Nach Amokfahrt in Münster
Wilsberg-Dreh mit leisen Tönen

Münster -

Das Antiquariat, in dem aktuell für zwei neue Wilsberg-Folgen gedreht wird, ist nur einen Katzensprung vom Tatort der Amokfahrt vom letzten Samstag entfernt. Am Rande der Dreharbeiten sprechen Leonard Lansink und Rita Russek über den „Einbruch in die Idylle“.

Donnerstag, 12.04.2018, 19:00 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 12.04.2018, 19:00 Uhr
Nach Amokfahrt in Münster: Wilsberg-Dreh mit leisen Tönen
Wilsberg (Leonard Lansink) im Antiquariat: Szenen für die neue Folge „Gottes Werk und Satans Kohle“ werden bis Freitag in Münster gedreht. Gezeigt wird der Teil nicht vor Herbst 2018. Foto: Matthias Ahlke

Fahrradfahren steckt an. Rita Russek , die Darstellerin der Hauptkommissarin Anna Springer in der ZDF-Krimireihe „ Wilsberg “, radelt neuerdings nach den Drehtagen durch Münster. „Ich lass mich vom Kopfsteinpflaster durchrütteln, dass mir alle Gelenke wehtun“, gesteht sie.

Natürlich war sie auf dem Platz vor den beiden Traditionsgaststätten, wo am vergangenen Samstag bei einer Amokfahrt drei Menschen starben. „Ich habe mir die Menschen angeschaut, die vor dem Blumenmeer und den Kerzen stehen. Es bleibt niemandem etwas anderes übrig, als zu schweigen und traurig zu sein.“

„Einbruch in die Idylle“

Noch bis Freitag ist eine 40-köpfige Crew in Münster, um zwei Folgen der beliebten Krimireihe zu drehen. Doch diesmal ist es leiser. Wilsberg-Darsteller Leonard Lansink erfuhr am Samstag im Zug von Köln nach Berlin von der Amokfahrt. Nachdem ihn ein Journalist angerufen hatte, verfolgte er die Ereignisse über den Twitterdienst der Polizei Münster. „Es ist fürchterlich für die Betroffenen, die Angehörigen und auch die Eltern des Verursachers. Ein Einbruch in die Idylle“, sagt Lansink.

Soll es Freiburg treffen oder Göttingen, Marburg oder Amsterdam? Es muss auch mal Münster treffen.

Leonard Lansink

Warum ausgerechnet Münster? Für „Wilsberg“ Leonard Lansink ist der Tatort eher ein Zufall, er vergleicht es mit einer Wahrscheinlichkeitsrechnung. „Was sollen Mathematiker dazu sagen? Soll es Freiburg treffen oder Göttingen, Marburg oder Amsterdam? Es muss auch mal Münster treffen“, stellt der Schauspieler nüchtern fest.

Drehtage in Münster „fast so etwas wie Erholung“

Vier Tage drehte das Wilsberg-Team in der trauernden Stadt. Am Aasee und im Antiquariat. Neben Lansink und Russek waren am Donnerstag die Schauspielerinnen Maren Kroymann und Inka Friedrich vor Ort, die zwei Nonnen spielen, die an der Börse viel Geld gewinnen, das plötzlich weg ist. Wilsberg muss ermitteln.

 

Wilsberg-Dreharbeiten in Münster

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  • Leonard Lansink beim Dreh für die Wilsberg-Folge „Gottes Werk und Satans Kohle“ in Münster.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Zwei Nonnen, die viel Geld verloren haben, wenden sich in der Folge an den Privatdetektiv. Hauptkommissarin Anna Springer (Rita Russek, r.) hat in dem Fall natürlich auch ihre Finger im Spiel.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Gedreht wird unter anderem im Antiquariat Solder an der Überwasserkirche.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Krimi hat Wilsberg hier sein „Hauptquartier“.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Eine 40-köpfige Crew dreht in dieser Woche in Münster Szenen für zwei Wilsberg-Folgen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • „Gottes Werk und Satans Kohle“ wird nicht vor Herbst 2018 gezeigt.

    Foto: Matthias Ahlke

 

Kein Ende in Sicht

Anna Springer wird älter. Sagt Rita Russek. Die Darstellerin der Hauptkommissarin Anna Springer in der ZDF-Krimireihe „Wilsberg“ schaut keine alten Folgen, hatte aber letztens ein älteres Bild in der Hand, auf dem Wilsberg mit vollem Haar und sie mit Löwenmähne zu sehen seien. Ans Aufhören denkt sie trotzdem nicht: „Wenn, dann können wir nur als Team ausscheiden.“ Für Leonard Lansink (Wilsberg) ist das kein Thema. „Wir sind alt genug, um vernünftig weiterzumachen.“

...

Für Rita Russek sind die Drehtage in Münster „fast so etwas wie Erholung“, sagt sie. „Münster bedeutet mir viel.“ Um so entsetzter ist sie über die Amokfahrt. „Ich war sofort davon überzeugt, dass es sich nicht um einen Terroranschlag handelt. Reinfahren und sich im Auto erschießen. Meine Tochter ist Psychotherapeutin. Sie sagte mir sofort: Ball flach halten – es handelt sich um jemanden, der krank ist“, sagt Russek.

Wilsberg-Dreh in Münster "wie Erholung"

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