Stadtwerke vor Weichenstellung
Neuaufstellung mit Fragezeichen

Münster -

Den Stadtwerken Münster stehen in diesem Sommer wichtige Weichenstellungen ins Haus - personelle wie strukturelle. Der Zeitablauf wirft dabei Fragen auf.

Dienstag, 22.05.2018, 08:00 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 22.05.2018, 08:00 Uhr
Die Ratspolitik muss in den nächsten Monaten über Personal- und Strukturfragen bei den Stadtwerken Münster entscheiden. 
Die Ratspolitik muss in den nächsten Monaten über Personal- und Strukturfragen bei den Stadtwerken Münster entscheiden.  Foto: Matthias Ahlke

Es ist ausgesprochen ruhig um die Stadtwerke Münster geworden – fast ungewöhnlich nach den Querelen und Reibereien in der Geschäftsführung sowie den Ungereimtheiten um die Aufsichtsratsspitze in nicht allzu ferner Vergangenheit. Doch das könnte sich alsbald ändern – und zwar anders als erwartet. Denn der Zeitablauf bei Entscheidungen über neue Organisationsstruktur und Spitzenpersonal wirft Fragen auf.

Im März hatte der Rat der Stadt beschlossen, angetrieben von den eben unerfreulichen öffentlichen Vorgängen rund um die Stadtwerke, die Struktur des Unternehmens – insbesondere dessen personelle Aufstellung mit zwei gleichberechtigten Geschäftsführern an der Spitze – durch ein externes Beratungsunternehmen untersuchen zu lassen. Daraus sollen Schlüsse für eine geplante Neuausrichtung des wirtschaftlich wichtigsten Tochterunternehmens der Stadt gezogen werden.

Wichtige Personalfrage

Jetzt aber zeichnet sich ab, dass die Politik offenbar noch vor der Fertigstellung des Abschlussberichts über eine neue Organisationsstruktur eine sehr wichtige Personalfrage zu entscheiden hat.

Denn der technische Geschäftsführer Dr. Dirk Wernicke hat nach Auskunft von Personaldezernent Wolfgang Heuer Anspruch darauf, in der Sitzung des Rates am 4. Juli zu erfahren, ob sein Fünfjahresvertrag verlängert wird.

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Dr. Dirk Wernicke Foto: Matthias Ahlke

Der Abschlussbericht des mit 200 000 Euro veranschlagten Stadtwerke-Gutachtens soll aber erst Ende Juli 2018 vorgelegt „und im Laufe des Augusts finalisiert werden, damit der Rat im September 2018 Beschlüsse zur Umsetzung der Vorschläge fassen kann“. So zumindest heißt es in dem nichtöffentlichen Ratsbeschluss aus März, der unserer Zeitung vorliegt.

Ungewöhnliches Vorgehen

Dieser Zeitablauf würde bedeuten: Erst muss die Politik über Spitzenpersonal entscheiden, danach, in welcher Struktur es arbeiten soll. Ein eher ungewöhnliches Vorgehen, wie Beobachter meinen. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass der Rat selbst eine „Notwendigkeit zur Erarbeitung einer zukunftsfähigen strategischen Ausrichtung der Stadtwerke Münster“ sieht.

In dem nichtöffentlichen Beschluss wird ausdrücklich betont, dass von dem Beratungsergebnis „auch Vorschläge zur Strukturierung der Stadtwerke Münster einschließlich der oberen Leitungsebenen“ erwartet werden. Neben Wernicke ist dort aktuell als kaufmännischer Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann angesiedelt, dessen dritter Fünfjahresvertrag erst seit kurzer Zeit läuft.

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