„Aktenzeichen XY“
Suche nach vermisster Frau: Was ist mit Tabita Cirvele passiert?

Münster -

Vor zwei Jahren verließ eine damals 48 Jahre alte Frau die österreichische Stadt Reutte in Richtung Münster – doch sie kam nie an. Am heutigen Mittwoch bittet die Fernsehsendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ um 20.15 Uhr im ZDF die Zuschauer um Mithilfe.

Mittwoch, 09.05.2018, 10:05 Uhr

Seit 24. September 2016 wird Tabita Cirvele vermisst.
Seit 24. September 2016 wird Tabita Cirvele vermisst. Foto: Landeskriminalamt Tirol

Die E-Mail, die Tabita Cirvele am 24. September 2016 an ihren Freund in Münster schreibt, ist ihr letztes Lebenszeichen. Sie liebe ihn und freue sich auf ihn, beteuert die zu diesem Zeitpunkt 48 Jahre alte Frau. Dann verlässt sie in Reutte/Tirol das Haus, in dem sie mit ihrem Ehemann wohnt, und macht sich auf den Weg nach Münster – wo sie allerdings nie ankommt. Sie wird als vermisst gemeldet, die Polizei leitet Ermittlungen ein – ohne Erfolg.

„Wir haben alles unternommen, was möglich war“, sagt der Leiter des Landeskriminalamtes Tirol, Walter Pupp . „Dennoch tappen wir bis heute im Dunkeln.“ Seine letzte Hoffnung sei die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“, die heute Abend um 20.15 Uhr einen längeren Film über den Fall Cirvele zeigen wird. „Vielleicht melden sich ja Zeugen, die Frau Cirvele vor dem Verschwinden an einem ungewöhnlichen Ort gesehen haben“, sagt Pupp. Er betont, dass es weder Hinweise auf ein Verbrechen noch auf einen Unfall oder einen Selbstmord gebe – will allerdings auch keine dieser Möglichkeiten ausschließen.

Münsterischen Architekten kennengelernt

Tabita Cirvele, geboren in Riga, war im Alter von etwa 30 Jahren nach Münster gekommen, so ihr münsterischer Freund, ein pensionierter Architekt, gegenüber der „Tiroler Tageszeitung “. Sie habe zusammen mit ihrer Schwester und ihrem kranken Vater in der Stadt gewohnt, ihr Geld verdiente sie als Schneiderin.

Vor etwa fünf Jahren soll sie bei einem Kuraufenthalt einen deutlich älteren Mann kennengelernt haben, den sie schon nach kurzer Zeit heiratete. Der Mann, ein Deutscher, soll sehr vermögend gewesen sein. Um „das Leben und die Sonne zu genießen“ sei das Paar nach Reutte in Tirol gezogen, habe dort aber kaum soziale Kontakte gehabt.

2016 kehrte Tabita Cirvele für kurze Zeit nach Münster zurück, um sich um ihren kranken Vater zu kümmern. In dieser Zeit lernte sie den münsterischen Architekten kennen – und lieben. „Liebe ist schön. Was für ein Reichtum, wer es hat. Wir haben es, ich liebe dich“, schrieb sie ihm laut „Tiroler Tageszeitung“ in einer SMS.

Seit September 2016 verschollen

Im September 2016 fuhr Cirvele wieder nach Tirol zurück. „Wir haben täglich telefoniert oder E-Mails bzw. SMS ausgetauscht“, berichtete der Freund gegenüber der Zeitung. Von ihrem Ehemann sei sie hingegen tyrannisiert worden. Tabita Cirvele habe sich von ihm trennen wollen. „Ich merkte, dass sie nicht glücklich ist“, so der Architekt.

Am 24. September machte sie sich schließlich auf den Weg nach Münster – wohl, um ein neues Leben zu beginnen, wie die Polizei vermutet. Seitdem ist sie verschollen.

Der Architekt aus Münster setzt große Hoffnungen auf die heutige „Aktenzeichen“-Folge. Auf seinem Facebook-Profil hat er vor wenigen Tagen erneut Fotos von Tabita Cirvele veröffentlicht – mit der Bitte, seine Suchanzeige zu teilen. Mehr als 70.000 Facebook-Nutzer sind dieser Aufforderung bis Dienstagabend nachgekommen.

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