Rückseite der repräsentativen Giebelfront der Prinzipalmarkt-Häuser schließen sich Lager- und Verkaufsräume an, die über Flachdächer miteinander verbunden sind. Manche Häuser mit zwei Giebeln an Münsters Guter Stube verjüngen sich wegen der tortenförmig gestalteten Grundstücke zu einem Giebel an der Rückseite. Bei exklusiven Führungen im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie können Leser auch den Turm von St. Lamberti aus ungewöhnlicher Perspektive sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Apropos Lambertikirche: Die sah 1870 noch ganz anders aus.

    Foto: Friedrich Hundt
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die zerstörten Häuser am Prinzipalmarkt nach strengen Vorgaben wiederhergestellt.

    Foto: Stadt Münster/Sammlung Stadtarchiv
  • Hinter den prächtigen Prinzipalmarkt-Giebeln verbergen sich einige Geheimnisse.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Thomas Zumnorde klettert in einem Schacht, der auf den Bürgersteig des Prinzipalmarkts führt.

    Foto: hö
  • Bei den exklusiven Führungen bekommen unsere Leser beispielsweise einen Einblick in die Werkstatt bei Juwelier Osthues.

    Foto: hö
  • Um Karten für die Führungen zu gewinnen, müssen ab dem 10. März Bilderrätsel gelöst werden.

    Foto: Matthias Ahlke

Porzellan, Gläser, Wohnaccessoires und Kunstgewerbe werden seit 1974 nach einer Erweiterung im ersten Stock auch auf einer angemieteten Fläche im Nachbarhaus über dem Juwelier Rüschenbeck angeboten. Wert wird laut Eismann auf Handgefertigtes gelegt – beispielsweise von königlichen Porzellanmanufakturen aus Berlin oder Kopenhagen. Die Gäste machen zum Abschluss in der Showküche die Probe aufs Exempel und genießen Wein aus mundgeblasenen Gläsern und Schaumwein aus mit Poliergold ausgekleideten Porzellankelchen.

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