Wohn- und Stadtbau plant zusätzliche Wohnungen
Zusammenrücken in der Aaseestadt

Münster -

Noch ist es Zukunftsmusik, und doch macht sich schon reichlich Unruhe breit. Die Aaseestadt soll dichter werden. Im Bereich Mierendorffstraße und Leuschnerstraße möchte die Wohn- und Stadtbau, die in dem Quartier über rund 300 Wohnungen verfügt, zusätzliche Wohnungen bauen. In einem ersten Schritt ist von immerhin 90 Wohnungen die Rede.

Mittwoch, 30.05.2018, 07:30 Uhr aktualisiert: 30.05.2018, 08:08 Uhr
Große Grünflächen umgeben die Häuser der Wohn- und Stadtbau in der Aaseestadt. Das soll sich perspektivisch ändern.
Große Grünflächen umgeben die Häuser der Wohn- und Stadtbau in der Aaseestadt. Das soll sich perspektivisch ändern. Foto: Matthias Ahlke

Der Tag, an dem die berühmt-berüchtigten Bagger anrollen, dürfte nach Auskunft des Geschäftsführers der Wohn- und Stadtbau, Dr. Christian Jaeger , weit im kommenden Jahrzehnt liegen. „Zunächst müssen wir die Konversion umsetzen.“

900 Wohnungen geplant

Sprich: In den kommenden fünf bis sieben Jahren möchte das städtische Unternehmen auf den beiden Kasernenflächen in Gremmendorf und Gievenbeck gut 900 Wohnungen bauen.

Die Mierendorfstrraße

Die Mierendorfstrraße Foto: Grafik: Streetmap

Gleichwohl sind die Vorboten der Nachverdichtung in der Aaseestadt bereits Gesprächsthema. Die Wohn- und Stadtbau hat einen städtebaulichen Wettbewerb ausgelobt, um Anregungen zu bekommen, wie die Nachverdichtung aussehen könnte.

Abriss nicht ausgeschlossen

Darüber hinaus wird „als Teil des langen Vorlaufs“ auf dem Gelände eines alten Garagenhofs an der nahe gelegenen Bonhoefferstraße ein neues Haus mit 20 Wohnungen errichtet. Dieses kann zur gegebenen Zeit Mieter aus dem Bereich Mierendorffstraße und Leuschner­straße aufnehmen, wenn deren Gebäude abgerissen wird.

Denn ein „Teilabriss im Bestand“ ist im Rahmen des Wettbewerbs zumindest nicht ausgeschlossen, gleichwohl „sensibel“, wie Jaeger unumwunden einräumt.

Sorgen um Charakter der Gartenstadt  

Zwei Gründe haben die Wohn- und Stadtbau laut ihres Geschäftsführers bewogen, den nicht unproblematischen Schritt zu gehen. Zum einen weise der Kernbereich des Quartiers eine geringe Wohndichte auf, zum anderen mangele es an Typenvielfalt und auch an Barrierefreiheit. Will sagen: Dr. Jaeger möchte dort Häuser mit Aufzügen haben, eine Kita ist geplant, Platz für Gemeinschaftsräume und Wohngruppen.

All das hat aber unweigerlich zur Folge, dass die teilweise großzügigen Freiflächen zwischen den Gebäuden kleiner würden. „Der Charakter des Quartiers wird sich grundlegend verändern“, klagt ein Anwohner.

Jaeger kennt die Befürchtungen, betont aber zugleich: „Der Charakter der Gartenstadt wird beibehalten.“ Aber wie viel Grün braucht eine Gartenstadt? Vieles spricht dafür, dass darüber jetzt ausgiebig diskutiert wird.

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