Eine-Welt-Forum
Student berichtet aus Flüchtlingscamp auf der Insel Lesbos

Münster -

Sie haben von allem zu wenig: die Menschen im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. 6600 offiziell registrierte Flüchtlinge leben dicht gedrängt in einem Lager, das für 3000 Menschen gedacht ist. Sie müssen klar kommen mit dem Mangel an Kleidung, Essen, sanitären Anlagen, Wasser, Platz, medizinischer Versorgung – und vor allem mit Angst und Hoffnungslosigkeit. 

Donnerstag, 26.04.2018, 10:04 Uhr

Der Vorstand vom Eine-Welt-Forum Münster (v.l.): Karlheinz Müller, Brigitte Thomas, Klaus Bösing, Juliane Hecke, James Pankhurst
Der Vorstand vom Eine-Welt-Forum Münster (v.l.): Karlheinz Müller, Brigitte Thomas, Klaus Bösing, Juliane Hecke, James Pankhurst Foto: Maria Conlan

Insgesamt sind die 27 000 Griechen auf Lesbos mit den 10 000 zusätzlichen Flüchtlingen auf ihrer Insel überfordert. Student Andre Burhoff weiß, wovon er redet, denn von November 2017 bis Februar 2018 hat er auf der griechischen Insel gelebt und für die Hilfsorganisation „No border kitchen“ gearbeitet.

Andre Burhoff berichtete während der Mitgliederversammlung des Eine-Welt-Forums von seinen Eindrücken im Flüchtlingscamp auf Lesbos. Er half täglich für 200 Menschen zu kochen. Viele Flüchtlinge seien nicht registriert, oder ihr Asylantrag wurde bereits abgelehnt, berichtete er. Immer wieder würden Flüchtlinge zurückgeschickt, und das Asylverfahren sei zur Asyl-Lotterie verkommen, so Burhoff. Der Student verteilte mit der Organisation zwei Mal wöchentlich Essenspakete für 400 Menschen. Sie vermitteltet Ärzte und Rechtsanwälte. Als „politisch gewollte Abschreckung für Flüchtlinge“ beschrieb Burhoff die Situation und hofft auf eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik in Europa, auch in Münster.

So möchte die Initiative „Münster – Stadt der Zuflucht“ 370 Flüchtlinge aus Lesbos in der Stadt aufnehmen – als ein Friedenszeichen. Burhoff zeigte bei der Mitgliederversammlung des Eine-Welt-Forums Münster auch Fotos vom eigenen Einsatz.

Anschließend hielten die Forumsmitglieder Rückblick auf ein nach eigenen Angaben erfolgreiches Jahr in Münster mit der Feier ihres 25-jährigen Bestehens. Es folgte der Ausblick auf Aktionen. Die größte davon ist der „West-östliche Divan“ am 15. und 16. September, wenn der Domplatz zum großen Platz in Marrakesch Djemaa el-Fna verwandelt werden soll.

Bei der Vorstandswahl wurde der Sprecherrat bestätigt: Juliane Hecke, Brigitte Thomas und Klaus Bösing. Zum Beirat wurden Karlheinz Müller und James Pankhurst ernannt. Die Kassenprüfer Nolten Kattentidt und Christa Wischnat wurden einstimmig wiedergewählt.

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