Plädoyer für Schlossviertel
Architekt will Totalbebauung am Schlossplatz

Münster -

Münster hat viele Probleme. Es fehlen Wohnungen, die Hochschulen wachsen und obendrein weiß niemand, wo das Geld für eine Konzerthalle herkommen soll.

Freitag, 25.05.2018, 09:48 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 25.05.2018, 09:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 25.05.2018, 09:48 Uhr
Alle auf dem Schlossplatz platzierten weißen Klötzchen sollen Gebäude darstellen, so der Vorschlag von Alexander Kolbinger.
Alle auf dem Schlossplatz platzierten weißen Klötzchen sollen Gebäude darstellen, so der Vorschlag von Alexander Kolbinger. Foto: Studio2XK

Der Architekt Alexander Kolbinger vom Büro Studio2XK hat eine Lösung für all diese Probleme. Positiv ausgedrückt könnte man ­sagen, dass seine Lösung mutig ist. Negativ ausgedrückt könnte man sagen, dass sein Vorschlag eine Flut an nicht zitierfähigen Reaktionen nach sich ziehen dürfte. Denn die Idee beinhaltet eine Komplettbebauung der Flächen vom Kalkmarkt über den ehemaligen Hindenburgplatz bis hin zum Universitäts-Parkplatz. Angedacht hat Kolbinger rund 40 Gebäude, deren Volumen so groß ist, dass die Kavaliershäuschen vor dem Schloss daneben wirken wie Streichholzschachteln.

Vision soll viel Geld umsetzen

Die beiden Stichworte, um die sich die Vision des Büros Studio2XK dreht, lauten „Schlossviertel“ und „Münsterphilharmonie“. Mit dem neuen, hoch verdichteten Schlossviertel wird so viel Geld umgesetzt, dass noch Geld übrig bleibt für die Münsterphilharmonie.

Letztere soll (unterirdisch) auf der Freifläche zwischen Schloss und Botanischem Garten entstehen, das Erdgeschoss des Schlosses soll als Foyer des Konzerthauses dienen, die Universität wiederum in die hochmodernen Neubauten im neuen Schlossviertel umziehen.

Von der gewaltigen Freifläche vor dem Schloss soll nur der (frühere) Schlossplatz unbebaut bleiben. Selbst die Promenade verliert ihren angestammten Platz und wird als Grünstreifen durch die dichte Bebauung geführt.

Vorschläge zu einer Bebauung des früheren Hindenburgplatz-Areals gab es immer wieder, meist blieben sie folgenlos oder versanken im Bürgerprotest wie beim Musikhallen-Bürgerentscheid 2008. Jetzt möchte Alexander Kolbinger die Debatte mit einem Radikalvorschlag neu beleben.

Ernst gemeinter Vorschlag

Bei einem Pressegespräch erklärte der Architekt auf Nachfrage unserer Zeitung, dass sein Vorschlag „ernst gemeint“ sei und er sich der öffentlichen Debatte stellen wolle.

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