Diskussion über Sicherheit bei Großveranstaltungen
„Alles kommt auf den Prüfstand“

Münster -

Am kommenden Wochenende startet der Frühjahrssend, in gut vier Wochen findet der Katholikentag in Münster statt, danach folgen die Public Viewings zur Fußball-WM und später Innenstadt-Events wie das Stadtfest und der Schauraum.

Montag, 09.04.2018, 06:04 Uhr

Auf diesem Foto kann man deutlich die fehlenden Poller sehen. Durch die Lücke gelangte der Amokfahrer auf den Platz am Kiepenkerl-Denkmal. Die kriminelle Tat beflügelt die Sicherheitsdebatte in Münster
Auf diesem Foto kann man deutlich die fehlenden Poller sehen. Durch die Lücke gelangte der Amokfahrer auf den Platz am Kiepenkerl-Denkmal. Die kriminelle Tat beflügelt die Sicherheitsdebatte in Münster Foto: Wilfried Gerharz

Kein Wunder, dass Münsters Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer nach der Amokfahrt vom vergangenen Samstag sofort reagiert und kurzfristig eine Besprechung der Sicherheitsbehörden in Münster terminiert hat.

Dabei dürfte der Katholikentag von herausragender Bedeutung sein. Der Vorsitzende des Zentralkomitees der Katholiken, der Münsteraner Thomas Sternberg , geht davon aus, dass alles „noch einmal auf den Prüfstand kommt“. Zugleich hält er das Sicherheitskonzept für diese Großveranstaltung aber für „ausgereift“ und hat volles Vertrauen in die Polizei.

Tote und Verletzte nach Anschlag am Kiepenkerl

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  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: privat
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Menschen stehen vor den Gaststätten Kiepenkerl, kurz nachdem ein Fahrzeug in das Straßencafe gefahren war. Foto: Stefan R./dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Polizisten stehen an der Ecke Theißingstraße/Zumbroockstraße. In Münster sind am Samstag mehrere Menschen gestorben, als ein Auto in eine Menschenmenge fuhr. Foto: Ina Fassbender/dpa
  • Foto: David Young/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Am Abend nach der Bluttat in Münster versammelten sich Menschen am Aasee und entzündeten Kerzen. Foto: Friso Gentsch/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Foto: Bernd Thissen/dpa
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Kleinlaster fährt in Menschenmenge Foto: Oliver Werner
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steinfurter Straße

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Oliver Werner, Gunnar A. Pier, dpa
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor dem Polizeipräsidium am Friesenring sammelten sich am Nachmittag die Einsatzkräfte.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Steinfurter Straße

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem Rathaus, Blick aus Richtung Domplatz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Polizisten haben den Prinzipalmarkt in Höhe Stadthausturm / WN-Geschäftsstelle gesperrt. Im Hintergrund die Lambertikirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem Rathaus, Blick aus Richtung Domplatz.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Absperrung vor dem Dom.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Sperrung vor dem LWL-Landesmuseum / Blick Richtung Rothenburg.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Björn Meyer
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Foto: Thorsten Neuhaus
  • Am Samstagabend hatten Münsteraner ein Treffen am Aasee anberaumt, um an den Aaseekugeln für alle Betroffenen des Anschlags Kerzen zu entzünden.

    Foto: Anne Koslowski

Katholikentag fordert die Behörden

Münsters Polizeipräsident Hajo Kuhlisch habe sich bereits auf dem Katholikentag in Leipzig umgesehen und wisse, was Münsters Polizei erwarte, so Sternberg. „Sie werden die Sache professionell angehen“. Ganz abgesehen davon gebe es bei Amokfahrten wie der am Samstag „keine völlige Sicherheit“. Die Herausforderung beim Katholikentag werde darin bestehen, das Sicherheitskonzept voll umzusetzen, zugleich aber keine dauernde, sichtbare Polizeipräsenz bei den Veranstaltungen zu haben.

Von Matthias Lückertz, dem Vorsitzenden des Vereines der Kaufmannschaft sowie der Initiative Starke Innenstadt, kommt derweil der Vorschlag, die Standortliste für versenkbare Poller, die die Stadt an sensiblen Punkten installieren möchte, möglichst schnell abzuarbeiten. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer fordert mehr Poller, um Fußgängerzonen und Innenstädte besser vor Amokfahrten mit Fahrzeugen zu verhindern.

