Bezirksvertretung beschließt den Ausbau
Im Sundern: Hohe Kosten für Anlieger

Münster-Ost -

Der Ausbau der Straße Im Sundern in Mariendorf kommt die Anlieger teuer zu stehen. Aber er ist nicht aufzuhalten: Die Bezirksvertretung gab jetzt grünes Licht.

Mittwoch, 25.04.2018, 09:04 Uhr

Die Straße im Sundern ist aus Sicht des Tiefbauamts bislang nur eine provisorische Baustraße.
Die Straße im Sundern ist aus Sicht des Tiefbauamts bislang nur eine provisorische Baustraße. Foto: spe

Wenn es um die eigenen Kompetenzen geht, gibt sich die Bezirksvertretung Münster-Ost keinen Illusionen hin. „Wir entscheiden nicht über die Kosten“, betont Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek zu Beginn der Diskussion über den Ausbau der Straße „Im Sundern“ in Mariendorf. In welcher Höhe die Anlieger an den – in diesem Fall immensen – Kosten beteiligt werden, liege im Ermessen der Stadt, nicht der BV.

Nichtsdestotrotz steht am Ende der Debatte ein Baubeschluss. Und der fällt sogar einstimmig aus. Die Straße wird wie geplant vom städtischen Tiefbauamt saniert, wobei sich, wie berichtet, die Anlieger mit etwa 250. 000 Euro an den Baukosten beteiligen müssen. Auf einige von ihnen kommen damit über 10. 000 Euro zu.

„Baustraße für die kurzfristige Erschließung“

Piraten-Bezirksvertreter Peter Hemecker wagt den Einwand, dass andere Kommunen in NRW einen prozentual geringeren Anlieger-Beitrag erheben; und schließlich sei die kleine Mariendorfer Straße über Jahre hinweg vergessen worden, da wirke die Maßnahme wie „Tabula rasa“. Doch auch Hemecker lässt sich offenbar überzeugen. Dabei spielt auch das Argument des Tiefbauamts eine Rolle, wonach der Sundern nur als „Baustraße für die kurzfristige Erschließung“ gilt. Also gehe es eigentlich nicht um eine Sanierung, sondern um eine erstmalige Herstellung.

Der Mariendorfer CDU-Bezirksvertreter Georg Balsliemke bringt vor der Abstimmung noch einen Änderungsantrag ein: Das Tiefbauamt soll im Zuge der Maßnahme Leerrohre verlegen, damit zu gegebener Zeit ohne großen Aufwand Glasfaserkabel durch Mariendorf gezogen werden können. Technisch kein Problem, heißt es dazu von der Stadtverwaltung – doch für den Netzausbau selbst sei allein der Versorger zuständig, und die Telekom habe zu verstehen gegeben, dass die Versorgung Mariendorfs nicht vordringlich sei. Aber zumindest für die Leerrohre gibt es grünes Licht. Und: Ein „Freiburger Kegel“, der ursprünglich etwa in der Mitte des Baugebiets den Verkehr bremsen sollte, wird an dessen nördlichem Ende aufgestellt.

Bitter für Betroffene

Mit diesen Änderungen kann das Tiefbauamt nun loslegen. Sobald die Stadtwerke mit der Verlegung ihrer Versorgungsleitung fertig sind, voraussichtlich etwa Ende Mai, sollte der Ausbau beginnen. Die Gebührenbescheide gehen erst dann raus, wenn die Arbeiten beendet und die Kosten genau ermittelt sind – nicht vor 2019.  

Die Bezirksvertretung hat wie erwartet entschieden: Der Sundern wird ausgebaut, die Grundstückseigentümer müssen sich darauf einstellen, im kommenden Jahr dafür mehrere Tausend Euro bezahlen zu müssen. Für die Betroffenen ist das bitter. Grundsätzlich leistet sich die Stadt Münster ein relativ hohes Niveau beim Straßenbau, und sie bittet die Anlieger dafür vergleichsweise tüchtig zur Kasse. Das ist eine auch vor dem Verwaltungsgericht bislang erfolgreich vertretene politische Grundsatzentscheidung, an der eine Bezirksvertretung kaum rütteln kann. Mariendorf lag jahrzehntelang nicht im Fokus der städtischen Straßenbauer. Allerdings zeichnete sich in den vergangenen Jahren immer mehr ab, dass ein Ausbau irgendwann kommen würde – und dass er je später, desto teurer würde. Der Leitungsbau der Stadtwerke bot eine einmalige Chance, die Kosten etwas zu senken. Dass Stadtverwaltung und Bezirksvertretung diese Gelegenheit ergreifen, ist nachvollziehbar.Lukas Speckmann

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