Nach Stadtbücherei-Entscheidung
Heftige AfD-Debatte im Internet: „SA-Fratze“ kontra „Moralinbesoffenheit“

Münster -

Die Entscheidung der Stadt Münster, den AfD-Kreisverband wegen einer Rangelei bei einer Parteiveranstaltung im Lesesaal der Stadtbücherei für zwei Jahre von der Anmietung dieses Raumes auszuschließen, hat bei Facebook zu einer lebhaften Debatte geführt.

Mittwoch, 30.05.2018, 19:00 Uhr
Vor der Stadtbücherei hatten am 25. April zahlreiche Demonstranten gegen die AfD-Veranstaltung protestiert.
Vor der Stadtbücherei hatten am 25. April zahlreiche Demonstranten gegen die AfD-Veranstaltung protestiert. Foto: Matthias Ahlke

Michael Röger meint: „Richtig so. Die dürfen in Münster keinen Raum mehr vermietet bekommen.“ Claire Collins hält diesem User vor: „Sie sehnen sich nach Diktatur.“

In Anlehnung an die Ankündigung der AfD, das Verbot juristisch prüfen lassen zu wollen, sagt Sven Huber: „Ob das vor dem Verwaltungsgericht Bestand hat, halte ich für sehr fraglich.“

Replik von Stephan Orth, Kreisvorsitzender der Grünen: „Sollen sie doch klagen.“ Malte Vö meint, dass sich die AfD nicht an die Regeln gehalten habe und die Stadtbücherei deshalb das Recht habe, die Partei auszuschließen. Das Verhalten der AfD sei „gut dokumentiert“.

„Undemokratisch und gewaltverherrlichend“

Thomas Pitterknut sieht das komplett anders: „Die selbst ernannten Edlen und Gerechten freuen sich in vereinter Moralinbesoffenheit über ihren kleinkarierten Sieg über die angeblich Bösen. Es ist so lächerlich.“

Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster

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  • Großer Protest gegen eine AfD-Veranstaltung in der Stadtbücherei am Mittwochabend.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Um 19 Uhr haben sich über 500 Demonstranten versammelt. Viele haben Schilder gebastelt, oder gleich Transparente und Fahnen dabei.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Bevor das Programm der Kundgebung startet, gilt es für die Polizei erstmal, die Menschen in den dafür vorgesehenen Bereich zu bringen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Für diejenigen, die ab 19.30 Uhr in die Bücherei wollen, vornehmlich ältere Herrschaften, ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... wird der Gang dagegen zum Spießrutenlauf.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Gegen die Lesung hatte das „Keinen Meter den Nazis“-Bündnis zum Protest aufgerufen. 

    Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
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  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke
  • Demonstration gegen AfD-Veranstaltung in Münster Foto: Matthias Ahlke

Thomas Hülsbusch bezeichnet die AfD als „Schande für Deutschland“. Die Partei habe in Person des Ratsherrn Martin Schiller gezeigt, dass sie „undemokratisch und gewaltverherrlichend“ sei.

User Andreas Condor Degenkolbe meint sogar, dass die AfD bei dem Vorfall in der Stadtbücherei „ihre SA-Fratze“ gezeigt habe.

Hausordnung missachtet

Elli Salmen befürchtet im Gegenzug „Mobbing und Ausgrenzung der gewählten Partei AfD“.

Kevin Krips bewertet den Sachverhalt anders: Wer in einer Bibliothek die Hausordnung missachte, müsse mit einem Hausverbot rechnen. „So ist das nun einmal. Mit Demokratieverständnis hat das nichts zu tun.“

Gegenstand des Streit ist ein Vorgang am 25. April, als bei einer AfD-Veranstaltung ein Nutzer der Büchereitoilette gewaltsam nach draußen gebracht wurde. Die Polizei ermittelt.

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