Anzeige nach Lesung
Gewalt-Vorwurf gegen AfD-Ratsherrn

Münster -

Die umstrittene AfD-Lesung in der Stadtbücherei hat ein Nachspiel. Eine Anzeige wegen Körperverletzung löst Ermittlungen gegen AfD-Ratsherr Martin Schiller aus. Der verteidigt sein Vorgehen.

Donnerstag, 03.05.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2018, 07:24 Uhr
Wegen des Vorwurfs der Körperverletzung ermittelt die Polizei gegen Ratsherr Martin Schiller (AfD).
Wegen des Vorwurfs der Körperverletzung ermittelt die Polizei gegen Ratsherr Martin Schiller (AfD). Foto: Ahlke

Nach einer AfD-Veranstaltung in der Stadtbücherei vor einer Woche ermittelt die Polizei jetzt gegen deren Kreissprecher Martin Schiller wegen des Vorwurfs der Körperverletzung. „Eine Anzeige liegt vor“, bestätigte Polizeisprecher Roland Vorholt auf Anfrage unserer Zeitung.

Schiller soll zusammen mit zwei weiteren Helfern vor der Lesung einen Mann, der die Toilette der Bücherei im Untergeschoss benutzen wollte, „abgefangen, festgehalten, die Treppe hinaufgeschleift und schließlich vor der Eingangstür auf den Boden geworfen haben“.

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Nach dieser Darstellung des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“ erlitt der Betroffene dabei Fingerstauchungen sowie eine Rippenprellung und musste sich demnach ärztlich behandeln lassen.

Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster

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  • Großer Protest gegen eine AfD-Veranstaltung in der Stadtbücherei am Mittwochabend.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Um 19 Uhr haben sich über 500 Demonstranten versammelt. Viele haben Schilder gebastelt, oder gleich Transparente und Fahnen dabei.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Bevor das Programm der Kundgebung startet, gilt es für die Polizei erstmal, die Menschen in den dafür vorgesehenen Bereich zu bringen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Für diejenigen, die ab 19.30 Uhr in die Bücherei wollen, vornehmlich ältere Herrschaften, ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... wird der Gang dagegen zum Spießrutenlauf.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Gegen die Lesung hatte das „Keinen Meter den Nazis“-Bündnis zum Protest aufgerufen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
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  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke

Schiller: Von Hausrecht Gebrauch gemacht

Schiller erklärt dagegen, er habe nach Rücksprache mit der Polizei die entsprechende Person herausgetragen. „Wir hatten das Hausrecht und haben davon Gebrauch gemacht“, so der AfD-Ratsherr. „Das lief unter den Augen der Polizei.“ Auch zwei weitere Personen seien herausgetragen worden.

Wir hatten das Hausrecht und haben davon Gebrauch gemacht.

Martin Schiller, AfD Münster

Die AfD hatte am Mittwoch vor einer Woche den Zeitungslesesaal der Stadtbücherei ab 19 Uhr für eine Lesung von Karlheinz Weißmann angemietet, der als Vordenker der Neuen Rechten gilt. Schiller zufolge kamen „um kurz vor sieben jeden Menge linke Chaoten“ in die Bücherei und gingen unter anderem gezielt auf die Toilette. Man habe dreimal darauf hingewiesen, dass es sich bei der Aktion um Hausfriedensbruch handele, so Schiller.

Linke nennt Schiller „rechten Polit-Hooligan“

Das „Keinen Meter“-Bündnis spricht indes von einem „gewaltsamen Übergriff“ durch den AfD-Politiker. Die Linke bezeichnet Schiller, der den Vorfall zwischenzeitlich auf seiner Facebook-Seite dokumentiert haben soll, als „rechten Polit-Hooligan“. Die Stadtverwaltung prüft „eventuelle erforderliche Konsequenzen“, heißt es.

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