Münsteraner umrunden die Welt
"Fühlen uns auf dem Rad richtig zuhause"

Münster -

Sie leben ihren Traum von der großen Freiheit: Manu Winkler und Magda Mayerhoffer wollen mit dem Rad die Welt umrunden. Auf den ersten 2000 Kilometern bis Ungarn haben sie schon Einmaliges erlebt: bei einer fremden Familie Flammkuchen gegessen und unterm Sternenhimmel im Pool gebadet, schneebedeckte Pässe erklommen und versehentlich auf einem Golfplatz gezeltet...

Freitag, 18.05.2018, 17:30 Uhr
Münsteraner umrunden die Welt: "Fühlen uns auf dem Rad richtig zuhause"
Fünf Länder, darunter Italien, haben Magda Mayerhoffer und Manu Winkler bereits auf ihrer Liste "abgehakt". Jetzt geht's weiter nach Ungarn. Foto: privat

Der Hintern tut weh, die Sehnen zwicken, aber alles in allem läuft es bislang prächtig für die Weltumradler Magda Mayerhoffer und Manu Winkler aus Münster. Mitte April sind die Beiden aufgebrochen, inzwischen haben sie Deutschland, Österreich und Slowenien hinter sich gelassen, Italien leicht gestreift, Kroatien erreicht und Ungarn vor Augen. „Allein gestern haben wir über 100 Kilometer geschafft“, erzählt Manu . „Inzwischen fühlen wir uns auf dem Rad richtig zuhause.“

Erst klingeln, dann zelten

Übernachtet wird überall da, wo Platz für das Zelt ist. Nachdem es beim Wildzelten Ärger gab, die Beiden außerdem einmal versehentlich das Zelt auf einem Golfplatz aufgeschlagen hatten (und frühmorgens klammheimlich aufbrechen mussten), klingeln sie inzwischen in anliegenden (Bauern-)Häusern, um höflich zu fragen, ob sie eine benachbarte Wiese nutzen dürfen. Erfolgsquote: sagenhafte 100 Prozent. „Anfangs mussten wir uns aber erstmal überwinden“, räumt Manu ein.

Zwei Münsteraner auf Weltreise

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  • Nach getaner Arbeit schmeckt Manu und Magda das Eis besonders gut.

    Foto: manuandmagda.com
  • Das ist das komplette Equipment, mit dem das Paar einmal um die Welt radeln will.

    Foto: manuandmagda.com
  • Spartanisch, aber gut: Unterwegs wird mit dem Holzkocher gekocht.

    Foto: manuandmagda.com
  • Auf dem Arlbergpass reichte die Kraft noch für ein Huckepack-Selfie.

    Foto: manuandmagda.com
  • Der bislang schönste Übernachtungsplatz - mit der Drohne fotografiert. Der grüne Punkt neben der Kirche ist das Zelt von Manu und Magda.

    Foto: manuandmagda.com
  • Pausen-Selfie.

    Foto: manuandmagda.com
  • Spannende Begegnungen...

    Foto: manuandmagda.com
  • Unterwegs treffen die Münsteraner auf Radreisende aus verschiedensten Ländern.

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  • In dieser riesigen Aula in Ljubljana (Slowenien) haben die beiden Münsteraner mehr als 60 Schülern von ihrer Weltreise erzählt.

    Foto: manuandmagda.com
  • Zwei Münsteraner auf Weltreise Foto: manuandmagda.com

Ein Schnaps um elf

Der Lohn fürs Fragen besteht dabei nicht nur in der positiven Antwort. „Wir kriegen auch ganz viele Einblicke in Familien“, erzählt Magda via WhatsApp. „Das ist schon etwas sehr Besonderes.“ Am Bodensee wurde das Paar spontan zu einer Familienfeier eingeladen - mit Flammkuchen aus dem Steinofen und Baden unterm Sternenhimmel  im 32 Grad warmen Pool. In Slowenien fragte eine Familie die deutschen Radler, die sich bei Regen untergestellt hatten, ob sie nicht auf einen Kaffee hineinkommen wollten. „Anderswo wurde uns sogar schon morgens um 11 Uhr ein Schnaps angeboten“, lacht Magda.

Ein Schild auf Kroatisch

In Kroatien klingelte die Beiden bei einem älteren Ehepaar, das kein Englisch sprach, und halfen sich mit einem eigens für solche Fälle vorbereiteten Schild, auf dem nur zwei kroatische Sätze standen. Übersetzt: "Wir radeln um die Welt." Und: "Können wir in Ihrem Garten unser Zelt aufschlagen?" Stattdessen wurden sie aufgefordert, hereinzukommen, durften im ehemaligen Zimmer des Sohnes übernachten und wurden "aufs Köstlichste bekocht".

Reise Fahrrad-01

Bislang haben Manu und Magda schon mehr als 1900 Kilometer zurückgelegt. Foto: Lisa Stetzkamp

Schul-Besuche

Einzigartige Erfahrungen macht das Paar unterwegs auch in Schulen, in denen es Kindern von seiner Weltreise erzählt (wir berichteten). „In Ljubljana war’s megaaufregend“, sagt Magda. Statt wie sonst vor kleinen Gruppen durften die Beiden dort vor rund 60 Schülern sprechen - ein Lehrer übersetzte das Gesprochene ins Slowenische.

Geld umtauschen

Mehr als 1900 Kilometer sind die Beiden an den bisher 34 Tagen pannenfrei geradelt, haben dabei in Österreich den Arlbergpass (1800 Meter) sowie Obertauern (1740 Meter) erklommen und ganz oben ein Selfie im Schnee geschossen. Von Kroatien aus geht es weiter nach Ungarn - und damit erstmals auf bislang unbekanntes Terrain. „Wir mussten gestern noch mal nachschauen, womit da eigentlich zahlen muss“, erzählt Manu. An das Geldtauschen werden sich die Zwei allerdings gewöhnen müssen. Die Euro-Zone haben sie nämlich hinter sich: Nach Ungarn (Forint) stehen als nächstes Serbien (Dinar) und Bulgarien (Lew) auf dem Reiseplan.

Schul-Projekt

Magda Mayerhoffer und Manu Winkler wollen ihre Reiseerlebnisse mit Kindern in aller Welt teilen. Ihr Plan ist es, auf der Tour in unregelmäßigen Abständen Schulen zu besuchen, von ihren Erlebnissen zu erzählen, Fotos und Videos zu zeigen - und für den Klimaschutz zu werben. „Je weiter wir nach Südostasien kommen, desto weniger werden die Kinder von der Welt mit eigenen Augen gesehen haben.“ Die beiden hoffen, Sponsoren zu finden, die mithelfen, den einen oder anderen Laptop für Schulklassen in ärmeren Ländern zu finanzieren. Weitere Infos dazu - und zu einem Postkarten-Projekt, mit dem Magda und Manu einen Teil ihrer Reise finanzieren wollen - gibt es  hier  oder auch bei  Instagram .

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manuandmagda.com

#manuandmagda

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