Heuschnupfen-Hochsaison
Allergiker leiden unter Pollen-Explosion

Münster -

Milliarden Birken-Pollen fliegen in Münster umher. Viele Menschen leiden unter allergischen Reaktionen, niesen, reiben sich die Augen, fühlen sich schlapp. Sie hoffen auf Regen, der die Pollen wieder wegspülen wird.

Donnerstag, 12.04.2018, 20:04 Uhr

Tränende Augen, Schnupfen, Niesen – viele Menschen leiden zurzeit unter Heuschnupfen. Aktuell sind dafür die Birken verantwortlich, die geradezu explosionsartig Pollen produzieren.
Tränende Augen, Schnupfen, Niesen – viele Menschen leiden zurzeit unter Heuschnupfen. Aktuell sind dafür die Birken verantwortlich, die geradezu explosionsartig Pollen produzieren. Foto: dpa

Blauer Himmel, Sonne pur, 20 Grad. Traumhaft – wenn man nicht unter Heuschnupfen leidet. Denn der fällt in diesem Jahr bei vielen Menschen besonders heftig aus, weil außergewöhnlich viele Pollen in der Luft unterwegs sind, wie der Direktor des Botanischen Gartens der Universität, Prof. Dr. Kai Müller , berichtet.

„Aktuell sind vor allem Birken die Übeltäter“, sagt Müller. Sie können pro Kubikmeter Luft Tausende Pollen freisetzen – Müller hält es nicht für übertrieben, von Milliarden, ja, gar einer Billion Pollen zu sprechen, die derzeit in Münster durch die Luft fliegen.

Warmes, trockenes Wetter sorgt für "massiven Birkenpollenflug"

Dass in diesem Jahr besonders viele Menschen unter den Pollen leiden, hat auch mit dem Wetter zu tun. Seit einer Woche ist es warm und trocken – nachdem es zuvor monatelang kalt gewesen war. Die Birken schleudern ihre Pollen nun geradezu explosionsartig in die Luft. Für die Betroffen ist erst Linderung in Sicht, wenn Regen einsetzt, der die Pollen wieder wegspült. Gute Nachricht zumindest für Allergiker: Für den heutigen Freitag sind Schauer angesagt.

Müller hat Glück – im Gegensatz zu einigen Kollegen im Botanischen Garten leider er nicht unter Heuschnupfen. Anders Prof. Dr. Randolf Brehler, Chefarzt der Allergologie des Universitätsklinikums. Er weiß aus eigener Erfahrung, wie es Allergikern im Moment ergeht.

„Experten hatten uns bereits vor einiger Zeit informiert, dass es diesmal ein starkes Pollenjahr geben wird“, berichtet der Mediziner. Die Vorhersage habe sich bewahrheitet, wie Müller spricht auch Brehler von einem aktuell „massiven Birkenpollenflug“.

Schwere Fälle sind die Ausnahme

Die Reaktionen, die sie bei Menschen auslösen können, sind breitgefächert. Sie reichen von Augentränen und Augenjucken samt Schwellungen über Niesreiz, Fließschnupfen und Husten bis hin zu Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schlafstörungen und sogar Fieber. Und es kann noch schlimmer kommen. „Auch schwere Reaktionen wie ein Schock sind möglich“, sagt Brehler – zum Beispiel nach dem Genuss von Soja-Milch, die die gleichen Allergene wie Birkenpollen enthält. Bei Patienten mit einer Nahrungsmittelallergie könne es in diesem Fall zu einer Kreuzallergie kommen, bei der womöglich ein Notarzt gerufen werden muss.

So schwere Fälle sind freilich die Ausnahme. Meist reiche es aus, zu Nasensprays mit Antihistaminika oder Cortison zu greifen, berichtet Brehler. Diese behandeln indes nur die Symptome. Dauerhafte Heilung vom Heuschnupfen verspreche eine Immuntherapie.

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