Poller in der Innenstadt

Derzeit werden versenkbare Poller rund um den Schlossplatz installiert. In einer zweiten Stufe sollen bis 2019 weitere Standorte in der Innenstadt folgen. Laut Ratsbeschluss sollen weitere Sperren bereits mit Beginn der Weihnachtsmärkte installiert sein.

Keine Poller wegen Baustelle

Die getöteten, verletzten und traumatisierten Menschen auf dem Platz am Kiepenkerl-Denkmal sind nicht nur Opfer eines unfassbar brutalen Amokfahrers geworden, sondern auch Opfer eines grausamen Zufalls, der die Tat begünstigt hat. Der Täter steuerte nach vorliegenden Informationen den Platz, der dann zum Tatort wurde, über die Straßenachse Bogenstraße/Spiekerhof an. Normalerweise ist eine Zufahrt von dieser Seite aber nicht möglich, da Poller die Zufahrt versperren. Erreichbar ist der Platz am Kiepenkerl sowie die benachbarte Straße „Wegesende“ nur über eine kleine Stichstraße, die zwischen der Apostelkirche und dem Eiscafé Macellum verläuft. Diese Stichstraße ist derzeit wegen Bauarbeiten aber gesperrt. Ersatzweise wurde der Platz am Kiepenkerldenkmal nach Süden, also zum Spiekerhof hin geöffnet.

...

Auf Sperren und Poller bei Großveranstaltungen setzt auch Renate Dölling, Geschäftsführerin beim Hotel- und Gaststättenverband. Die Branche werde sich künftig „deutlich mehr Gedanken über das Thema Sicherheit“ machen müssen, auch wenn ein Attentat wie das am Kiepenkerl-Denkmal nie ausgeschlossen werden könne.

Eine dauerhafte Schwächung der Außengastronomie, die in Münster ja einen regelrechten Boom erlebt hat, befürchtet Renate Dölling aber nicht. „Ich glaube nicht, dass die Menschen jetzt weniger nach draußen gehen.“

Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer

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  • Mit brennenden Kerzen und gemeinsamem Gebet...

    Foto: Friso Gentsch
  • ... haben Hunderte von Menschen im Paulusdom zu Münster am Sonntagabend der Opfer der Amokfahrt gedacht.

    Foto: Friso Gentsch
  • Die rund 700 Sitzplätze im Dom waren voll besetzt, dicht gedrängt füllten weitere Besucher das Kirchenschiff.

    Foto: Ina Fassbender
  • Zu den Gästen gehörten auch Rettungssanitäter,

    Foto: Ina Fassbender
  • ... Notfallärzte und Feuerwehrleute...

    Foto: Friso Gentsch
  • ... die am Samstag im Einsatz waren, als ein Amokfahrer in eine Menschenmenge raste, zwei Menschen in den Tod riss und sich erschoss.

    Foto: Ina Fassbender
  • „Lassen Sie sich auch in ihrem schweren Leid von dieser großartigen Solidarität stützen und tragen“, sagte Bischof Genn an die Betroffenen und die Angehörigen der Opfer gewandt.

    Foto: Ina Fassbender
  • An fünf großen Kerzen aus dem Altarraum entzündeten die Besucher Hunderte von kleinen Kerzen...

    Foto: Friso Gentsch
  • ...und trugen so das Licht in die gesamte Kirche, später wurden die Kerzen vor dem Dom abgelegt.

    Foto: Friso Gentsch
  • Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe kommt zum Dom, in dem ein Trauergottesdienst stattfindet.

    Foto: Friso Gentsch
  • Rettungskräfte und andere Gottesdienstbesucher gehen in den Dom, in dem später ein Trauergottesdienst stattfindet.

    Foto: Friso Gentsch
  • Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer Foto: Oliver Werner
  • Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer Foto: Oliver Werner
  • Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer Foto: Oliver Werner
  • Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer Foto: Oliver Werner
  • Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer Foto: Oliver Werner
  • Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer Foto: Oliver Werner
  • Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer Foto: Oliver Werner
  • Bischof Felix Genn (2.v.r.) und Münsters Superintendent Ulf Schlien entzünden während des Gottesdienstes Kerzen.

    Foto: Oliver Werner
  • Gottesdienst nach Amokfahrt in Münster in Gedenken an Opfer Foto: Oliver Werner
  • Zu den zahlreichen prominenten Besuchern gehören auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (2.v.l.) und Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (r.)

    Foto: Oliver Werner
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