Bluttat in Münster
Eine Stadt im Schockzustand

Münster -

Schock, Trauer, Wut: Nach der Bluttat mit drei Toten und vielen Verletzten in Münster am Samstagnachmittag herrscht Fassungslosigkeit bei den Münsteranern, wie die Reaktionen zeigen. 

Samstag, 07.04.2018, 20:04 Uhr

Bluttat in Münster: Eine Stadt im Schockzustand
Polizisten sperrten den Tatort im Kiepenkerl-Viertel weiträumig ab. Foto: Oliver Werner

Es ist gegen 18 Uhr als viele Menschen die Hammer Straße stadtauswärts gehen. Alle gucken auf ihre Smartphones, versuchen Informationen zu bekommen. "Die Polizei hat uns aus der Stadt geschickt", sagt ein junger Mann. Eine junge Frau weint. "Ich habe bis vor kurzem im Studentinnen-Wohnheim gleich am Kiepenkerlplatz gewohnt", sagt sie geschockt.

Eine Mitarbeiterin des Kinderkaufhauses Mukk ist mit dem Fahrrad auf dem Heimweg. "Es war kurz nach vier, als wir mitbekamen. dass viele Rettungswagen und Polizei unterwegs war", erzählt sie. Gegen halb fünf seien alle Mitarbeiter nach Hause geschickt worden. Alle Läden in der Innenstadt sind am späten Nachmittag geschlossen, es herrscht gespenstische Leere.

Zigarre zur Beruhigung

Die Gäste des Hotels H4 wurden angewiesen, das Hotel nicht zu verlassen, der Stubengassenplatz ist leer. Ebenso wie die vielen Hundert Stühle vor dem Stadthaus 1. Dort sitzen nur noch ein paar Mitarbeiter, die jetzt auch nichts mehr zu tun haben. Alfons Beckmann, der an der Klemensstraße wohnt, sitzt auf einer Bank an der Bushaltestelle und hat sich eine Zigarre angesteckt. Zur Beruhigung. Auch er ist entsetzt. "Und der Katholikentag kommt ja erst noch."

Tote und Verletzte nach Anschlag am Kiepenkerl

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  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: privat
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Menschen stehen vor den Gaststätten Kiepenkerl, kurz nachdem ein Fahrzeug in das Straßencafe gefahren war. Foto: Stefan R./dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Polizisten stehen an der Ecke Theißingstraße/Zumbroockstraße. In Münster sind am Samstag mehrere Menschen gestorben, als ein Auto in eine Menschenmenge fuhr. Foto: Ina Fassbender/dpa
  • Foto: David Young/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Am Abend nach der Bluttat in Münster versammelten sich Menschen am Aasee und entzündeten Kerzen. Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steinfurter Straße

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner, Gunnar A. Pier, dpa
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steinfurter Straße

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem Rathaus, Blick aus Richtung Domplatz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem Rathaus, Blick aus Richtung Domplatz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Absperrung vor dem Dom.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Björn Meyer
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Am Samstagabend hatten Münsteraner ein Treffen am Aasee anberaumt, um an den Aaseekugeln für alle Betroffenen des Anschlags Kerzen zu entzünden.

    Foto: Anne Koslowski

Am Durchgang von der Bezirksregierung zum Domplatz haben Polizisten aus Gelsenkirchen mit Maschinenpistolen Stellung bezogen und schicken die wenigen Passanten, die noch unterwegs sind, aus der Stadt heraus. "Wir waren eigentlich zu einer Demonstration anderswo eingeteilt, sagt ein junger Polizist, plötzlich ging es im Eiltempo nach Münster.

Verwunderter Polizist

Auch die Demonstration der Kurden, die in Münster für den Nachmittag angemeldet war, und zu der viele Beamte abkommandiert waren, durfte nicht weiterziehen. Alle Einsatzkräfte wurden sofort verlagert, zogen einen Ring um die Innenstadt. "Die meisten Leute reagieren verständnisvoll", sagt ein Polizist, der vor Karstadt mit ein paar Kollegen Position bezogen hat. "Aber es wundert mich schon, dass viele gleich gefragt haben, wo denn das nächste Café ist, wo man jetzt noch was trinken kann." Der Polizist schüttelt ungläubig den Kopf.

An der Promenade am Zwinger, ganz in der Nähe des Anschlagsorts, feiern Grüppchen junger Leute, Grillen, spielen trinken. "Es hilft ja nichts", sagt einer. Auch schräg gegenüber beim Italiener wird gegessen. Am Theater fallen die Vorstellungen aus.

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