Vier Angeklagte vor dem Landgericht
Opfer berichtet von brutalem Überfall

Münster -

Er habe auf einen Handwerker gewartet, die Tür ohne nachzusehen geöffnet und plötzlich mit einem Teleskopschlagstock Schläge ins Gesicht bekommen. Das berichtete ein 41-jähriger Münsteraner am Montag vor dem Landgericht.

Montag, 16.04.2018, 20:04 Uhr

Vier Angeklagte vor dem Landgericht: Opfer berichtet von brutalem Überfall
Foto: dpa (Symbolfoto)

Als einer der Angeklagten aus der Untersuchungshaft kommend den Gerichtssaal betrat, tauschte er kurz Zärtlichkeiten mit der Mitangeklagten aus. Das vermeintliche Opfer der Auseinandersetzung, ein 41-jähriger Münsteraner, zeichnete im Zeugenstand dagegen ein deutlich weniger zärtliches Bild von den insgesamt vier Angeklagten.

Zwei Schläge ins Gesicht

Im Beisein seines Rechtsbeistandes berichtete er, wie die Tat aus seiner Sicht abgelaufen sei. An jenem Tag im August 2017 hatte der 41-Jährige einen Handwerker erwartet und ohne nachzusehen die Haustür des Mehrfamilienhauses per Klingelzeichen geöffnet. „Als ich mich in der Wohnung umdrehte, um den Handwerker zu begrüßen, erhielt ich zwei Schläge mit einem Teleskopschlagstock ins Gesicht. Danach war ich zeitweise weggetreten“, schilderte der Mann am Montag vor dem Landgericht.

„Die hatten die Ruhe weg“

Er habe sich beruhigen und nicht schreien sollen. Es sei alles nicht so schlimm, soll der 39-Jährige zu ihm gesagt haben. Im Wohnzimmer sei er dann von dem 29-Jährigen an den Händen gefesselt worden. „Die hatten die Ruhe weg.“ In aller Ruhe habe der Angeklagte danach die Räumlichkeiten durchsucht einen Fernseher, 300 Euro Bargeld, eine Dose mit Amphetaminen und zwei Handys mitgehen lassen.

Schädelhirntrauma erlitten

Bei dem Angriff erlitt der Münsteraner unter anderem ein Schädelhirntrauma. Zwei Zähne seien ihm ausgeschlagen worden, sein Kiefer war angebrochen. Noch heute leide er zudem unter psychischen Folgen der Tat. Von einem angeblichen Drogendeal, wegen dem die Angeklagten bei ihm geklingelt haben wollen, wollte er dagegen nichts wissen. Nein, er sei kein regelmäßiger Drogenlieferant gewesen, beteuerte der 41-Jährige auf Nachfrage des Richters.

Nach dem Überfall konnte sich der 41-Jährige befreien. „Der Mann kam mir blutverschmiert im Flur entgegen“, berichtete eine 55-jährige Zeugin. Sie hatte offenbar einen der Täter gesehen, als dieser im Begriff war das Haus mit einem Fernseher zu verlassen.

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