Arkaden wieder mit Adler
Kunstwerk kehrt nach Restaurierung zurück

Münster -

Der Adler der Künstlerin Martha Rosler steht wieder vor den Münster-Arkaden. Er musste aufwendig restauriert werden.

Montag, 16.04.2018, 16:04 Uhr

Sie freuten sich über die Rückkehr (v.l.): Dr. Marianne Wagner (Skulptur-Projekte), Olaf Böckmann, Peter Engelhardt (beide Firmengruppe Brück) und Matthias Lückertz (Freunde des LWL-Museums).
Sie freuten sich über die Rückkehr (v.l.): Dr. Marianne Wagner (Skulptur-Projekte), Olaf Böckmann, Peter Engelhardt (beide Firmengruppe Brück) und Matthias Lückertz (Freunde des LWL-Museums). Foto: Matthias Ahlke

Etwas respektlos kann man sagen: Ein provisorischer Fake wird durch einen dauerhaften Fake ersetzt. Das Kunstwerk „Erschütterung der Fragmente“, in Münster besser bekannt als Adler vor den Arkaden, wurde am Montag nach neun Monaten Restauration wieder installiert. Das Sandsteinimitat, das nach Auskunft von Dr. Marianne Wagner, Leiterin des Skulptur-Projekte-Archivs, aus „Kunststoff und mehreren Schichten Putz“ besteht, wies in seiner ursprünglichen Gestaltung „massive Witterungsschäden“ auf.

„Ein Zitat der Nazi-Architektur“

Zu Zeiten der Skulptur-Projekte 2007 gelangte der Adler auf den Bürgersteig vor den kurz zuvor erstellten Münster-Arkaden. Die Künstlerin Martha Rosler aus New York schuf „ein Zitat der Nazi-Architektur“ (Wagner) in direkter Nachbarschaft zu einem Neubau, der mit seiner strengen Gliederung durchaus Anklänge an die Architektursprache der 1930er Jahre habe. „Aber auch viele andere Anklänge“, wie Matthias Lückertz von den Freunden des LWL-Museums bei einem Pressegespräch betonte.

IMG_4425
Foto: Matthias Ahlke

Freundeskreis setzte sich für den Verbleib ein

Der Freundeskreis hatte sich 2007 – „nach heftigen internen Kontroversen“ – für den Verbleib der Skulptur an dem Standort eingesetzt und den Ankauf finanziert. Die Kosten für die aktuelle Restaurierung übernahm die Firmengruppe Hermann Brück. „Als der Adler weg war, hat er gefehlt“, so Peter Engelhardt von der Firmengruppe. Hermann Brück habe deshalb spontan entschieden, die Kosten zu übernehmen.

Das sagt die Künstlerin zur Neuinstallation

Der Adler im Original entstand 1935 am Gebäude des Lufttransportkommandos an der Manfred-von-Richthofen-Straße. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Hakenkreuz entfernt, der Adler ansonsten aber so belassen. Die Künstlerin Martha Rosler, mit der die Restaurierung abgestimmt wurde, ließ mitteilen, sie fühle sich geehrt, „dass die Arbeit wieder aufbereitet und zehn Jahre nah ihrer Erstaufstellung erneut installiert wird“.

Diese Skulpturen aus den vergangenen Jahren stehen noch in Münster:

Der Adler ist eines von insgesamt 39 Werken, die bei den bisherigen Skulptur-Projekten entstanden und dann im Stadtbild verblieben sind. Keines der 39 Objekte, so Wagner, habe einen zentraleren Standort als der Adler.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5665839?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
73-Jährige aus dem Bus geworfen?
Reinhild Wennemer mit Pudelmischling Cindy. Vor gut zwei Wochen sollen beide aus der Linie 11 verwiesen worden sein.
Nachrichten-Ticker