Spielwaren
Mukk und Teddy Toys Kinderwelt in Bielefeld kooperieren

Münster -

Zwei inhabergeführte Familienunternehmen wollen sich am Markt behaupten und gehen darum eine Partnerschaft ein: Das Kinderkaufhaus Mukk in Münster und die Bielefelder Teddy Tos Kinderwelt wollen gemeinsam wachsen.

Mittwoch, 11.04.2018, 07:04 Uhr

Für die Kunden wird sich durch die neue Partnerschaft mit der „Teddy Toys Kinderwelt“ nichts ändern, sagt Geschäftsführer Jürgen Budke. An den jetzt bevorstehenden Umbaumaßnahmen feilen Carmen und Jürgen Budke sowie die Geschäftsleiterin Elke Brunne (l.) schon längere Zeit.
Für die Kunden wird sich durch die neue Partnerschaft mit der „Teddy Toys Kinderwelt“ nichts ändern, sagt Geschäftsführer Jürgen Budke. An den jetzt bevorstehenden Umbaumaßnahmen feilen Carmen und Jürgen Budke sowie die Geschäftsleiterin Elke Brunne (l.) schon längere Zeit. Foto: gh

Jürgen Budke spricht von einer strategischen Partnerschaft zwischen Mukk in Münster und der „Teddy Toys Kinderwelt GmbH“ in Bielefeld. Natürlich habe er Anteile seines Unternehmens am Alten Fischmarkt an die Bielefelder verkauft, sagt Budke, „das gehört zu einer Partnerschaft dazu“. Der 56-jährige Mukk-Geschäftsführer betont ausdrücklich: „Jeder von uns behält seine Eigenständigkeit.“ Alle Mitarbeiter seien mit im Boot. Jürgen Budke und Torsten Mester sind jetzt gleichermaßen Geschäftsführer der neuen Gesellschaft „Mukk Kinderwelt GmbH“.

Zwei Fachhändler wollen künftig gemeinsam wachsen. Die Vorstellungen gehen soweit, dass nach einer Pilotphase das Konzept als Franchisesystem entwickelt und vermarktet werden soll. Doch das sei Zukunftsmusik, so Budke. Er ist überzeugt: „Es gibt schon viele weiße Flecken auf der Landkarte.“ Sprich, in vielen Städten existiere heute kein Spielzeuggeschäft mehr.

„Toys ‚R‘ Us“-Insolvenz ausschlaggebend

Seit einem Jahr feilen die Münsteraner und Bielefelder an ihrer Kooperation. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg haben sie sich kennengelernt. Um diesen Schritt zu gehen, so Budke, spiele die Sympathie eine Rolle, außerdem müsse jeder bereit sein, auf den Partner zuzugehen, Den letzten Kick gab die Nachricht, dass die amerikanische Spielzeugkette „Toys ‚R‘ Us“ ihre Insolvenz anmelden musste. Budke: „Keiner weiß, was die Spielzeug-Zukunft noch bringen wird.“

Der 56-Jährige betont: „Wir tun uns zusammen, um in der Spielwarenbranche mit neuem Volumen auftreten zu können.“ Mukk alleine sei nicht stark genug, um beispielsweise im Online-Geschäft zu wachsen. Die Bielefelder seien ihnen darin einen Schritt voraus.

Wir sind beide Dinosaurier in der Branche. In Zeiten, in denen der Fachhandel stirbt, brauchen aber auch Dinosaurier Unterstützung.

Mukk-Geschäftsführer Jürgen Budke

„Wir sind beide Dinosaurier in der Branche“, so Budke. „In Zeiten, in denen der Fachhandel stirbt, brauchen aber auch Dinosaurier Unterstützung.“

Vorteile für Kostenstruktur und Wareneinkauf

Beide Gesellschaften versprechen sich Vorteile für die Kostenstruktur im Unternehmen und für den Wareneinkauf. Die Bielefelder seien schon so groß, dass sie ihre Ware direkt importierten. Budke unterstreicht den finanziellen Vorteil dieses Weges, den er als die richtige Spur für das Unternehmen bezeichnet. Um wachsen zu können, bedarf es finanzieller Unterstützung, dies würden die Bielefelder mitbringen. Budke spricht auch von einer Arbeitsplatzsicherung. Nicht zuletzt denkt der 56-Jährige an eine frühzeitige Nachfolgeregelung für sein Unternehmen, nur die nächste Budke-Generation habe sich beruflich anderweitig orientiert. In der Bielefelder „Teddy Toys Kinderwelt“ seien dagegen schon der Schwiegersohn und die Tochter eingestiegen.

Unabhängig von der neuen Partnerschaft wird demnächst bei Mukk umgebaut. Die Bücher gehen beispielsweise ins Erdgeschoss, die Mode konzentriert sich im Obergeschoss.

Die beiden Geschäftspartner

Während das Bielefelder Familienunternehmen 1918  gegründet wurde, startete Jürgen Budke vor 30 Jahren an der Bergstraße. Seit fünf Jahren  befindet sich Mukk am Alten Fischmarkt. Das Unternehmen in Münster beschäftigt 50 Mitarbeiter und ist mit einer Verkaufsfläche von rund 3000 Quadratmetern in der Innenstadt angesiedelt. Die Bielefelder betreiben dagegen sechs Standorte und beschäftigen 120 Mitarbeiter. Allein am Stadtrand von Bielefeld verkauft Torsten Mester nach Angaben von Budke sein Sortiment auf rund 4500 Quadratmetern. Die Bielefelder werden in einer gemeinsamen Pressemitteilung als eines der größten unabhängigen Spielwaren-Einzelhandelsunternehmen in Deutschland bezeichnet. Die Stärke der neuen Partner liegt nach Angaben von Budke auch im Outdoor-Bereich. „Bei uns liegt sie im Spielebereich.“

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