In Gelmer hat die Freilandernte begonnen
Erdbeeren: Beste Zeit für kleine Früchtchen

Münster-Gelmer -

Während der deutsche Verbraucher nervös wird, wenn ihm nicht das ganze Jahr über frische Äpfel angeboten werden, akzeptiert er bei Erdbeeren die Saisongrenzen. Die gute Nachricht lautet: Diese Grenzen sind gefallen, die Zeit der Freiland-Erdbeeren ist da.

Mittwoch, 23.05.2018, 17:00 Uhr

Die Haupterntezeit der Freilanderdbeere hat begonnen. Georg Schulze Dieckhoff vom Landwirtschaftlichen Kreisverband sowie die Erdbeerbauern Burkhard Lütke Laxen und Stephan Bäcker (v.l.) präsentieren die pflückfrische Ware auf einem Feld in Gelmer.
Die Haupterntezeit der Freilanderdbeere hat begonnen. Georg Schulze Dieckhoff vom Landwirtschaftlichen Kreisverband sowie die Erdbeerbauern Burkhard Lütke-Laxen und Stephan Bäcker (v.l.) präsentieren die pflückfrische Ware auf einem Feld in Gelmer. Foto: Lukas Speckmann

Warum eigentlich ist ausgerechnet Gelmer Münsters Erdbeer-Metropole? Burkhard Lütke Laxen und Stephan Bäcker wissen es auch nicht so genau – nur dass beide Höfe vor ein paar Jahrzehnten etwa zeitgleich in den Anbau der kleinen Früchtchen eingestiegen sind. Georg Schulze Dieckhoff vom Landwirtschaftlichen Kreisverband hat eine Theorie: „Erdbeeren gehen mit Spargel einher, und hier in der Nähe der Ems gibt es gerade dafür guten Sandboden.“

Darum sind es die Gelmeraner Spargelspezialisten Lütke Laxen und Bäcker, die sich – als einzige Betriebe in Münster – um den Erdbeer-Anbau kümmern. Und zwar im großen Stil: Pro Jahr werden etwa 400 Tonnen münsterische Erdbeeren geerntet. Auch auf den hofeigenen Feldern zum Selberpflücken in Sprakel und Kinderhaus, Handorf und Gelmer.

Deren Bedeutung hat allerdings ein wenig abgenommen, verraten die Landwirte: Die Familien, die heute mit Kind und Kegel selbst auf die Felder ziehen, pflücken nicht mehr so diszipliniert wie noch ihre Eltern vor 30 Jahren – da müsse regelmäßig nachgepflückt werden. Außerdem sind die Selbstpflücker heute mit zwei Pfund zufrieden, während es früher ganze Eimer voller Beeren waren. Und schließlich: Die Leute naschen oft so viel wie sie pflücken. Das ist einkalkuliert . . .

Jetzt hat – bei idealem Erdbeerwetter – die Haupterntezeit begonnen, und die Profis müssen ran. Das sind in Münster rund 140 Erntehelfer vor allem aus Rumänien, die in den kommenden sechs bis acht Wochen viel zu tun haben. Man kennt sich teilweise schon lange, oft werden Nachfolger und Bekannte vermittelt, berichtet Heike Lütke Laxen. Während Spargel vor allem von Männern geerntet wird, sind bei Erdbeeren fast nur Frauen im Einsatz. Warum? Lächeln in der Runde . . . Spargel ist anstrengender und handfester, Erdbeeren wollen sehr behutsam behandelt werden, heißt es. Lange Fingernägel seien hilfreich, um die Stiele zu kappen.

Die Ware wird in nächster Nähe verkauft, das wissen die Verbraucher zu schätzen. Für Burkhard Lütke-Laxen ist auch der Großhandel sehr wichtig, während Stephan Bäcker in erster Linie auf Direktvermarktung setzt: Über 30 Stände betrieben beide Höfe in der Stadt und auf den Märkten. Der Preis? Pro Pfund derzeit 2,70 Euro bei konventionellem Anbau, 3,90 Euro für Bio-Qualität. Gegen Ende der Saison, im Juli und August, könne es durchaus günstiger werden.

Erdbeerernte

Auf 40 Hektar Fläche werden in Münster Erdbeeren angebaut, wobei je nach Erntebedingungen pro Hektar zwischen acht und 25 Tonnen eingefahren werden. Die Ernte beginnt unter dem Folien-Sonnentunnel bereits im April, die Hauptsaison im Freiland ist in den kommenden sechs Wochen – und die spät gepflanzten Erdbeeren werden bis in den September hinein geerntet. Pro Kopf verzehrt der deutsche Durchschnitts-Erdbeer-Esser 2,3 Kilogramm im Jahr. spe

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