Fahrzeug fährt in Menschenmenge
Tote und Verletzte nach Anschlag

Münster -

(Aktualisiert: 16.55 Uhr) Drei Menschen sind in Münsters Altstadt ums Leben gekommen, als am Samstagnachmittag ein Wagen in eine Menschenmenge gefahren ist. Der Polizei zufolge ist einer der Toten der Fahrer des Wagens.

Samstag, 07.04.2018, 15:04 Uhr

Fahrzeug fährt in Menschenmenge: Tote und Verletzte nach Anschlag
Das Gebiet rund um den Kiepenkerl in Münsters Altstadt ist abgeriegelt. Rettungskräfte kümmerten sich auf den Bürgersteigen um die Verletzten. Foto: Oliver Werner

Offiziell gibt es bislang kaum polizeiliche Verlautbarungen, aber die Behörden gehen offenbar von einem Anschlag aus: Laut Polizei Münster ereignete sich um 15.27 Uhr der Anschlag. Ein VW Bulli fuhr über den Drubbel in Richtung Prinzipalmarkt, bog dann mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Kiepenkerl ab. Dort raste der Wagen in die vor dem Großen Kiepenkerl aufgestellten Plätze. Es soll drei oder vier Tote geben, sechs Schwerverletzte. Die Verletzten werden zurzeit in münsterische Kliniken gebracht und dort behandelt. Der Täter hat sich erschossen. Im Moment wird laut Polizei geprüft, ob es weitere Tatbeteiligte gegeben hat. 

Die Einsatzkräfte sammeln sich am Theater. In den VW Bulli soll sich eine größere Menge Sprengstoff befinden, Spezialkräfte sind vor Ort und wollen den Sprengstoff entschärfen. Ob es sich um einen Terroranschlag handelt, ist unsicher

Im Kiepenkerl-Viertel herrschte bei strahlendem Vorsommerwetter reger Betrieb. Die Menschen nutzten den ersten warmen Tag dazu, ihre Zeit draußen vor den Gasthäusern zu verbringen, zu Mittag zu essen oder auch ein Glas Wein zu trinken. In diese Idylle hinein raste nach Zeugenaussagen der Kleinlaster aus Richtung Innenstadt kommend mit hoher Geschwindigkeit. Unter den Passanten brach eine Panik aus. Polizeikräfte waren sehr schnell an Ort und Stelle, weil sie eigentlich in der City eine Kurden-Demonstration begleiten sollten. Sie wurden nach dem Unglück sofort abgezogen und in die Altstadt beordert.

Tote und Verletzte nach Anschlag am Kiepenkerl

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  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: privat
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Menschen stehen vor den Gaststätten Kiepenkerl, kurz nachdem ein Fahrzeug in das Straßencafe gefahren war. Foto: Stefan R./dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Polizisten stehen an der Ecke Theißingstraße/Zumbroockstraße. In Münster sind am Samstag mehrere Menschen gestorben, als ein Auto in eine Menschenmenge fuhr. Foto: Ina Fassbender/dpa
  • Foto: David Young/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Am Abend nach der Bluttat in Münster versammelten sich Menschen am Aasee und entzündeten Kerzen. Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steinfurter Straße

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner, Gunnar A. Pier, dpa
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steinfurter Straße

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem Rathaus, Blick aus Richtung Domplatz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem Rathaus, Blick aus Richtung Domplatz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Absperrung vor dem Dom.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Björn Meyer
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Am Samstagabend hatten Münsteraner ein Treffen am Aasee anberaumt, um an den Aaseekugeln für alle Betroffenen des Anschlags Kerzen zu entzünden.

    Foto: Anne Koslowski

Rettungskräfte kümmerten sich um die Verletzten. Schwer Verletzte wurden durch die Domgasse bei Holstein abtransportiert, leicht Verletzte wurden an Ort und Stelle mit Wasser versorgt und in Sicherheit gebracht. Andere Verletzte wurden auf den Bürgersteigen versorgt. "Die Gesamtzahl der Betroffenen liegt bei ungefähr 50", sagte ein Pressesprecher der Feuerwehr. 

Mehrere Rettungshubschrauber aus dem Umland sind beordert worden und sollen auf dem Schlossplatz landen. Die Verletzten werden von der Neubrückenstraße, in der eine Ladezone eingerichtet wurde, in Krankenwagen versorgt beziehungsweise in Krankenhäuser und zu den Hubschraubern gebracht. Die Innenstadt ist ab der Lambertikirche gesperrt. Es ist mit einer mehrstündigen Sperrung zu rechnen. Die Geschäfte werden wohl schließen, da kein Publikumsverkehr zu erwarten ist.

Münsters Kiepenkerlviertel ist kein Platz für die großen internationalen und nationalen Filialisten, hier gibt es vielmehr wirklich außergewöhnliche Läden, die es sonst in Münster nirgends gibt: ein Fachgeschäft für luxuriöse Naturkosmetik, ein Kunst- und Architektur-Buchladen, einer der nur noch wenigen Messerschmiedemeister Deutschlands, ein Kaufhaus nur für Spielzeug und andere Kindersachen, ein Delikatessengeschäft, das regelmäßig im "Feinschmecker" ausgezeichnet wird. Auch die großen Namen zeitgenössischer Kunst und modernen Designs sind im Viertel zuhause: vom Brandstore von Vitra über Bang & Olufsen bis zum Showroom von Bulthaup.

Hier ist alles eben ein bisschen individueller, ein kreatives Shoppingrevier. Hier lässt es sich nicht nur gut einkaufen, viele traditionsreiche Gasthäuser und die besten Eisdielen der Stadt laden zum Verweilen ein. Das Kiepenkerlviertel ist ein Anziehungspunkt für viele Münsteraner, Münsterländer und Touristen. So auch am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein. Diese Idylle wurde durch den mutmaßlichen terroristischen Anschlag in ein Blutbad verwandelt.

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